Eurofighter Typhoon der deutschen Luftwaffe - Bild: Flickr.com / Rob Schleiffert CC BY-NC-ND 2.0

Neun Offiziere der Luftwaffe haben 2018 gekündigt, in den vier Jahren davor hatten insgesamt fünf Piloten den Dienst quittiert. Piloten müssen Mangels Flugstunden um ihre Lizenzen bangen. In der Luftwaffe ist die Frustration groß.

Von Redaktion

Das Verteidigungsministerium steht wegen des Weggangs von Jetpiloten in der Kritik. Der FDP-Verteidigungspolitiker Marcus Faber sagte: „Die Piloten gehen zur Luftwaffe, weil sie fliegen wollen. Aber meist stehen die Maschinen am Boden, weil sie nicht einsatzbereit sind“, berichtet die „Heilbronner Stimme“ unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP. Unter dem Stichwort Friedensdividende habe man die Bundeswehr und insbesondere die Luftwaffe in den letzten Jahren „kaputtgespart“. Bei der Luftwaffe sei dies besonders auffällig, weil der investive Anteil an den Kosten sehr hoch sei.

„Wenn man mit NATO-Partnern redet, mit Balten, Niederländern oder Tschechen, dann wird eine recht klare Erwartungshaltung an eine starke Nation wie es Deutschland ist formuliert. Die Erwartungen erfüllen wir derzeit nicht.“ Die Frustration nehme zu, wenn die Jets nicht starten können, weil es mit der Wartung nicht vorankomme oder weil Ersatzteile fehlten, so Faber weiter. Die Offiziere müssten wegen des Mangels von Flugstunden sogar um den Verlust ihrer Fluglizenz bangen.

„Bei Hubschrauberpiloten haben wir es in jüngerer Vergangenheit schon erlebt, dass sie ihre Lizenzen verloren haben, weil sie die Mindestanzahl von Flugstunden nicht erreicht hatten. Hier läuft etwas gehörig falsch.“ Der Vergleich mit den deutschen Partnern, beispielsweise Frankreich oder Großbritannien, mache betroffen. Dort seien viel mehr Flugstunden möglich.

„Ein weiteres Problem ist, dass unsere Piloten heute lange im Unklaren bleiben, wie beziehungsweise ob es mit ihnen nach dem aktiven Flugdienst – der regulär mit 41 Jahren endet – bei der Bundeswehr beruflich weitergeht.“ Als Konsequenz auf die Antwort der Bundesregierung forderte der FDP-Verteidigungspolitiker, den Wartungsfirmen Fristen zu setzen: „Das Material steht nicht zur Verfügung, weil man notwendige Mittel zur Instandhaltung nicht zur Verfügung stellt. Im Bundesverteidigungsministerium wurden Verträge mit Firmen geschlossen, die nicht unbedingt zur schnellen Abarbeitung der Instandsetzungsaufträge führen, sondern zu längeren Standzeiten.“ Man sollte der Industrie ein Enddatum für eine Reparatur nennen, damit die Luftwaffe Planungssicherheit für Einsätze habe.

„Mit solchen Fristsetzungen haben NATO-Partner gute Erfahrungen gemacht, ohne dass sie die Sicherheit der Piloten gefährden. In Großbritannien beispielsweise sind die Eurofighter-Piloten jeden Monat doppelt so lange in der Luft wie unsere Piloten.“ Derzeit habe man in einigen Bereichen der Luftwaffe eine Einsatzbereitschaft von etwa nur 30 Prozent, so Faber. „Das muss deutlich mehr werden, weil sich das Bündnis auf uns verlassen können muss. Stattdessen sind die Flugzeiten rückläufig, und auch die Zahl der einsatzfähigen Maschinen geht zurück“, so Faber zur „Heilbronner Stimme“.

