Die USA wollen neue Sanktionen gegen Venezuela verhängen und so die Regierung Maduro noch stärker unter Druck setzen. Nun sind venezolanische Finanzinstitute im Visier Washingtons.

Von Marco Maier

Die Vereinigten Staaten beabsichtigen, in den kommenden Tagen „erhebliche zusätzliche Sanktionen“ gegen Finanzinstitute in Venezuela zu verhängen, ein Schritt, der als Teil der Bemühungen betrachtet wird, die demokratisch gewählte Regierung in Caracas zu untergraben.

Elliott Abrams, US-Sonderbeauftragter für Venezuela, sagte am Dienstag auf einer Pressekonferenz im US-Außenministerium, die Sanktionen würden sich auf Finanzinstitute richten, die mit der Regierung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro Geschäfte machen. Der US-Sonderbeauftragte erklärte gegenüber Reportern, Washington bereitete sich darauf vor, den venezolanischen Behördenvertretern mit engen Verbindungen zu dem 56-jährigen sozialistischen Staatschef, ihre US-Visa abzuerkennen.

Abrams sagte, Washington habe mit anderen Ländern Gespräche über Sicherheitsvorkehrungen für die US-Botschaft geführt, nachdem sie die verbliebenen Diplomaten aus dem lateinamerikanischen Land zurückgerufen habe. Caracas hatte nämlich den amerikanischen Diplomaten befohlen, Venezuela innerhalb von 72 Stunden zu verlassen.

Die Vereinigten Staaten haben nach den jüngsten politischen Entwicklungen des Landes bereits zahlreiche Sanktionen gegen Venezuela verhängt. Darunter leiden jedoch vor allem die einfachen Menschen. Washington hofft so den Druck auf die Regierung von Präsident Maduro erhöhen zu können und damit einen Volksaufstand gegen ihn zu erreichen.

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Venezuela wurde in den letzten Monaten von politischen Unruhen erschüttert. Im Januar verschärften sich die Spannungen, nachdem sich der Oppositionsführer Juan Guaido als „Interimspräsident“ Venezuelas ausgesprochen hatte. US-Präsident Donald Trump hat diese Selbstverkündung sofort anerkannt. Seitdem haben die USA die Spannungen gegen das ölreiche Venezuela eskaliert und eine militärische Option zur Absetzung der Regierung Maduros nicht ausgeschlossen.

Das venezolanische Militär hat seine Unterstützung für Maduro trotz der US-Drohungen erneut bestätigt. Allerdings sind bereits einige hochrangige Militärs zur Opposition übergelaufen, nachdem Guaido verkündete, eine Amnestie für Überläufer zu gewähren.

Die venezolanische Opposition beschuldigt Maduro für eine angeschlagene Wirtschaft, Hyperinflation, Stromausfälle und Mangel an grundlegenden Dingen und fordern ihn zum Rücktritt auf. Maduro wirft der Opposition vor, mit Unterstützung der USA versucht zu haben, einen Staatsstreich durchzuführen und verweist auf die US-Sanktionen, welche die Lage im Land dramatisch verschlechtern.

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