EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani - Bild: Flickr / European Parliament CC BY-NC-ND 2.0
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Der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, wurde erneut als Sympathisant des italiensichen Faschismus enttarnt. Die Regierung von Benito Mussolini habe gute Dinge für Italien getan, kam es aus seinen Munde.

Von Redaktion

Der italienische EU-Politiker lobte die Politik des berüchtigten Diktators und Verbündeten Adolf Hitlers während des Zweiten Weltkriegs vorsichtig, als er in einer populären Radio-24-Sendung auftrat, berichtet RT. Tajani räumte ein, dass Mussolini eine Menge schrecklicher Dinge getan habe – von der Vereinigung mit Nazi-Deutschland, was für Italien Selbstmord war, über die Auferlegung antijüdischer Rassengesetze, bis hin zu einem möglichen Auftragsmord am politischen Gegner Giacomo Matteotti, der von Mitgliedern der faschistischen Geheimpolizei getötet wurde.

Aber „er hat positive Maßnahmen zur Realisierung von Infrastrukturen in unserem Land unternommen“, sagte Tajani. Man muss objektiv sein. Ich bin kein Faschist, ich war nie ein Faschist und teile seinen politischen Gedanken nicht, aber wenn wir ehrlich sein müssen, baute er Straßen, Brücken, Gebäude … er forderte viele Teile unseres Italiens zurück.

Viele waren über seine Worte verärgert, darunter auch EU-Beamte. Einige sagten, er sei heimlich genau das, was er nicht sei – ein Sympathisant des Faschismus. Tajani reagierte auf die Kritik und bekräftigte, dass er antifaschistisch sei, die Kritiker würden nur seine Worte manipulieren. Er schrieb auf Twitter:

„Schande über diejenigen, die manipulieren, was ich angeblich über den Faschismus gesagt habe. Ich war schon immer ein überzeugter Antifaschist, ich werde es niemandem erlauben, mikr etwas anderes zu unterstellen. Die faschistische Diktatur, die Rassengesetze und die Todesfälle sind die dunkelste Seite der italienischen und europäischen Geschichte.“


Der italienische Politiker sah im Februar eine ähnliche Beschuldigungswelle über sich hereinbrechen, nachdem er an einer Zeremonie teilgenommen hatte, die an den Tod italienischer Soldaten zu erinnern, welche von jugoslawischen Partisanen während des Zweiten Weltkriegs getötet wurden. Einige Leute – darunter der slowenische Präsident und der Premierminister – sagten, die dort gehaltenen Reden, in denen die Morde mit ethnischen Säuberungen verglichen wurden, seien „historischer Revisionismus“.

Tajani entschuldigte sich damals dafür und sagte, er beabsichtige nicht, die Gefühle anderer zu verletzen:

„In meiner Rede wollte ich den Weg zu Frieden und Versöhnung zwischen den italienischen, kroatischen und slowenischen Völkern und ihren Beitrag zum europäischen Projekt aufzeigen.“

Mussolini war einer von vielen rechten europäischen politischen Führern, die sich mit Hitlers Nazi-Deutschland verbündeten und am Ende unter den Folgen litten. Für ihn erwies sich die Wahl als fatal, nachdem er von italienischen Partisanen gefangen und hingerichtet worden war. Anderen erging es besser. Der Spanier Francisco Franco blieb im Krieg neutral und blieb bis 1975 als geschätzter Verbündeter der NATO an der Macht.

Ob Tajani selbst, lange an der Macht bleibt, wenn er solche Aussagen wagt, ist fraglich.

7 KOMMENTARE

  1. ……aber wenn wir ehrlich sein müssen, baute er Straßen, Brücken, Gebäude …

    Ja, das wurde auch im Nazireich getan, so wie heute die TEN(Transeuropäische Netze) ausgebaut werden zum Zwecke daß Kriegsgerät schnell in zukünftige Kampfgebiete befördert werden kann.
    Eine NATOforderung die von der Politik umgesetzt wird. Damit kann „nachher“ ebenfalls behauptet werden daß die EU samt den Politikern etwas Positives an der Infrastruktur bewirkt haben.

  2. „Tajani räumte ein, dass Mussolini eine Menge schrecklicher Dinge getan habe – von der Vereinigung mit Nazi-Deutschland, was für Italien Selbstmord war, . . . “

    Jetzt auf die guten Taten von Mussolini oder A.H. einzugehen ist wie Benzin in Feuer nachzugießen.
    Das steht zeitgemäß nicht an.
    Aber eine rhetorische Giftnummer ist es, wenn heute eine Politikbanause Italiens, das Italien, das gegen Ende des 2. WK plötzich nach Wetterfahne die Seite gewechselt hat und mit Belohnung rauskam, anderen Geschichte anders rauskehrt, postwendend noch den Heiligenschein drauf setzt mit einem widerlichen Gesülze von:
    „die Vereinigung mit Nazi-Deutschland war für Italien Selbstmord.“
    Ja wo denn?
    Hat Italien Reparationszahlungen an jemanden geleistet wie Deutschland?
    Nicht daß ich wüßte.
    Wird Italien die Seite an Seite mit Adolf heute noch hochgerechnet?
    Nicht daß ich wüßte!
    Hitler hat Italien entgegen aller seiner Überzeugung “ ich hole alle deutschen Gebiete heim ins Reich“, was er auch getan hat,
    einzig allein Südtirol an Italien abgetreten.
    Bei wem liegt nun dieser Schaden? Auf der Seite des deutschen Sprachraumes oder bei den der Ita kern?

