Recep Tayyip Erdogan. Bild: Flickr / Recep Tayyip Erdogan - Public Domain
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Der türkische Präsident lehnt die israelischen Ansprüche auf die Golanhöhen rigoros ab und will die Sache vor die Vereinten Nationen bringen. Trumps Erlass sei ein Wahlgeschenk für Netanjahu.

Von Marco Maier

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat versprochen, die Forderung des israelischen Regimes über die besetzten Golanhöhen bei den Vereinten Nationen vorzutragen, da der US-Präsident die Souveränität Tel Avivs über das syrische Gebiet anerkennt und dies auch festschreiben will. Der Landstrich wurde während des Sechs-Tage-Kriegs von Israel besetzt und schlussendlich in dessen Staatsgebiet integriert.

Erdogan äußerte sich in einem Interview mit dem türkischen Sender TGRT Haber am Sonntag. Er sagte dabei, US-Präsident Donald Trumps Erklärung zu den Golanhöhen sei ein „Geschenk“ an den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu vor den dortigen Wahlen. Der Regierungschef sieht sich widrigen Umständen und Korruptionsermittlungen gegenüber, die seine Wiederwahl gefährden.

Netanjahu drängte schon die ganze Zeit über auf die Anerkennung der israelischen Gebietsansprüche durch Washington und konnte sich sicher sein, nach der Jerusalem-Entscheidung Trumps auch in dieser Sache auf wohlwollende Ohren zu stoßen. Immerhin ist die neokonservative US-Administration von zionistischen Evangelikalen durchseucht, die auch aus religiösen Gründen das Wohl Israels über jenes ihres eigenen Landes stellen.

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In einer Rede auf einem Treffen der Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC) am Freitag sagte Erdogan, die Legitimierung der Besetzung der Golanhöhen könne nicht erlaubt werden. Am selben Tag sagte er auf einer Wahlkundgebung in der türkischen Zentralprovinz Konya: „Unter UN-Resolutionen kann Israel nicht einmal einen kleinen Teil der Golanhöhen beanspruchen.“ Und weiter: „Trumps Bemerkungen über die Golanhöhen könnten die Region zu einer neuen Eskalation führen. […] Das ist nicht akzeptabel.“

Die Äußerungen kommen, als Trump eine Unterzeichnung einer Anordnung zur Anerkennung der Souveränität des israelischen Regimes über den besetzten Golan unterzeichnet, wie Israels Außenminister Israel Katz es mitteilte. Demnach soll der Erlass heute Montag bei einem Treffen von Trump und Netanjahu veröffentlicht werden.

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7 KOMMENTARE

  1. Von der Wahrscheinlichkeit her dürfte er das gleiche Schicksal erleiden wie andere autoritäre Machthaber, denn vieles spricht gegen ihn, weniges dafür und mal sehen wie schnell ihn seine Verehrer fallen lassen, sollte er straucheln, denn dazu hat er sich in vielen Fällen reichlich ungeschickt verhalten und er hat viele Feinde, innen und außen und gegen Mächte wie die USA und ihr Großkapital kommt man auf Dauer nicht an, wenn es um die Israelfrage geht, das hat er noch nicht richtig verstanden und andere haben es schon leidvoll erleben müssen.

  2. Korruptionsvorwürfe gegen den Premierminister Netanjahu? Offenbar funktioniert die Justiz in Israel um einiges besser, als bei uns.
    Bei uns gibt es nämlich unzählige POlitiker, aber offenbar ist kein einziger bestechlich, und das kann logischerweise nicht sein.
    Also immer brav in die Wahlzellen laufen, es lohnt sich. Fragt sich nur: „Für wen??“

  3. Wenn es darauf ankommt, dann zieht der „möchte gerne King“ seine Eier zurück. Das ist nur Wahlkampfgeplänkel…
    Was hat Erdogan denn dagegen zu setzen? Militärisch, wirtschaftlich… Er denkt, er wäre Putin oder XI Jinping.

  4. Die Golanhöhen sind nicht israelisch! Was für eine Doppelmoral ist das eigentlich? Während Russland für die Krim sanktioniert wird, bekommt Israel für die selbe Aktion in den Golanhöhen, auch noch volle Rückendeckung und Unterstützung von den USA. Kein Wunder, warum die USA keine Glaubwürdigkeit mehr besitzen.

    • Naja, dass ein Land, das zu 100% aus Landraub entstanden ist, einem Land, das zu 100% aus Landraub entstanden ist (historische Ansprüche hin oder her), den weiteren Landraub gutheißt, sollte wohl nicht weiter verwundern.

      Wenn Israel sich zumindest irgendwas ums Völkerrecht schert, dann würden zumindest eine Volksabstimmung abhalten am Golan, damit die Annektion zumindest legitimiert ist.

  5. Haha, vor die UNO bringen. Der ist gut. Und dann?

    Der österreichische Kabaretist Karl Farkas hatte es mal treffend auf den Punkt gebracht: Treten zwei kleine Staaten mit einem Konflik vor die UNO, verschwindet der Konflikt. Treten ein großer und ein kleiner Staat vor die UNO, verschwindet der kleine Staat. Treten zwei große Staaten vor die UNO, verschwindet die UNO.

    Was will Erdogan dort bewirken, wenn die USA die treibende Kraft hinter dem ganzen sind? Auch wenn Russen (und vermutlich China) strikt dagegen sind… tja, dann verschwindet halt die UNO. Ich denke nicht, dass man mittelfristig Israel aus dem Golan vertreiben kann, außer mit brutaler Gewalt. Und das wäre schon alleine angesichts der Samson-Option keine gute Wahl.

  6. Na dann sollte Diktator Erdogan den Kurden und den Armeniern ihre Heimat wieder geben wenn er denn soooo Diplomatisch ist !!!

    Laßt Euch alle nicht verarschen, auf diesem Planeten wird guter Bulle, böser Bulle gespielt von den NWO-Freaks.
    Die hündischergebenen und feigen Politdarsteller machen nur was deren Herren befehlen um die Menschheit zublenden, zuverwirren und somit zuspalten.
    Die führenden Religionszombies sind auch mit dabei solche Zustände zuschaffen.
    Alles nur Lug und Trug !

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