Das NATO-Hauptquartier in Brüssel. Bild: Flickr / Bundeswehr CC BY-ND 2.0

Kolumbien ist bereits NATO-Partner, Brasilien könnte folgen. Weitet sich die NATO nun auch in den Südatlantik aus?

Von Marco Maier

Erst vor knapp einem Jahr, im Mai 2018, verkündete der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos, dass sein Land als „global partner“ der NATO beitreten werde. Ein Status, der dem südamerikanischen Land sozusagen eine Halbmitgliedschaft gewährt, wodurch Bogota auch im NATO-Hauptquartier in Brüssel akkreditiert ist, jedoch nicht zwangsläufig bei NATO-Militäraktionen teilnehmen muss.

Andere „global partner“ sind Länder wie Afghanistan, Australien, Irak, Japan, die Mongolei, Neuseeland, (derzeit noch) Pakistan und Südkorea. Allesamt Länder, die nicht im nordatlantischen Raum liegen, jedoch weitestgehend militärisch eng mit Washington zusammenarbeiten, bzw. als US-Vasallen gelten, oder de facto weiterhin von den Amerikanern besetzt sind.

Doch Kolumbien ist nicht das einzige südamerikanische Land, welches dem transatlantischen Militärbündnis beitreten will. Jair Bolsonaro, der neue rechtskonservative Präsident Brasiliens, gilt als US-Marionette und würde sein Land gerne in die NATO führen. Dafür erhält er auch Unterstützung aus Washington. So sagte Trump ziemlich deutlich, dass er „die NATO-Mitgliedschaft oder ein anderes formales Bündnis mit Brasilien ernsthaft betrachtet“.

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Sollten Brasilien und Kolumbien tatsächlich der NATO beitreten, könnte dies auch weitere lateinamerikanische Länder deren politische Führungen eng mit Washington kooperieren mitziehen. Und während die europäischen NATO-Staaten ihren Fokus auf den östlichen Nachbarn Russland richten, könnten die lateinamerikanischen Mitglieder des westlichen Kriegsbündnisses sich auf Länder mit linksgerichteten Regierungen (Kuba, Venezuela, Nicaragua…) konzentrieren und mit US-Hilfe dort militärisch intervenieren. Jedoch nicht ohne zuvor noch vom amerikanischen Rüstungskomplex hochgerüstet zu werden.

Hinzu kommt auch der Versuch der Eindämmung Chinas in der Region und die Schaffung einer „Festung Amerika“, die entsprechend der Monroe-Doktrin unter der hegemonialen Macht Washingtons stehen soll. US-Militärbasen inklusive.

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