S-400. Bild: © Sputnik / Sergei Malgavko
Expresszeitung.com - Jetzt abonnieren!

US-Regierungsvertreter haben die Türkei davor gewarnt, russische S-400-Raketen zu kaufen, da dies eine Sicherheitsbedrohung für die Mitgliedsstaaten der NATO bedeuten würde.

Von Marco Maier

Nicht identifizierte hochrangige US-Beamte, die am Donnerstag mit einer ausgewählten Gruppe von Journalisten unter der Bedingung der Anonymität gesprochen hatten, sagten, Ankaras Kauf der S-400 entspräche einer Bedrohung für die NATO-Mitgliedstaaten.

Die Nachrichtenagentur Reuters teilte mit, die nicht näher genannten US-Staatsbeamten hätten die Türkei wegen des Kaufs des F-35-Kampfflugzeugs gewarnt. Das Abkommen werde annulliert, wenn Ankara den Kauf des russischen S-400-Raketensystems durchführe.

Die US-Beamten sagten, dass F-35-Kampfjets nicht neben den in Russland hergestellten Systemen eingesetzt werden können. Und warum? Weil diese dann gegebenenfalls Daten zu den Stealth-Jets sammeln können oder weil die Freund-Feind-Kennung so nicht funktionieren würde.

Die Türkei hat darauf hingewiesen, dass sie sich nicht von der Entscheidung zurückziehen wird, das in Russland hergestellte Raketensystem zu kaufen. Moskau hat bereits angekündigt, das russische Raketensystem S-400 im Oktober im südlichen Nachbarland zu installieren.

Türkische Regierungsvertreter sagten, dass sie dem Druck der von den USA angeführten NATO-Truppen nicht nachgeben würden und bestanden darauf, dass die Installation des S-400-Systems wie geplant verlaufen werde.

Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay sagte Anfang diesen Monats, Ankaras Entscheidung, die S-400-Flugabwehr-Raketensysteme zu kaufen, kann trotz Warnungen Washingtons, nicht beeinträchtigt werden. „Die Türkei tut, was im Hinblick auf das S-400-Raketenabwehrsystem, für ihre eigenen Interessen erforderlich ist“, betonte Oktay und fügte hinzu, dass Ankara sein Abkommen mit Russland nicht brechen werde.

Oktays Ausführungen kamen einen Tag, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte, Ankara werde sich nicht von dem Kauf der S-400-Raketenabwehrsysteme aus Russland zurückziehen. Ankara wolle auch zu einem späteren Zeitpunkt den Kauf von S-500-Systemen in Betracht ziehen.

In der Zwischenzeit hat Ankara Russland aufgefordert, die türkischen Luftabwehrsysteme zu verstärken, nachdem Washington schon 2015 beschlossen hatte, sein Patriot-Luftabwehrsystem von der türkischen Grenze abzuziehen.

8 KOMMENTARE

  1. In der Putschnacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 haben Nato Bomber Gebäude angegriffen von denen vermutet wurde, dass sich dort Vertreter der Regierung und Erdogan aufhalten würden. – Erdogan wurde aber gewarnt und entkam so dem false flag Staatsstreich.

    Und jetzt jammern die Amis, dass der Erdogan ihnen plötzlich mit russischen Flugabwehrsystemen kommt. Der Typ ist ja nicht doof und weiß wie man sich gegen derartige Bombardements zukünftig schützen kann.

  2. Da scheint aber die Großmut eines Allierten immer noch groß zu sein, denn wer Waffensysteme des vermeintlichen Gegners kauft und installiert kann nach normaler Definition nicht mehr Partner eines Bündnisses sein, denn das wird ja mit der Anschaffung dem Sinne nach konterkariert und die Antwort kann nur lauten, raus aus dem Bündnis, mit allen Konsequenzen, denn wer es so aufweicht, stellt eher eine Gefahr dar als Hilfe und ist vergleichbar mit jedem anderen Vorgang nach ähnlicher Manier und im Prinzip unzumutbar.

    • Konsequent zu Ende gedacht heißt das in ihrer Diktion, die die Russen als Gegner benennt, daß alle wirtschaftlichen Verbindungen zu lösen sind.
      Für Westeuropa wäre das der Energie Supergau.

    • Du hast keine Ahnung Achim, also lass bitte die kommentare.
      Die Grichen besitzen das Russiche S300 System. Und sind immer noch Partner.

      Besser informieren und nicht direkt losschreiben.

  3. Ein türkischer Falschspieler verarscht seinen Vorgesetzten-Falschspieler. Ein Zersetzungsprozess in seiner feinsten Duftnote, wenn ich mal wie Yücksel sülzen darf.

  4. Eckart du bist genial, du weißt wie der Hase läuft, weiter so.Kollege Achim scheint noch im dunkeln zu tappen, die Griechen haben S 300 Flugabwehrsystem und sind auch in der Nato.Ziel ist es für die Amis das man von ihnen abhängig ist.mfg

  5. @Achim
    „denn wer Waffensysteme des vermeintlichen Gegners kauft und installiert kann nach normaler Definition nicht mehr Partner eines Bündnisses sein,“

    Ein Verbündeter, der die Schwesterorganisation, einer gegen den Verbündeten kämpfenden Terrorgruppe mit Waffen beliefert, stellt eher eine Gefahr dar als Hilfe. Definieren Sie doch mal das.

    „die Antwort kann nur lauten, raus aus dem Bündnis, mit allen Konsequenzen“
    Was wären denn die Konsequenzen für Europa, die Nato, den Nahen Osten und Russland?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here