Indiens Premierminister Narendra Modi zu Besuch in Washington bei Präsident Donald Trump. Bild: Youtube

Washington versucht Indien erneut unter Druck zu setzen. Erst wollte man dem Land den Import von iranischem Öl verbieten, nun soll es auch kein venezolanisches Öl mehr kaufen.

Von Irina Slav / Oilprice.com

Die Vereinigten Staaten haben Indien dazu gedrängt, den Kauf von Rohöl aus Venezuela zu stoppen, um den Entferung von Präsident Nicolas Maduro aus seinem Amt zu beschleunigen, was Washington vor kurzem zur obersten Priorität in Lateinamerika gemacht hat.

„Wir sagen, Sie sollten diesem Regime nicht helfen. Sie sollten auf der Seite des venezolanischen Volkes sein“, sagte der US-Gesandte für Venezuela, Elliott Abrams, in einem Interview mit Reuters.

Washington hat sich rasch hinter den Präsidenten der Nationalversammlung in Caracas gestellt, Juan Guaido, der sich Ende Januar zum Interimspräsidenten ausrief und zu neuen, transparenten Wahlen aufrief.

Indien ist nicht das einzige Land, welches von der Trump-Regierung dazu gedrängt wird, die Ölverbindungen mit Venezuela abzubrechen, um den Zugang der Maduro-Regierung zu Geld einzuschränken – aber es könnte das wichtigste sein.

Reuters erinnert sich daran, dass Indien nach den Vereinigten Staaten selbst der zweitgrößte Abnehmer von venezolanischem Rohöl ist. Dieser Strom ist ausgetrocknet, als in den USA ein neues Konto eingerichtet wurde, um Zahlungen für venezolanische Rohölimporte in das Land abzuwickeln und dieses Geld dem Guaido-Lager zugänglich macht.

Indien ist jedoch möglicherweise weniger bereit, das zu befolgen, was Washington verlangt: Die Vereinigten Staaten wollen nämlich auch, dass Indien den Import von iranischem Öl aufhört, und Präsident Donald Trump hat letzte Woche signalisiert, dass ein neuer Handelskrieg bevorsteht, diesmal mit Indien.

„Ich mache diesen Schritt, weil ich nach einem intensiven Engagement zwischen den Vereinigten Staaten und der indischen Regierung entschieden habe, dass Indien den Vereinigten Staaten nicht versichert hat, dass es einen gerechten und angemessenen Zugang zu den Märkten Indiens bieten wird“, schrieb Trump ein Schreiben an den Präsidenten des Repräsentantenhauses und den Präsidenten des Senats.

Inzwischen verhandelt Indien über eine Verlängerung der Sanktionsverzicht für den Iran, so dass es weiterhin iranisches Rohöl mit der derzeitigen Rate von 300.000 Bpd importieren kann. Dies ist viel weniger als das, was er vor dem US-Sanktionen im vergangenen November aus dem Iran importiert hatte, aber offensichtlich unverzichtbar ist.

1 KOMMENTAR

  1. „USA: Indien soll kein venezolanisches Öl mehr kaufen“

    Wer so was über die Lippen läßt, pfeift auf eigenen Teilgebieten aus dem letzten Loch.
    Räuber Hotzenplotz Politik im 21. Jahrhundert.
    Das muß doch jedem einleuchten, daß demnach beim Betreffenden, der so auftritt, selbst was gewaltig im Argen liegen muß.
    Träume von „America first“ in der Schachtel auf dem Weg zum Sperrmüll?

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