    Das Manko, das Italien durch Flucht an den Fronten im Osten anrichtete, wenn Schatten auftauchten und Deutsche auf sich alleine gestellt ließen, im Stich gelassen, mit ihren Motorrädern abhauten, hat er wohl nie gehört. Diese Lücken war auch der Durchbruch für die spätere Sieger.
    Daß Italien ein unnötigen Krieg mit Griechenland anzettelte und einging wo ihnen die Deutschen mit wichtigen Soldaten zu Hilfe eilen mußten, die sie dafür an anderen Frontabschnitten abziehen mußten, hat er auch nie gehört.
    Sowas ist nicht mal ein faschistisch, freundlich gesinnter Poitiker.
    Denn dann würde er die Zunge im Gaumen halten.
    Das ist ein geschichtsleerer Kopf, der einen Nebenplatz gleichgestellter hirnloser Köpfe im EU Parlament füllt.

    • Mussolinis „Wirken“ in Nordafrika wie auch im ehemaligen Abessinien scheint der Mann zu übersehen. Obwohl – „Wirken“- nur eine unredliche Umschreibung für Kriegsverbrechen darstellt.

  3. Das der Mann ein Sympathisant des Faschismus sein könnte, mag sehr wohl zutreffen. Bestätigt wird eine solche Vermutung auch durch die Nachfolge eines „Kapo“ Schulz. EU-Populisten und deren Aussagen in der Öffentlichkeit bieten den Medien immer einen Grund, eine völlig überflüssige Diskussion auszulösen, denn die Schar der „Qualitätsjournalisten“ muss beschäftigt werden, so wie diese dann die Massen unterhalten.

    Zurück in die Geschichte – wie die Memoiren eines Sir Hoare ( ehemaliger Agentenführer in Italien und Außenminister des brit. Empire) unzweifelhaft aufzeigen, war Mussolini zu einer Zeit, als Italien als unsicherer Verbündeter der sog. Alliierten im 1.WK galt, ein Agent des brit. Geheimdienstes. 1917 war Mussolini Chefredakteur der Zeitung Il Popolo d’iTALIA geworden und sollte in dieser Funktion Propaganda für den weiteren Kampf Italiens gegen Deutschland-Österreich machen, was ihm 100 Pfund Sterling wöchentlich einbrachte.

    Nach dem Waffenstillstand begann M. (mit Unterstützung) mittels Wahlbetrug und Gewalt durch seine Parteigänger zur Macht zu streben, die er Mitte der 1920er Jahre übernahm. Etwa 10 Jahre später kam er aufgrund seiner kolonialen Ambitionen erneut mit seinem „alten Zahlmeister“ Sir Hoare in Kontakt, (Hoare war mittlerweile GB#s Außenminister) der unterzeichnete 1935 den Hoare-Laval-Pakt, die Kontrolle Italiens über Abessinien. Der GUARDIAN brachte diese Informationen im Okt. 2009, nachdem ein Cambridge-Historiker ( P.Martland) sich mit geschichtlichen Aufzeichnungen näher befasst hatte.

    P.S. Wir sehen doch, dass stets die gleichen Akteure im Hintergrund die Fäden ziehen

  4. „Zurück in die Geschichte – wie die Memoiren eines Sir Hoare “ . .

    Das mag im Groben zutreffen, aber warum wird denn rückwendend so ein Maulheld mit soviel Partei Reputation bedacht, während keiner dieser Historiker mal damit aufwarten kann, wie er sich im täglichen Leben seiner Zeit durchgeschlagen hat. Wird nicht hinterfragt. Können sie nicht beantworten.

    Ich kann es Ihnen sagen.
    Er war bei der Staatsstrasse SS 49, ehmals SS 12 in Mühlbach Pustertaler Strasse, Südtirol als einfacher Maurer- Hilfsarbeiter beschäftigt.
    Wäre er einem fundierten, familiär gebildeten Hintergrund entstammt, hätte er sich nicht von politischen Staatsfeinden anwerben lassen oder später als Hasardeur benommen.
    Das galt damals nämlich als charakterlich unter aller Sau!
    Die Anwerbung als Schlapphut-Spitzel und Parolen-Einheizer ergänzen passend das Puzzle eines Taugenichts des Alltags wonach Auslandsgeheimdienste fischen.
    Im Vokabular wird das angeführt mit der Bezeichnung: nützlicher Idiot.

    Was will ich damit sagen? Ehre wem Ehre gebührt, aber Historiker, die niemals zur Zeit des Geschehens vor Ort waren, indem sich Geschichte abspielte sind nicht das Gelbe vom Ei und eine Garantie für das, was sie zusammenfügen.
    Stammen sie zudem noch vom Siegerstaat, bleibt gerne viel Wahrheit zwischen den Zeilen liegen, die ein außenstehender Leser nicht zu verknüpfen vermag.
    Benito war das was er war, aber auch nicht mehr.

    • „“Er war bei der Staatsstrasse SS 49, ehmals SS 12 in Mühlbach Pustertaler Strasse, Südtirol als einfacher Maurer- Hilfsarbeiter beschäftigt.““

      Da gibt ja durchaus Bildungsanalogien zu Herrn Hitler und derzeit Regierenden in allen Ländern der europäischen Union.

      • Hitler konnte er nicht das Wasser reichen, denn der hatte durchaus Qualitäten im Zeichnen, Malen und Visionen in Architektur, während der andere ein einfacher Handlanger blieb.
        Analogien zu EU Politikern, die für Dritte die Drecksarbeit ausführen ohne sich selbst dessen je bewußt zu werden liegen vor.

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