Bereits mehrfach kam es in der Erdgeschichte zu umfangreichen Artensterben. Wir stehen an der Schwelle zum nächsten – und vernichten unsere eigene Lebensgrundlage.

Von Marco Maier

Laut einer Studie, über die der britische „Guardian“ berichtet, sind mittlerweile mehr als 1.200 von insgesamt 5.457 Spezies an Vögeln, Säugetieren und Amphibien bereits vom Aussterben bedroht. Geht das große Insektensterben weiter, dürfte der Impakt auf die Tierwelt noch größer werden als es ohnehin schon ist. Selbst die große Eiszeit dürfte keine so große Auswirkung auf die Artenvielfalt gehabt haben wie die aktuellen Entwicklungen, in der die Ausbreitung der Menschheit immer mehr Tieren den Lebensraum nimmt oder ihn schlichtwegs einfach vergiftet, sofern sie nicht durch Jagd massivst dezimiert werden.

Niemals zuvor – als seit Entstehung der Menschheit – war unsere Gesellschaft einem so massiven Zusammenbruch des Lebens auf planetarischer Ebene ausgesetzt, und dennoch scheint sich die große Mehrheit der Bevölkerung nicht um das Geschehene zu kümmern. Arten nach Arten werden dauerhaft ausgelöscht und wir kümmern uns nicht wirklich darum.

Das wäre dann die „sechste große Auslöschung“ von Spezies, nach den fünf die es nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen bislang gab. Eine der bekanntesten dieser Auslöschungen dürfte das Aussterben der Dinosaurier sein, deren Nachfahren wir heute zum Beispiel in den Vögeln sehen.

Aber nicht nur an Land schrumpft die Artenvielfalt. Infolge der Überfischung der Meere nehmen auch viele Fischbestände dramatisch ab, genauso wie durch die Flussbegradigungen und Flussverbauungen viele Fischarten ihre Heimat verloren haben. Doch das ist nicht alles: Laut kanadischen Forschern hat der Bestand an Phytoplankton seit 1950 um rund 40 Prozent abgenommen. Diese Mikroorganismen, die unter anderem auch Blauwalen als Futter dienen, sind die Lunge der Meere und verarbeiten auch CO2 und setzen (wie Pflanzen) Sauerstoff frei. Übrigens liegt deren Beitrag an der globalen Sauerstoffproduktion bei etwa der Hälfte. Wenn sie noch weniger werden, sterben unter Umständen auch unsere Meere, weil es dann dort nicht mehr genügend Sauerstoff gibt…

Man könnte sagen, unser Planet stirbt sprichwörtlich einen langsamen Tod. Und wir tragen mit unserer Lebensweise dazu bei. Den Klimawandel (der ohnehin weitestgehend natürlichen Ursprungs ist) können wir nicht aufhalten, aber vielleicht gelingt es uns, das große Artensterben zumindest aufzuhalten und mehr natürliche Bio-Reservate übrig zu lassen.

7 COMMENTS

  1. Diagnose: Menschen ohne Hirn,
    eine satte Mehrheit die ihr Potentiale leider für eine Einbahnstraße ohne Rücksicht auf Verluste missbraucht.

    Es folgt was unausweichlich wird. Irgendwann ist Schluss mit all dem Übermut.
    Wer übrig bleibt, ist nicht zu beneiden.

  2. Sehr geehrter Herr Maier,

    Meldungen über globale Umweltkatastrophen sind immer mit Vorsicht zu genießen. Die von Ihnen zitierte soll den Eindruck erwecken, dass ein Fünftel der Landwirbeltierarten vom Aussterben bedroht sind. Das ist Quatsch. Nur an Säugetiere gibt es auf der Erde knapp 5.500 Arten, dazu noch tausende Vögel- und Amphibienarten. Die andere wichtige Gruppe von Wirbeltieren, die Reptilien, hat man gleich unterschlagen, damit alles dramatischer klingt. Im Übrigen gibt es zur Zeit runde 8,7 Millionen Arten, und ausgestorben sind bisher 99,9% aller Arten, die bisher auf der Erde gelebt haben.

    Wenn an dieser wirklich so leicht überprüfbaren Stelle so gelogen wird, dann glaube ich auch den Rest nicht, so z.B. dass 1.200 Landtierarten akut bedroht sind.

    Dass die ständige Wegnahme von Lebensraum für die Bedürfnisse der Menschheit die Artenvielfalt reduziert, ist klar. Man sollte aber dabei bedenken, dass Bio-Landwirtschaft einen deutlich höheren Landverbrauch hat, der der Natur weggenommen wird und geförderte Monokulturen für Biosprit auch natürlichen Raum vernichtet. Also kann das, was als Umweltschutz gepriesen wird, auch das Gegenteil bewirken.

