Nach dem Absturz der Ethiopian Airlines-Maschine in Äthiopien hat Peking die chinesischen Airlines aufgefordert, die in ihren Flotten befindlichen Boeing 737 am Boden zu lassen. Man will sie untersuchen.

Von Marco Maier

Der gestrige Absturz einer Boeing 737 MAX 8 kurz nach dem Start in Addis Ababa, bei dem alle 157 Personen an Bord ums Leben kamen, hat für den amerikanischen Flugzeugproduzenten ein Nachspiel. Immerhin war es der zweite Vorfall mit diesem Typ in nur fünf Monaten. Nun hat die chinesische Regierung offenbar angeordnet, sämtliche Flugzeuge dieses Typs nicht mehr in Betrieb zu nehmen, um eine umfassende Inspektion vorzunehmen.

Das chinesische Medienunternehmen Caijing berichtete als erstes über die Entscheidung und berief sich dabei auf Quellen der inländischen Luftverkehrsbranche Chinas. Die 737 MAX, die vierte Generation der Boeing 737-Linie mit schmalem Körper, wurde erstmals im Jahr 2016 geflogen. Die Absturzserie sei extrem suspekt, so Analysten gegenüber dem chinesischen Medium.

Der erste Absturz ereignete sich Ende Oktober, als eine von Lion Air betriebene 737 MAX in die Java-See stürzte und fast 200 Menschen an Bord starben. Vor dem Absturz hatte die Besatzung ungewöhnliche Aktivitäten im Jet gemeldet, darunter die unerwartet nach unten gerichtete Flugzeugnase, was auf ein fehlerhaftes Datensystem zurückgeführt wurde. Dieser Absturz wird allerdins noch untersucht. Sollte der Ethiopian-Absturz auf dasselbe Problem zurückzuführen sein, könnte es für Boeing teuer werden. Immerhin sind viele dieser Flugzeuge bereits bei den unterschiedlichsten Airlines im Dienst.

Obwohl es möglich ist, dass die beiden Unfälle ein Zufall sind, ist die Tatsache, dass zwei brandneue Flugzeuge involviert waren, besonders besorgniserregend. Nun fragt man sich vor allem in China, ob es sich hierbei um das Resultat eines Konstruktionsfehlers handelt. Ethiopian Airlines, welches den unglückseligen Flug ET302 nach Nairobi durchführte, hat den besten Sicherheitsstandard aller Fluggesellschaften in Afrika. Dessen CEO sagte auf einer Pressekonferenz am Sonntag, dass die 737 MAX der Airline weiterhin in der Luft bleiben würden.

Sollte es sich bei den Untersuchungen zu den Abstürzen der beiden 737 MAX herausstellen, dass ein technisches Problem vorliegt, wird Boeing nicht darum herumkommen, sämtliche dieser Maschinen nicht mehr starten zu lassen, bis eine Lösung dafür gefunden wird. Doch es ist aus Sicht des Unternehmens verständlich, mit solch einem Schritt zu warten, bis tatsächlich eine Ursache für die beiden Abstürze gefunden wurde. Hier geht es immerhin um sehr viel Geld.

Andererseits besteht für tausende Passagiere und die Crews weltweit ein großes Risiko, wenn sie mit diesen Maschinen fliegen. Was, wenn bis zur Veröffentlichung endgültiger Ermittlungsergebnisse weitere Flugzeuge aufgrund technischer Fehler abstürzen und hunderte weiterer Menschen sterben, weil nicht früh genug die Reißleine gezogen wurde?

1 COMMENT

  1. Im Bewußtsein, dass die neueren Flieger „bei Bedarf“ von außen gesteuert werden können, kann ich mich in solche Alukisten nicht mehr begeben. MH-370, GermanWings etc…………………..

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