Mit dem Abbau der Tornado-Flotte werde sich das Problem verschärfen. „Bisher ist nämlich noch nicht entschieden, durch welchen Jet der Tornado ersetzt werden wird. Wenn man sich dann einmal entschieden hat, wird es noch Jahre dauern, bis alle neuen Flugzeuge da sind. Die nächste große Lücke kommt hier auf uns zu.“ Die geplanten Neueinstellungen reichten nicht, sagte der FDP-Politiker weiter: „Jeder in der Bundeswehr kennt das Problem. Aber das Ministerium handelt nicht. Nun reagiert man, in dem man das Symptom pflegt, anstatt es zu beheben.“ Weil es zu wenig Flugstunden mangels einsatzbereiter Flugzeuge gebe, würden weniger neue Piloten ausgebildet. Falls es wirklich einmal neue Flugzeuge gebe, werden man ein verschärftes Personaldefizit haben. „Hinzu kommt dass unsere Piloten als hoch ausgebildete Fachkräfte auf dem freien Markt natürlich sehr begehrt sind. Die private Wirtschaft zahlt attraktiv, und die Piloten dürfen dort auch endlich fliegen und sichern ihre Fluglizenz.“

Es gebe zwischen Luftwaffe und Ministerium zudem immer noch ein Kommunikationsdefizit, was die Dramatik des Problems betreffe. „Im Ministerium ist das Thema noch nicht wirklich angekommen, obwohl wir schon lange darüber sprechen.“ Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) spreche zwar von einer Trendwende bei Material und Personal, aber die Wahrheit sei, dass sich bislang kaum etwas bei der Wartung und damit der Einsatzbereitschaft geändert habe, sagte Faber der Zeitung.

9 KOMMENTARE

  1. Eine Frau auf dem Dach einer Bundeswehr birgt bereits die Brisanz einer Lachnummer in sich.
    Nur ausgesprochen darf`s nicht werden.
    Die Männer in der Rolle der Pantoffelhelden, nur damit eine Quotentussy ihre pubertäre, unauskurierte Emanzen Show abziehen darf. Ich, ich, ich.
    Der Rest aus ihrem Wirken so unrühmlich wie die Hügel auf einem Schrotplatz.

  2. Jammern auf aller höchsten Niveau. – Mit 41 schon in den Ruhestand gehen – Was sind das für Weicheier ? Ein geistig und physisch normal entwickelter Mensch ist da gerade auf dem Scheitelpunkt seiner Schaffenskraft.

    Liebe Redaktion, mit dem Artikel habt ihr euch ja ganz schön einen abgewürgt.

  3. Bezeichnend für das desolate Bild der BW ist ein Verbot, die eigenen Waffensysteme nicht instandsetzen zu dürfen. Von den 53 Hauptwaffensystemen dürfen die Mechaniker der Truppe bei 20 Waffensystemen
    ( darunter Eurofighter) die Reparaturen nicht selbst ausführen. Bei 13 Waffensystemen gibt es sogar ein Anwesenheitsverbot, was bedeutet, während der Instandsetzung darf nicht einmal ein Angehöriger der Truppe anwesend sein.

    P.S. Mich würde doch einmal interessieren, wie U.v.L. diesen Sachverhalt kommentierten würde.

    • Die Flintenuschie befindet sich von der Befähigung her auf dem gleichen Level wie ihre Truppe. Die ist doch so hilflos, dass sie selbst für die einfachsten Dinge ein Gutachten benötigt.

      Dein Statemant könnte sie aber allein und ohne Hilfe beantworten. Sie würde dir schreiben, dass du dich erst einmal mit der Materie eingehender befassen solltest.

      Frage: Was soll es bringen einen Blindfisch zuschauen zu lassen, wenn ein Fachmann an einer komplexen Anlage arbeitet. — Gaffertypen haben wir in Deutschland genug – helfen tun die nie; sie stören immer.

      • Wenn Krieg kommt, kommen die hochbezahlten Spezialisten aus Ausland nicht mehr.
        Dann muss Mechaniker die Maschinen selbst reparieren.
        Kann er nicht, dann gute Nacht.

