Die deutschen Medienkonzerne beklagen einen Niedergang der Printlandschaft. Auch online ist Dank Facebook und Google nicht mehr viel zu holen. Wie geht es weiter?

Von Marco Maier

Die großen Zeitungs- und Magazinverlage sehen ihrem Niedergang entgegen, da die Printausgaben immer seltener gekauft werden und im Onlinegeschäft vor allem Google und Facebook den Großteil der Werbebudgets abgreifen. Doch auch diese machen es dem Onlinegeschäft der Medien nicht leicht: sinkende Reichweiten für geteilte Artikel stehen wachsende Kosten für die Artikelbewerbung gegenüber, die jedoch in Relation mehr kosten als sie einbringen. Ein schlechtes Geschäft für die Medienkonzerne.

Die Gründe für den Niedergang der Printmedien sind vielfältig. Neben der fehlenden Aktualität (warum heute einen Artikel lesen, der gestern schon im Internet zu sehen war?) kommt auch noch eine gewisse Medienverdrossenheit zu tragen. Immer wieder werden die Konzernmedien („Mainstreammedien“) als Lügen-, Lücken- oder neuerdings auch Relotiuspresse bezeichnet. Die ganzen „Qualitätsstandards“, denen man sich selbst unterwerfen will, sind immer wieder das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden.

Was ideologisch nicht passt, wird nicht veröffentlicht – oder einfach völlig verzerrt wiedergegeben. Hinzu kommt der „Erziehungsauftrag“, den manche Journalisten und Redakteure zu haben glauben. Klar, es gibt – weder bei den Konzern-, noch bei den alternativen Medien – keine „völlig neutrale“ Berichterstattung, aber ohne die vielen kleinen Medienportale die ein Gegengewicht zu den wenigen Medienkonzernen bilden, wäre die Schieflage noch deutlicher. Die alternativen Medien machen hier zumindest partiell Druck.

Doch auch die alternativen, kleinen Medien kämpfen. Das Internet ist schnelllebig, an die gut bezahlte Werbung kommt man nicht ran und muss sich mit „Restevermarktern“ begnügen und die Unterstützungsbereitschaft der Leser ist gering. Nicht umsonst haben schon mehrere alternative Medienportale (Beispiele: die NEOPresse wurde verkauft, die Buergerstimme existiert nicht mehr und JouWatch hat andere Portale aufgenommen) aufgegeben oder werden nur noch nebenbei betrieben. Nur wenige können sich (teils auch mit externer Finanzierung) überhaupt noch halten.

Auch in den kommenden Jahren wird es noch weitere Umbrüche in der deutschen Medienlandschaft geben – sowohl beim Mainstream als auch bei den kleinen alternativen Medien. Viele Namen werden verschwinden, manch neue mit neuen Konzepten hinzukommen. Wer und was sich schlussendlich durchsetzen wird, muss sich zeigen – ebenso, wie weit man sich von Google, Facebook & Co weiterhin unter Druck setzen und die Reichweite beschneiden lassen möchte.

Es liegt aber auch an Ihnen, an den Konsumenten selbst, inwiefern Sie Ihre bevorzugten Medien unterstützen wollen. Sei es durch einen gelegentlichen Klick auf ein Werbebanner, durch das verteilen von interessanten Artikeln auf möglichst vielen Kanälen, durch Spenden, oder aber auch den Kauf von Zusatzleistungen – Möglichkeiten gibt es genug. Gerade für die kleineren alternativen Medien (egal welche Sie gerne konsumieren) ist jegliche Form der Unterstützung eine Hilfe.

3 KOMMENTARE

  1. Die Anziehungskräfte der elektronischen Medien ist unbestritten größer als die der Printmedien. Die Aktualität von Wort, Bild und Ton ist sehr attraktiv.
    Eine Zeitung hat z.B. keine Möglichkeit bewegte Darstellungen von „bewegenden Ereignissen“ zu realisieren. Und so ließen sich noch viele unvorteilhafte Aspekte aufzählen.

    Wer aber auf der Suche nach der Wahrheit ist, wird es nach wie vor schwer haben, denn was der Mensch als Wahrheit erkennt, bzw. annimmt, hängt einerseits von seinen persönlichen emotionalen Bedürfnissen und gleichwohl von seinen geistigen Fähigkeiten ab.

    • Kommt auf die Zeitung/Zeitschrift an. Papier hat schon was.
      Im Bericht geht es um deutsche Medienkonzerne. Damit kann meine Lektüre schon mal nicht gemeint sein.
      Und warum die deutsche Medienkonzerne ihre Leserschaft verloren haben und weiter verlieren, das wissen doch hier alle.

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