Eine Tu-22M3. Bild: Max071086 CC BY-SA 3.0

Weil die auch als Angriffswaffen einsetzbaren US-Flugabwehrsysteme in Rumänien das militärische Gleichgewicht in der Region verändern, werden nun Tu-22M3-Kampfbomber auf der Krim stationiert.

Von Marco Maier

Die Militarisierung Osteuropas durch die USA und die NATO sorgt in Moskau für Beunruhigung. Auch der in Rumänien installierte „Raketenschild“ des US-Raketenabwehrsystems „Aegis Ashore“ gehört dazu. Deren universellen vertikalen Startanlagen Mk-41 können auch zum Abschuss von Langstrecken-Marschflugkörpern und Tomahawks zu Angriffszwecken benutzt werden. Der Vorsitzende des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des russischen Föderationsrats, Viktor Bondarew, bezeichnet dies laut „Sputnik“ als große Herausforderung für Russland.

„Dieser Schritt hat das Kräftegleichgewicht in der Region völlig verändert“, so Bondarew zur russischen Presse. Deshalb habe das russische Verteidigungsministerium beschlossen, eine Tu-22M3-Staffel auf dem Luftwaffenstützpunkt Gwardeskoje auf der Krim zu stationieren. Dank ihrer Kampfreichweite und der Reichweite der Marschflugkörper, die sie an Bord haben, seien die sich auf der Krim befindenden Bomber im Stande, Flug- und Raketenabwehrsysteme „an jedem beliebigen Ort Europas“ zu vernichten, erklärte er weiter.

Bondarew teilte auch mit, dass man die Flugzeuge in den nächsten Jahren modernisieren und mit „neuen Typen von Flugkampfmitteln“ ausrüsten wolle. Das werde sie in ein „universales Mittel“ verwandeln, mit welchem „ein Schlag auf Objekte aller Typen in einer Entfernung von bis zu Tausenden Kilometern versetzt“ werden könnte.

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Es ist davon auszugehen, dass die westliche NATO-Presse diesen Schritt Moskaus aufs Schärfste kritisieren wird, obwohl die Russen damit lediglich auf die militärische Ausdehnung der USA und der NATO reagieren. Bondarew betonte deshalb: „Wären die Krim und Sewastopol nicht rechtzeitig wieder zu einem Teil Russlands geworden, würden sie unter dem US-Protektorat stehen. Die amerikanische ‚Metropole‘ würde dort blitzschnell ihre Kampfsysteme stationieren“.

Im Falle eines Krieges würden dann Hindernisse für russische Schiffe errichtet, beispielweise der Boden des Bosporus vermint. In diesem Fall würde Russlands Marine ihre Kampfaufgaben nicht erfüllen können. „Heute ist das ausgeschlossen“, so Bondarew. Ihm zufolge kontrollieren Raketensysteme Iskander die gesamte Schwarzmeerküste, einschließlich des Bosporus.

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