Für Netanjahu ist Israel der Staat „des jüdischen Volkes“.

Von Jason Ditz / Antikrieg

Um des internationalen Ansehens willen versucht der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, sich als Führer der rechten Mitte zu positionieren, der bereit ist, über Frieden zu sprechen. All dies fliegt jedoch aus dem Fenster, wenn ein Wahlkampf läuft. Netanjahu verschiebt sich drastisch nach rechts und verteufelt nicht nur die besetzten Palästinenser, sondern auch Israels eigene arabische Minderheit.

Wenn es im nächsten Monat keine Wahlen gäbe, würde Israel ein großes Theater um die Gleichbehandlung seiner arabischen Minderheit machen. Stattdessen versucht Netanjahu, die Wähler mit der Vorstellung zu erschrecken, dass seine politischen Rivalen Araber in die Regierung lassen könnten. Als der Schauspieler Rotem Sela dies kritisierte und feststellte, dass die Araber angeblich gleich sein sollten, und was wäre, wenn sie in der Regierung wären, feuerte Netanjahu zurück, dass Israel nie dazu bestimmt war, „ein Staat aller seiner Bürger“ zu sein.

Das klingt nach der Art von Dingen, die ein Staatsoberhaupt im Allgemeinen für sich behalten würde. Mit Blick auf die Stimmen der extremen Rechten steuert Netanjahu jedoch in die Erzählung, dass Israel ein Staat „nur für jüdische Menschen“ ist und sagt, dass jeder, der etwas anderes dachte, „leicht verwirrt“ sei.

Damit ist Israels Verfolgung und Verteufelung seiner Minderheiten weit davon entfernt, ein unglückliches Ergebnis jahrzehntelanger regionaler Auseinandersetzungen zu sein, sondern vielmehr eine sehr planmäßige Vorgehensweise für die regierende Koalition. Aus Netanjahus Sicht können solche Minderheiten nie hoffen, überhaupt eine repräsentative Position innerhalb einer Regierung einzunehmen.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Netanjahu eine Position einnahm, die weit von dem entfernt war, was er lange Zeit gefordert hatte. Während der Wahlen 2015 stellte Netanjahu die Idee in Abrede, dass die Palästinenser jemals ihren eigenen Staat bekommen würden. Nachdem er seine rechtsextreme Koalition gesichert hatte, wich er von dieser Haltung ab.

1 KOMMENTAR

  1. Es wäre auch im Sinne von Europas Bürgern, wenn dem Ministerpräsidenten Israels von der eigenen Justiz der Prozeß gemacht würde. Anklage sei bereits erhoben, so hieß es in diversen Gazetten, sollte es zu einer Verurteilung kommen, wäre eine Wiederwahl wohl unmöglich.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here