US-Marines in Afghanistan. Bild: US Marines, public domain

Einem Bericht der „New York Times“ zufolge könnte der Afghanistan-Krieg bereits in wenigen Jahren beendet werden. Grundlage ist ein US-Friedensplan mit den Taliban.

Von Marco Maier

Während das amerikanische Militär einen Großteil seiner Truppen aus Syrien abzieht, ein Prozess, der voraussichtlich im nächsten Monat abgeschlossen sein wird, wird sich Präsident Trump wahrscheinlich darauf konzentrieren, Amerikas hartnäckigsten „ewigen Krieg“ abzuschaffen: Der Kampf gegen die Taliban in Afghanistan. Dieser dauert nun schon rund 18 Jahre an und hat hunderte Milliarden Dollar verschlungen, ohne jedoch auch nur ansatzweise Erfolge zu bringen.

Nachdem die Verhandlungspartner im vergangenen Monat zumindest eine grundsätzliche Vereinbarung mit den Taliban getroffen hatten, veröffentlichte die New York Times am Donnerstag einen Bericht über die nächsten Schritte. Sie zitierte eine Gruppe anonymer europäischer und US-amerikanischer Beamter, die eine breit gefächerte Bilanz eines Abzugsplans zeigt, der rasche wachsende Unterstützung in Washington und Brüssel erhält.

Demnach soll es eine Aufteilung der Macht zwischen den Taliban und der aktuellen Regierung geben, sowie ein Ende der Kämpfe zwischen den Fraktionen. Die USA werden zudem bereits in den kommenden Monaten ihre Truppen von rund 14.000 auf 7.000 halbieren und ihren Fokus von der „Aufstandsbekämpfung“ auf „Antiterroroperationen“ verlagern.

Schließlich fordert der Plan, dass alle europäischen und US-amerikanischen Truppen in fünf Jahren Afghanistan verlassen müssen, während die USA und Europa weiterhin eine gewisse finanzielle Unterstützung für das afghanische Militär leisten würden. Bis der Abzug abgeschlossen ist, werden US-Truppen weiterhin Angriffe auf Al-Qaida- und ISIS-Truppen in Afghanistan durchführen, einschließlich der Zusammenarbeit mit afghanischen Kommandos.

Der Rückzug aus Afghanistan sorgt dafür, dass das US-Militär sich stärker auf andere Einsatzregionen konzentrieren kann. Immerhin gibt es noch genügend andere Regionen, in denen die Amerikaner ihre Interessen durchsetzen wollen – darunter auch die Herausforderung durch China, welches den globalen Hegemonialanspruch der USA infrage stellt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here