Statue von Simon Bolivar - Bild: Flickr.com/J. Stephen Conn CC BY-NC 2.0
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„Bei einer kürzlich durchgeführten Anhörung im US-Repräsentantenaus sagte einer der Experten aus, dass eine solche Invasion zwischen 100.000 und 150.000 US-Soldaten erfordern würde, die gegen vielleicht dreimal so viele venezolanische Truppen in einem Land, das doppelt so groß wie der Irak ist, antreten würden. Mit viel Dschungel. Alles für einen „Preis“, der nichts mit der Sicherheit der USA zu tun hat.“

Von Ron Paul / Antikrieg

Letzte Woche beorderte Außenminister Mike Pompeo die letzten US-Diplomaten zurück aus Venezuela und sagte, ihre Anwesenheit sei eine „Einschränkung“ der US-Politik gegenüber dem Land. Der Wortlaut schien die Idee zu vermitteln, dass die USA im Begriff sind, eine Militäraktion einzuleiten, um einen von Washington unterstützten selbsternannten Politiker in das Amt des Präsidenten zu hieven. War es nur Gepolter, das dazu bestimmt ist, einzuschüchtern? Oder ist die Trump Administration wirklich dabei, in ein anderes Land einzumarschieren, das die Vereinigten Staaten von Amerika weder angegriffen noch bedroht hat?

Während die mit „Regimewechsel“ befassten US-Regierungen im Allgemeinen versucht haben, ihre wahren Absichten zu verschleiern, ist dieser von den Vereinigten Staaten von Amerika unterstützte Putsch bemerkenswert hinsichtlich der Offenheit seiner Unterstützer. Vor nicht allzu langer Zeit gab der Nationale Sicherheitsberater des Präsidenten John Bolton offen zu, dass es die Absicht der Regierung war, US-Unternehmen die Kontrolle über das venezolanische Öl zu geben. Beamte der Trump Administration sind so weit gegangen, über das Leiden der Venezolaner zu spotten, als ein verdächtig zeitgerechter landesweiter Stromausfall das Elend der Bürger vergrößerte.

Medienberichten zufolge ist Vizepräsident Mike Pence wütend auf den venezolanischen Staatsstreichführer Juan Guaido, weil der versprochen hat, dass die gesamte Operation ein Kinderspiel werden würde – genau wie die Neokonservativen uns das vom Irak versprochen haben. Guaido sagte, dass Hunderttausende von Demonstranten ihm zur kolumbianischen Grenze folgen würden, um US-Hilfsfahrzeuge direkt hinter der Grenze zu „befreien“, aber niemand tauchte auf. Pompeo und die Neokonservativen haben also die Lüge erfunden, wonach die Schläger des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro die Hilfslastwagen verbrannt haben, um zu verhindern, dass die Menschen von ihrem Leid befreit werden. Sogar die New York Times, die für den Krieg war, gab schließlich zu, dass die Regierung lügt: Es waren Demonstranten der Opposition, die die Lastwagen verbrannten.

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Standen die Vereinigten Staaten von Amerika hinter dem Zusammenbruch des venezolanischen Stromnetzes? Es wäre nicht das erste Mal, dass die CIA einen solchen Schritt unternommen hätte, und US-Funktionäre äußerten sich offen über das Ziel der USA, das Leben für durchschnittliche Venezolaner so unglücklich wie möglich zu machen, in der Hoffnung, dass sie ihre Regierung stürzen.

Der Kongress hat bis zu diesem Zeitpunkt stark die „Regimewechsel“-Politik von Präsident Trump für Venezuela befürwortet. Es ist traurig: obwohl sich unsere neokonservative Außenpolitik des Interventionismus als katastrophal erwiesen hat – vom Irak über Libyen bis nach Syrien und anderswo -, tun beide Parteien im Kongress weiterhin so, als ob sie es diesmal irgendwie richtig machen würden. Ich habe Neuigkeiten für sie: werden sie nicht.

Sogar schwache Bemühungen des Kongresses, um den Präsidenten daran zu erinnern, dass der Kongress eine Militäraktion im Ausland genehmigen muss, klingen nach Kriegsgeschrei. In der Erklärung des Abgeordneten David N. Cicilline (D-RI), in der er letzte Woche sein „Prohibiting Unauthorized Military Action in Venezuela Act“ (Gesetz über das Verbot unbefugter militärischer Aktionen in Venezuela) vorstellte, klang er kämpferischer als John Bolton oder Elliott Abrams! Die Erklärung enthält alle Argumente für einen US-Militärangriff auf Venezuela und erinnert dann – mit einem Augenzwinkern – den Präsidenten daran, dass er vorher eine Genehmigung benötigt. Als ob das ein hartes Geschäft werden würde!

