Die Bundeswehr in Mazar-e Sharif, Afghanistan. Bild: Flickr / isafmedia CC-BY 2.0

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan kostete die deutschen Steuerzahler bislang bereits 11,9 Milliarden Euro. Hinzu kommen weitere Milliarden der anderen Ministerien.

Von Redaktion

Das deutsche Engagement in Afghanistan inklusive des Bundeswehr-Einsatzes hat seit 2001 rund 16,4 Milliarden Euro gekostet: Im Jahr 2018 beliefen sich die einschlägigen Ausgaben aus den Etats von Verteidigungsministerium, Auswärtigem Amt, Entwicklungs- und Innenressort auf 770 Millionen Euro. Das geht aus der Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer hervor, über welche die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten.

Nach Regierungsangaben hat allein der Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch bislang 11,9 Milliarden Euro gekostet. Die Ausgaben des Auswärtigen Amtes in Afghanistan seit 2001 belaufen sich auf gut zwei Milliarden Euro, beim Entwicklungsministerium waren es 2,3 Milliarden Euro.

Das Bundesinnenministerium investierte in Afghanistan 61 Millionen Euro, aus dem Etat des Agrarministerium flossen 33 Millionen Euro nach Afghanistan, aus dem der Kulturstaatsministerin 34 Millionen Euro. Zu den Ausgaben der Geheimdienste – insbesondere des Bundesnachrichtendienstes – für Einsätze in dem umkämpften Land macht die Bundesregierung öffentlich keine Angaben.

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Laut Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine weitere AfD-Anfrage, über die die RND-Zeitungen berichten, sind während des Bundeswehr-Einsatzes am Hindukusch 58 Soldaten ums Leben gekommen. „In Afghanistan sind 35 deutsche Soldaten gefallen“, so das Verteidigungsministerium. An diesem Freitag jährt sich das sogenannte „Karfreitagsgefecht“. Drei deutsche Fallschirmjäger waren 2010 bei dem Angriff in der Provinz Kunduz getötet worden.

Der AfD-Abgeordnete Springer sagte dem RND, SPD und Grüne hätten einst geglaubt, mit einer Hand voll Soldaten Afghanistan demokratisieren zu können. „Sie sind mit ihren Plänen krachend gescheitert. 18 lange Jahre hat eine kaputtgesparte Bundeswehr für diese politische Fehlleistung nun bereits den Kopf hinhalten müssen“, so der Bundestagsabgeordnete. „Deutsche Sicherheitskräfte haben in Afghanistan nichts verloren. Ich fordere die Bundesregierung auf, den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch zu beenden und unsere Soldaten aus Afghanistan abzuziehen.“

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5 KOMMENTARE

  1. 16,4 Milliarden Euro in 17 jahren ? Das hat seinerzeit die HRE in einem Monat verballert.

    Die Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaat ( am Hindukusch) sollte uns ’ne knappe Milliarde im Jahr wert sein. Nur sollte die Truppe darauf achten, nicht zu viele Afghanen hierher zu treiben, das wird dann in der Folge wesentlich teurer.

  2. in Afghanistan Demokratie und Rechtsstaat verteidigen ??? Soll das eine Satire sein ??? Dort gibt es weder Demokratie, noch einen Rechtsstaat. In dieser, unserer Form, will das da die Mehrheit auch gar nicht. Sie haben nichts gegen einen islamischen Gottesstaat, sie haben auch nichts prinzipielles gegen die Taliban, nur ein bisschen weniger rigide wäre ihnen recht. Wir hatten von Beginn an dort gar nichts zu suchen. Jetzt sind wir ja schon bereit, anzuerkennen, dass die Taliban mit in die Regierung kommen, was sie übrigens schon lange sind, zusammen mit alten korrupten Warlords, die alle ihre eigenen Milizen haben. In jedem Land ändert sich nur etwas , wenn die Bevölkerung es selbst will und tut und das ist, wie gesagt, mehr als fraglich. Woher ich das weiß, ich habe 5 Jahre dort gearbeitet und gelebt und bin mir sicher. Dort finden Anschläge statt und die gibt’s überall. Nichts wie raus aus Afghanistan, Geld Verschleuderung und Menschenleben opfern, mehr nicht. Überlasst das den Afghanen. Die, die hierher kommen, sind auch keine „Widerständler“, die übergroße Mehrheit kommt wegen der versprochenen Leistungen, auch das ist mir bekannt. Habe noch einige Freunde von meinem Leben dort, die mir das erzählen, nur die, die kostenlose Alimentierung suchen, kommen. Dort waren oder sind Plakate aufgehängt, auf denen steht, wer hier nicht für unsere Gesellschaft mithelfen will, soll nach D gehen, da bekommt ihr Geld und müsst nichts tun. Natürlich spreche ich, wie das immer ist, nicht von allen, aber von der absoluten Mehrheit. Ein völliger Unfug dieser ganze Einsatz und darauf zu achten, dass keine nach D kommen, ist nicht Aufgabe unserer Soldaten u der Regierung dort ist es nur recht.

    • Ich kann für dieses „Unternehmen“ der BRD-Geschäftsführung in Afghanistan keine vernünftigen Worte mehr finden. Hätte ich meine Worte besser als Satire kennzeichnen müssen.?

      P.S. Nur ‚mal nebenbei bemerkt – mein Großneffe war als Feldwebel einige Zeit vor Ort, von daher bin ich über die Situation der Soldaten wie auch von Teilen der Bevölkerung informiert und kann Ihre kritischen Worte nachvollziehen.

  3. Keinen Pfennig hätte es für diese Bundes“wehr“ nach 1990 geben dürfen. Eine Volksverteidigungsarmee hätte geschaffen werden müssen, ein Vorbild gab es dazu in der DDR und die meisten Offiziere dieser Armee waren dem Frieden verpflichtet. Aber es bleibt dann doch noch der bittere Beigeschmack , dass die sog. Traditionsvereine der NVA, deren es zwei gibt, sich offiziell dem GG verpflichtet haben. Daran ist ersichtlich, dass auch in der DDR die Vernunftphilosophie keine große Rolle gespielt hat, so dass diesen Herren der geschulte Geist fehlt um zu verstehen, dass sie mit der Verpflichtung zum GG ihren Friedensauftrag verraten haben. Ja leider ist dieser Unvernunft das deutsche Volk in seiner Mehrheit unterlegen. Man will nicht verstehen, dass der verfassungsgebende Kraftakt, der in der neuen Präambel seit 1990 steht, erstunken und erlogen ist und nur eine volksherrschaftliche Verfassung als Garant für den frieden bestehen kann.

  4. Einige Magnaten haben es weit gebracht.
    Sie lassen Regierungen für sich Krieg führen und wälzen die Kosten, die Schäden auf unschuldige Dritte ab. Kassieren dafür nur die Profite.

    Über nichts anderes hat A. H. getobt und gewettert, daß er und seine Leute dieser Entwicklung einen Riegel vorschieben wollen.

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