        Die ganze NATO ist nur auf Angriffskrieg auf schutzlose Ländern vorbereitet.
        Es ist eine Porzellan Armee, mit Nord-Korea, Russland, China, Iran können sich nicht messen.

  4. Und immer noch glauben sehr viele deutsche sie wären die Dichter und Denker der Welt…… nicht nur die BW ist in einem desolaten Zustand! Flughafen Berlin, Stuttgart 21…..usw usw usw….. da es nur ahnungslose und unfähige Politiker gibt in Futschland, heuert man noch ahnungslosere Berater an!

  5. Und damit wollen sie gegen Russland antreten? Also ich denke, Putin wird weniger damit zu tun haben, sein Leute dahingehend zu beruhigen, dass Russland nicht in unmittelbarer Gefahr ist, von der NATO angegriffen zu werden. Viel mehr muss er wohl die Abenteurer in seinen Reihen zurückhalten, die mit lautem Halali gen‘ Ärmelkanal zu stürmen möchten.

    Irgendwie klaffen die große Schnauze des Wertewestens und dessen tatsächlich Fähigkeiten weit auseinander.

  6. Augenfällig wie Deutschland als ein angefaulter, morscher Apfel vom Aste fällt. Gierige fremde Hände, die weder vom Baum, seinen Wurzeln, seinen Früchten was verstehen noch einen Bezug oder gar Respekt zu Erarbeitetem haben, ergreifen Besitz.
    Lang wird die Wollust und pure Raffgier nicht andauern. Das Blickfeld von einst, weicht einem Grausen landauf landab. Dem Betrachter bleibt nur mehr das Kopfschütteln.
    Der Demokratie ohne Grenzen wurde Genüge getan. Die 68 können zurückschauen, was sie angerissen haben.

  7. da fragt man sich wie die bundeswehr befehle von zivilisten annehmen kann.
    scheinbar sind unsere offiziere so domestieziert auf „befehle befolgen“ das von denen keiner mehr denken kann.
    und im generalstab ist nur noch das aller letzte was ehre und intelligenz eines soldaten betrifft. ansonsten würden sie ja wissen das die bundeswehr eigentlich selbstständig ist und deren aufgabe einzig der schutz des deutschen volkes und staatsgebietes ist.und wenn eine regierung die einsatzbereitschaft dafür zerstört, dann hat die bundeswehr um den schutz des volkes aufrecht zu er halten die verdammte pflicht die regierung zu entfernen. denn sie dient einzig dem volk und hat das alleinige hoheheitliche waffenrecht um so gegen alle auch den staat vorzugehen. deswegen kann auch ein zivilist, ob politiker als regierung ihr keine befehle erteilen. ihre existenzberechtigung und aufgabe ist der schutz des volkes, wobei die regierung kein anspruch auf das gg und somit den schutz hat. lediglich die einzelnen personen aber auch nur wenn sie nicht wie aktuell mit alle 3 staatsgewalten die gewaltenteilung aufhebt und somit auch das gg und den rechtsstaat. dadurch begehen sie alle landes- und hochverrat. die 3 staatsgewalten und alle beamten.
    die bundeswehr ist absichtlich nicht eine der staatsgewalten damit sie nicht von der regierung zum angriffskrieg gezwungen werden kann. die festsetzung der regierung durch die bw würde auch noch alle unsere probleme lösen.

    aber die bundeswehr kann sich nicht gegen eine unbewaffnete regierung zur wehr setzen und hat angst.
    keine ehre kein gewissen keine prinzipien -> keine Soldaten keine deutschen
    trotz des ablegen eines eides/ schwurr und bezeichnen sich als offiziere mit traditionen.

    tradition des militärs ist es regierungen zu stürzen, gerade wenn die regierung nicht frei von dogmen ideologien ist. ich sagt blos deutscher widerstand. dafür habt ihr waffen.

    militärischer gehorsam hat dort seine grenze wo wissen und gewissen die ausführung eines befehls verbietet.

    vom land der denker und dichter zum land der henker und richter.

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