Eine F-15S Eagle der Royal Saudi Air Force.

Der Nahe Osten rüstet auf. Saudi-Arabien führt die Riege an und avancierte mittlerweile zum weltweit größten Waffenkäufer. Doch wie lange können sich die Saudis das noch leisten?

Von Marco Maier

Während die USA nach wie vor der größte Exporteur von Rüstungsgütern weltweit sind, avancierte Saudi-Arabien mittlerweile zum größten Importeur von Kriegswaffen. Alleine in den letzten fünf Jahren haben sich die Waffenkäufe der islamistischen Golfdiktatur mit einem Plus von 192 Prozent fast verdreifacht.

Grund für die enorme Zunahme beim Kauf von Rüstungsgütern ist unter anderem der anhaltende Krieg gegen den Jemen und die Kriegsvorbereitungen gegen den Iran. Hinzu kommt der Umstand, dass das Land keine eigene Rüstungsindustrie besitzt, sondern auf Zulieferungen vom Ausland angewiesen ist.

Deutschland hat mittlerweile bereits wegen der saudi-arabischen Aggression gegen den Jemen und der Kriegsverbrechen dort ein Verkaufsverbot von Rüstungsgütern gegen den wahhabitischen Gottesstaat verhängt. Ein Schritt, den die anderen Waffenexporteure bislang noch nicht gehen wollen, weil die Rüstungsindustrie in Ländern wie den USA, Großbritannien oder Frankreich deutlich mehr Einfluss auf die Politik hat als es in Deutschland der Fall ist.

Doch auch dort – zumindest in den USA und in Großbritannien – beginnt sich wegen der Kriegsverbrechen im Jemen gesellschaftlicher und politischer Widerstand gegen die Rüstungsexporte zu regen. Das heißt, die Saudis müssten auf Russen oder Chinesen ausweichen, um weiterhin dermaßen aufrüsten zu können. Doch das wollen viele einflussreiche Politiker verhindern.

Es stellt sich allerdings auch die Frage, wie lange die Saudis die hohen Rüstungsausgaben, die immerhin zehn Prozent ihrer Wirtschaftsleistung ausmachen, überhaupt noch stemmen können. Bereits seit einiger Zeit leidet das Land unter den vergleichsweise niedrigen Ölpreisen und gleichzeitig extrem hohen Staatsausgaben, so dass die Staatsführung um Ausgabenkürzungen nicht herumkommen wird, sollte es die über Jahrzehnte aufgebauten Finanzreserven nicht binnen weniger Jahre aufbrauchen wollen.

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