Der russische Präsident, Wladimir Putin - public domain

Nur der besonnenen geopolitischen Haltung Wladimir Putins ist es zu verdanken, dass die USA und die NATO nicht längst schon einen dritten Weltkrieg vom Zaun gebrochen haben. Wer und was kommt, wenn er nicht mehr Russlands Präsident sein wird?

Von Marco Maier

Gerade im Westen ist Wladimir Putin ein beliebtes Feindbild. Politik und Medien lassen nichts unversucht, um den russischen Präsidenten zu diskreditieren und zu desavouieren. Dabei dürfen die Menschen froh sein, dass Putin im Kreml sitzt und nicht ein Hitzkopf, der auf die andauernden Provokationen Washingtons und der NATO mit aller Schärfe reagiert. Doch dem westlichen Establishment ist das egal – denn Putin hat die Eroberung Russlands durch die westliche Finanzoligarchie verhindert, die von seinem Amtsvorgänger Boris Jelzin gestartet wurde.

Wie hätte ein etwas hitzköpfiger russischer Präsident beispielsweise auf den vom Westen massiv unterstützten Maidan-Putsch reagiert, der das Ziel hatte, das osteuropäische Land in die NATO zu integrieren, um so Raketenbatterien bis auf wenige hundert Kilometer vor Moskau zu stationieren? Hätte ein anderer Politiker die Truppen in die Ukraine einmarschieren lassen? Man stelle sich vor, Russland oder China würden einen Regime-Change in Mexiko unterstützen, der dann pro-russische bzw. pro-chinesische Kräfte an die Macht bringt, wodurch diese dann militärische Außenposten samt Raketenbatterien direkt an der Grenze zu den USA stationieren könnten. Man muss nur an die Kuba-Krise in den 1960ern denken…

Wir alle zusammen sollten froh darüber sein, einen so besonnenen Strategen im Kreml sitzen zu sehen, der trotz all der westlichen Aggressionen und Anfeindungen immer noch das Gespräch sucht und so gut es geht nicht auf die ganzen Provokationen eingeht, mit denen er immer wieder konfrontiert wird. Doch die Ära Putin wird irgendwann enden. Ohne Verfassungsänderung ist er im Jahr 2024 mit seinen Amtszeiten durch. Mit Anfang 70 wäre er dann auch in seiner verdienten Pension. Und dann?

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Noch ist kein potentieller Nachfolger für Putin in Sicht. Erneut Medwedjew, der Ministerpräsident Russlands und Vorsitzender der Partei Einiges Russland? Unwahrscheinlich. Er hat sich in seiner Amtszeit als Staatschef (wo er mit Putin die Posten tauschte) nicht gerade mit Ruhm bekleckert und sich von den Franzosen bezüglich Libyen über den Tisch ziehen lassen.

Sollte der Stratege Putin tatsächlich nicht mehr kandidieren wollen, müsste er einen geeigneten Nachfolger präsentieren, von dem er glaubt, die Supermacht auch nach seinem Ausscheiden aus der Politik führen zu können, ohne sich durch den Westen in einen dritten Weltkrieg treiben zu lassen. Man kann nur darauf hoffen, dass Wladimir Wladimirowitsch Putin einen passenden Kandidaten findet, der auch bei den Russen selbst auf entsprechende Unterstützung stößt und so das Erbe des Ausnahmepräsidenten würdig fortführt.

Doch wer und was kommt, wissen wir nicht. Deshalb ist es notwendig, sich auch auf das Schlimmste vorzubereiten…

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10 KOMMENTARE

  1. Ein sehr guter Artikel, der die Gesamtsituation präzise trifft.

    Mit dem Zeitpunkt für die Benennung eines möglichen Nachfolgekandidaten ist es eine verzwickte Sache. Wird er zu früh benannt, dann haben die Feinde Russlands mehr Zeit, ihn noch vor der Wahl zu diskreditieren.

    Wird er zu spät benannt, dann kann es sein, dass er nicht den erforderlichen Bekanntheitsgrad in der eigenen Bevölkerung hat.

    Auch da kann man nur hoffen, dass Putin das richtige Gespür hat.

