China: Billiges Öl aus Venezuela und dem Iran

Peking macht sich die Not Venezuelas und des Irans zunutze, nachdem diese beiden Länder von den USA und deren Vasallen sanktioniert werden – und kauft dort billig Öl ein.

Von Marco Maier

Die Volksrepublik China hat einen Weg gefunden, sich äußerst günstig mit Erdöl zu versorgen. Nachdem Venezuela und der der Iran von den USA und deren Vasallen sanktioniert werden und ihr Öl nur noch schwer verkaufen können, übernimmt Peking den Part. So berichtet “Bloomberg” davon, dass die Preise für das schwarze Gold aus diesen Ländern deutlich nachgelassen haben und die Chinesen ordentlich zugreifen.

Aus dem Iran hat China im Durchschnitt 446.000 Barrel pro Tag (bpd) importiert, was wesentlich höher ist als der Betrag, den Washington im Rahmen der Ausnahmegenehmigungen für ihre Sanktionen im November genehmigt hatte. Die 360.000 bpd-Zulage berücksichtigt jedoch nicht Öl, das von chinesischen Unternehmen produziert wird, die an der Erschließung iranischer Ölfelder beteiligt sind.

In Venezuela unterliegen chinesische Ölkäufer keinen Sanktionen, die Washington im Januar der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA auferlegte. Sie können also theoretisch so viel venezolanisches Rohöl kaufen, wie sie möchten. Reliance Industries, einer ihrer indischen Kollegen, hat jedoch den Import von Rohöl aus Venezuela wegen seines Engagements im US-amerikanischen Finanzsystem eingestellt, nur für den Fall der Fälle. Chinesische Unternehmen sind auch an diesem System beteiligt. Im vergangenen Monat kauften chinesische Händler und Raffinerien rund 531.000 bpd venezolanisches Rohöl. Das waren 17 Prozent mehr als im Januar und der höchste Stand seit Dezember 2017.

Schlussendlich ist es – trotz der Ausnutzung der Notlage beider Länder – für beide Seiten ein lohnendes Geschäft. Venezuela und der Iran erhalten so zumindest genügend Devisen und können ihre Petroindustrie weiterhin betreiben, während China seine Wirtschaft mit dem günstigen schweren Öl aus diesen Ländern unterstützen kann.

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