    P.S. Für das „große Insektensterben“ oder besser, deutliche Reduzierung, wirklich gemessen in einer Studie im Essener Raum und Grundlage für die ständige Medienpräsenz des Themas haben Fachleute aus der Umgebung eine schlüssige Erklärung: Die Viehzucht, vor allem Rinderzucht ist in diesen Raum ausgestorben. Es fehlen nun die tausende Kuhfladen, in denen sich Millionen Insekten entwickeln.

  3. „Man sollte aber dabei bedenken, dass Bio-Landwirtschaft einen deutlich höheren Landverbrauch hat, der der Natur weggenommen wird“

    als was? Als die konventionelle?
    Worauf wollen Sie hinaus?

  4. Die Natur hat schließlich kein BWL Studium absolviert. Da sind Änderungen das Normale. Erst wenn etwas sich nicht mehr bewegt oder verändert, ist es tot.
    Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Pip pip , die Natur ist kein Schweizer Uhrwerk pip pip.
    Noch vor drei Jahren haben die Ornithologen gejammert und geheult >>> Die Spatzen sterben aus.

    Im letzte trocken Jahr wurde postuliert >>> Die Regenwürmer sterben aus.

    Heute gibt es wieder Unmengen von Spatzen – vermutlich weil es schon wieder sehr viele Würmer gibt.

    Dieses Kassadrageplapper ist sehr in Mode. Im Moment bei Kindern ein Grund die Schule zu schwänzen.
    Sich aber sonst morgens eine halbe Stunde lang warm duschen und mit dem Familien SUV zur Penne fahren lassen.
    Asterix würde sagen: Die Römer spinnen immer doller.

  5. Hätte noch nicht mal was dagegen, wenn es die zweibeinigen über Jahrtausende auch etwas getroffen hätte, allein des Überlebens wegen, denn die stellen mit ihrem Resourcenverbrauch auf allen Ebenen die größte Gefahr dar und wenn es so weitergeht werden sie sich selbst vernichten und das hat etwas mit der natürlichen Auslese zu tun, wo unser Gehirn zu klein ist um solche Entwicklungen in Folge richtig zu analysieren und dann die richtigen Maßnahmen einzuleiten und nun muß man sich die philosophische Fragen stellen, ist es im System verankert oder sind wir eine Mutation, was so nicht vorgesehen war darüber sollte man mal diskutieren, bevor man sich über andere Prozesse Gedanken macht, die erst recht nicht zu klären sind, das alles ist doch hirnverbrannt und die Menschheit geht mit Vollgas auf den Abgrund zu und einige glauben doch noch daran, es aufhalten zu können, das ist zu spät, damit hätten sie schon vor 2 – 3 Jahrhunderten anfangen müssen, aber zu diesem Zeitpunkt waren sie ja geistig noch miserabler aufgestellt als heute und unsere technischen Krücken auf allen Ebenen werden uns auch nicht weiterhelfen, nur Verzicht wird uns noch retten, alles andere ist wirkungslos.

  6. Einer Studie von 2011 zufolge leben 8,7 Millionen Arten von Organismen auf der Erde. Davon leben 6,5 Millionen an Land und 2,2 Millionen in den Ozeanen. Alarmismus ist nicht angesagt, nur Vernunft.

    Jedes #Schulkind hat zumindest eine Vorstellung davon, wie viele MILLIARDEN Interaktionen hier stattfinden, die stets zu einem Ausgleich führen und damit erst die Entwicklung auf dem Planeten möglich machen. Die Tatsache, dass wir immer nur Einzelereignisse sehen, statt das Gesamtsystem zu sehen und unangetastet zu lassen, führt für unsere Spezies in die Katastrophe.

    Statt die monokulturelle Landwirtschaft anzupassen, unsere Mobilität sanfter zu gestalten und den Einsatz von Chemie zu minimieren, schicken wir Kinder auf die Straßen, um den Unsinn der menschengemachten CO²-Zunahme zu propagieren, die kaum Einfluss auf das Klima hat und wenigen, einschl. Al Gore erlaubt sich mit UmweltZertfikaten eine goldene Nase zu verdienen.

    Alle Vorgänge lassen sich letztlich auf unser Geldmodell zurückführen, das als Motor den Zins- Zinseszins als Wachstumsimpuls inne hat und somit für die Verwerfungen sorgt, die schon in drei oder vier Generationen unsere Population, mit oder ohne Krieg, auf einen verträglichen Wert zurückfahren wird.

    Die Natur wird sich erholen. Der Mensch vielleicht als Fehlkonstruktion entpuppen und „entsorgt“. Es liegt bei uns.

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