  2. Guter Artikel, hab vor einigen Tagen erst darüber mit einem Freund gesprochen.
    Russland hat einen echt guten Präsidenten. Und wir können froh sein, dass da jemand sitzt der so entspannt ist und die provokationen der Amis so clever gegen die Wand laufen lässt.

  3. Vermutlich wird er die Weichen mit den geeigneten Nachfolgern richtig stellen, denn er weiß ganz genau, daß dann der Deckel in diesem Vielvölkerstaat hochgehen könnte, geschweige denn die Gefahr von den inneren und äußeren Feinden noch zu berücksichtigen, aber für Rußland ist er ein Glücksfall sondersgleichen und bedauerlicherweise gibt es in den seltensten Fällen zweimal das große Los und auch wir könnten davon betroffen sein, je nach dem was kommt, hoffentlich bleibt er Rußland und Europa noch lange erhalten, was danach kommt kann immer ein Risiko darstellen.

  4. Ihr seid so lächerlich…Putin ist der größte Blender und Lügner den die Politik gesehen hat. Und was die Ukraine angeht: Freiheit für die Ukraine!!!! Wir haben uns klar entschieden. Pro Westen. Alle Russen sind gerne als Gast gesehen, nicht aber Putin und seine Speichellecker….

    • Alle Pleitestaaten wollen dem Westen und der EU angehören und zündeln dafür was das Zeug hält.
      Schade, das uns – das Volk – niemand fragt.

    • Sie haben zwar in kleinster Weise recht, in einer Demokratie darf sogar jeder Holzkopf den größten Stuss von sich geben.

    • Naja Maxim,

      da du ja so gut deutsch schreibst, lebst du vermuttlich auch hier in der EU. Da kann man sehr großkotzig Sprüche klopfen!

      Fahr mal in die Ukraine und versuche mal von dem Mindestlohn von 100 Euro einen Monat lang zu leben, mit den Preis wie in Deutschland, du Labertasche!

  5. Wenn nicht Russland, dann eben China oder oder.-
    Die USA haben sich zu einem weltweiten Terror-Imperium entwickelt, das der Welt alles außer Frieden bringt. Der Welt die Freiheit bringen wollen und hat zugleich die höchste Inhaftierungsquote. Ein Land, dessen militärisch-industrieller Komplex einen Anteil am BIP von über 50 Prozent hält, wird der Welt niemals Frieden bringen.

  6. Halte die Sorgen von M.M. für sehr berechtigt. Und ja, die Schwelle zum WWlll könnte sehr bald ueberschritten sein. Denkbar ist jedoch auch folgendes Szenario:
    Das von M. M. befürchtete Szenario könnte eintreten, jedoch ganz anders verlaufen:
    – nach einer Provokation bekommen die Zauberlehrlinge ob der dann angemessenen Reaktion eine dermaßen auf die Mütze
    Z.B. 3-5 Flugzeugträger versenkt, Expeditionskorps zu 60% pulverisiert, der lauffähige Rest verliert Schuhe und Strümpfe auf der Flucht
    – die bisher schlafende Bevölkerung der degenerierten Westdemokratien wird plötzlich munter, und setzt in einem Anfall von Überlebenswillen ihre mit machen den Eliten fest, Aburteilungen vor Volkstribunalen laufen an
    – die Aushängeschilder des tiefen Staates in den USA werden zu Gejagden
    – den Verursachern des Waffenganges wird vor dem Gang zum Schafott eine Pause zum Tausch der U-Waesche erlaubt
    CN wird von den UN mit der Verwaltung und Demilitarisierung der USA beauftragt.

  7. Leute, die nicht alles machen, was andere gerne von ihnen hätten, sind aus der Art geschlagen und gehören bekämpft.Unsere Erde ist sicher nicht mit Politikern gesegnet, die für die Erde und ihre Bewohner arbeiten. Aber nachdem alles Negative verherrlicht wird und entsprechend belohnt wird, können auch Wundermenschen nicht viel ändern. Negativ siegt. Wenn man nur kurz positive Handlungen sieht, sollte man immer gleich Fahnen hissen. Bleiben positive Zustände selten lange.

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