Wird Präsident Trump also Venezuela angreifen? Bei einer kürzlich durchgeführten Anhörung im US-Repräsentantenhaus sagte einer der Experten aus, dass eine solche Invasion zwischen 100.000 und 150.000 US-Soldaten erfordern würde, die gegen vielleicht dreimal so viele venezolanische Truppen in einem Land, das doppelt so groß wie der Irak ist, antreten würden. Mit viel Dschungel. Alles für einen „Preis“, der nichts mit der Sicherheit der USA zu tun hat. Wenn der Präsident einen so dummen Schritt macht, könnte er herausfinden, dass die derzeitigen Kriegs-Cheerleader in der Demokratischen Partei ihre Stimmung ziemlich schnell ändern. Hoffen wir, dass Trump seine Meinung ändert und zu seinen Versprechungen zurückkehrt, keine Regimewechselkriege mehr zu führen.

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7 KOMMENTARE

  1. „Wer aus der Geschichte nichts lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“
    Und die meisten Staaten, küssen den USA wieder die Füße und hetzen zusammen gegen Venezuela…

    Armen Schweine…

  2. Wenn es so käme, dann wäre es ungeheuerlich und an Impertinenz nicht zu übertreffen, denn man kann im Leben immer Gründe vorgeben irgendwo einzumarschieren, die beliebteste Masche ist die Verteidigung der Freiheit, es klingt so schön und in Wirklichkeit meint man was ganz anderes, nur dort wo man sich die Finger verbrennen könnnte, wie z.Bsp. bei Atommächten, da hält man inne, welch eine grandiose Verlogenheit, trotz aller Problematik, die man aber auch anderweitig lösen könnte, bevor man den Abzug betätigt.

  3. Die raffgierigen US-Oligarchen sind nunmal scharf auf die Bodenschätze (Öl, Gold, Zinn, Eisenerze, Uran, Aluminium, usw.) die Venezuela zubieten hat !
    Siehe:
    https://www.schatzwert.de/rohstoffe/bodenschaetze/bodenschaetze-brasilien/

    Am Linkende steht zwar Brasilien, aber Venezuela ist auch gemeint.

    Die US-Oligarschen sind ja die Herrscher über die hörigen und feigen Politdarsteller, also wird Trumpeltier (Er selber ist ja auch ein Oligarch und nicht nur Präsident) wohl oder übel seine Zustimmung geben.
    Allerdings bin ich mir da nicht so sicher, denn die Russen und Chinesen haben da auch noch ein gewaltiges Wort mitzureden aus Interessengründen (Bodenschätze) !

  4. Die USA sind eine Kriegsfirma der Hochfinanz mit permanenten Kriegsgesetzen. Bisher hat Trump im Gegensatz zu seinen anderen Vorgängergeschäftsführern noch keinen eigenen Krieg begonnen. Hoffen wir, daß das so bleibt und daß er dann nicht in eine freundliche Kugel fällt. Bei uns in Südbrandenburg fliegen die Tage ständig Kampfjets von West nach Ost. Komischer Weise nicht in die Gegenrichtung.Und drei als Soldaten der Besatzer Firma Bundeswehr (c) verkleidete Jüngelchen spielten Manöver an meinem Gartenzaun. Ich habe denen gleich Betretungsverbot für meinen daneben liegenden Wald gegeben. Dann sind sie wieder abgehauen! Frank von stat fridu

  5. REUTERS schreibt

    US-Repräsentantenhaus billigt Gesetzentwurf gegen „russischen Einfluss“ in Venezuela

    Das US-Repräsentantenhaus hat einstimmig einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung der „russischen Bedrohung“ in Venezuela gebilligt.

    Jenen Politikern und Beamten aus Russland, welche die venezolanischen Sicherheitskräfte unterstützen, soll laut dem Dokument die Einreise in die USA verwehrt und bereits ausgestellte Visa für diese Personen sollen annulliert werden.

    Der Gesetzentwurf muss noch vom Senat angenommen und vom Präsidenten unterzeichnet werden, erst dann gilt er als rechtskräftig.

    Galster kommentiert

    Die US-Versuche, einen Staatsstreich in Venezuela zu organisieren, da dies einen Bruch der UN-Charta darstelle.

    Die USA berufen sich auf die Monroe Doktrin von 1823 in denen Lateinamerika quasi zur Einfluss-Sphäre der USA erklärt wurde….einfach mal so !?!

  6. Sowohl Russland, als auch China haben immense Investitionen in Venezuela getätigt einerseits und andererseits haben sie Kredite gewährt, weil DAS IMPERIUM DES BÖSEN (USA) die Wirtschaftserlöse Venezuelas einfach eingefroren haben!

    Nicht Chavez, nicht Maduro haben Venezuela heruntergewirtschaftet, sondern die USA durch erpresserische und destabilisierende Handlungen diese Land fast erdrosselt!

    Damit Liquidität noch mehr verhindert wird, ist GB nicht bereit Venezuelas Goldreserven ohne wenn und aber und rechtlos auszuhändigen, das sind die Gründe der wirtschaftlichen Situation in Venezuela.

    Russland mischt sich in keiner Weise in Venezuelas Innenpolitik ein, aber ist bereit als Verbündeter Venezuelas zur Seite zu stehen; daß die USA vor lauter Hysterie an einem Gesetz(!) arbeiten, Russlands Aktivitäten in Venezuela zu verhindern!? …..Wie bitte? US-Gesetze für souveräne Staaten!?

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