Pakistan: „Indien leidet unter Kriegshysterie“

Der pakistanische Premierminister warnt davor, dass der indische Nachbar offenbar unter Kriegshysterie leide. Er wirft der indischen Regierung vor, den Konflikt für den Wahlkampf zu nutzen.

Von Marco Maier

Seit dem tödlichen Anschlag von pakistanischen Islamisten im indischen Kaschmir wachsen die diplomatischen Spannungen zwischen Pakistan und Indien. An der Grenze gibt es immer wieder Gefechte und selbst indische Flugzeuge wurden abgeschossen. Doch eine Besserung ist derzeit nicht in Sicht.

In den letzten Wochen vor der Parlamentswahl haben der indische Premierminister Narendra Modi und seine hinduistisch-nationalistische Partei Bharatiya Janata ihre kriegerische Rhetorik verstärkt. Man hofft darauf, stark zu erscheinen, bevor sich Hunderte Millionen Wähler an den Wahlurnen entscheiden.

Der pakistanische Premierminister Imran Khan blickt besorgt über die Grenze und sagte der Financial Times, er fürchte, vor der Wahl könnten weitere Feindseligkeiten ausbrechen. Indien sei von „Kriegshysterie“ erfasst, sagte er. „Ich bin vor den Wahlen immer noch besorgt. Ich glaube, dass etwas passieren könnte“, sagte Khan in seinem Büro in Islamabad.

Khan räumte ein, dass Pakistan alles in seiner Macht Stehende tun müsse, um islamistische Terrorzellen wie die Jaish-e-Mohammad zu vernichten, aber er bestand darauf, dass der pakistanische Staat keine Verbindungen zur Gruppe hat und dass Modi aggressiv gehandelt hat, indem er als Vergeltung für den tödlichen Terroranschlag eine Rakete auf pakistanischem Boden abfeuern ließ. Das „neue Pakistan“ sei gegen Terroristen vorgegangen, betonte er.

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Khan schob die Schuld für den tödlichen Angriff auf die von ihm als „anti-muslimisch“ bezeichnete Regierung von Premierminister Modi zu, und dessen hartnäckige Politik im indisch verwalteten Kaschmir, welches mehrheitlich muslimisch besiedelt ist und von beiden Ländern ganz beansprucht wird.

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„Es gibt Jaish-e-Mohammad in Indien. Der Junge, der sich in die Luft gesprengt hat, der 19-jährige Junge, war ein indischer Kashmiri“, sagte Premierminister Khan. „Seine Eltern sagten, er sei durch Misshandlungen durch die Sicherheitskräfte radikalisiert worden. Es war also ein indischer Junge, eine indische Operation, ein indisches Auto und ein indischer Sprengstoff. Warum wurde Pakistan die Schuld gegeben?“

Doch in Wahlzeiten sucht man oftmals vergeblich nach Vernunft. So lange die Wahlen in Indien nicht geschlagen sind, bleibt die Lage angespannt und unter Umständen könnte „menschliches Versagen“ zur falschen Zeit am falschen Ort dazu führen, dass der Konflikt zwischen den beiden Atommächten tatsächlich zu einem ausgewachsenen Krieg eskaliert.

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