Ölraffinerie bei Nacht. Bild: Flickr / Dirigentens CC-BY 2.0
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Die Ölimporte Südkoreas aus dem Iran erreichen wieder nahezu jene Werte, die vor Verhängung der US-Sanktionen gegen das Land erzielt wurden. Die Ausnahmeregelung läuft allerdings im Mai aus.

Von Marco Maier

Innerhalb eines Monats haben sich die Importe von iranischem Öl nach Südkorea, einem langjährigen Vasallen der USA, wieder vervierfacht, nachdem sie zuvor erst im November infolge von US-Sanktionen und Strafandrohungen Washingtons gegen Importeure stark sanken. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap vermeldet, erreichten die Februar-Importe damit beinahe wieder jenes Niveau, welches sie vor der Implementierung der Sanktionen erreichten.

Im vergangenen Monat importierten koreanische Raffinerien Rohöl im Wert von 476 Millionen US-Dollar aus dem Iran, mehr als das Vierfache des im Januar eingeführten Volumens, zeigten die am Dienstag veröffentlichten Daten des koreanischen Zolldienstes am. Südkoreanische Unternehmen importierten im Januar nur 101,2 Millionen US-Dollar an iranischem Rohöl. Das ist weniger als ein Fünftel der Einkäufe aus dem Iran im Wert von 539 Millionen US-Dollar, die der fünftgrößte Rohölimporteur der Welt in den ersten sieben Monaten des Jahres 2018 durchschnittlich monatlich hatte.

Die Koreaner importieren vor allem sogenanntes „Kondensat“ aus dem Iran, welches mehr als zwei Drittel der Ölimporte aus dem von den USA sanktionierten Land ausmacht. Es handelt sich hierbei um ein sehr leichtes Öl, welches vor allem in der petrochemischen Industrie (u.A. zur Herstellung von Kunststoffen) eingesetzt wird. Doch die Amerikaner erlauben den Koreanern nur noch maximal 200.000 Barrel pro Tag an Kondensat-Importen, während das Land eigentlich rund 300.000 Barrel pro Tag davon aus dem Iran importieren würde – plus 100.000 Barrel pro Tag an normalem Erdöl.

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Doch die Ausnahmeregelung für Südkorea erlischt im Mai. Für die petrochemische Industrie des Landes ist das eine Katastrophe, da der Iran als günstiger und zuverlässiger Lieferant gilt, der auch gute Konditionen anbietet. Doch im Gegensatz zu China oder Indien kann Südkorea nicht so stark gegen die Amerikaner opponieren, da es von den Wirtschaftsbeziehungen auch abhängig ist.

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