Eine Boeing 737 MAX 8 von Tui. Bild: Wikimedia / Allan Wilson CC BY-SA 2.0

Nachdem China als erstes ankündigte, angesichts von zwei Abstürzen in nur fünf Monaten keine Boeing 737 MAX 8 mehr abheben zu lassen, haben mehrere Airlines rund um die Welt denselben Schritt beschlossen.

Von Marco Maier

China hat nach dem Absturz der Boeing 737 MAX 8 der Ethiopian Airlines seine Fluggesellschaften dazu aufgefordert, ihre insgesamt 96 Flugzeuge des selben Modells vorübergehend nicht abheben zu lassen. Man wolle erst die Untersuchungen abwarten sowie eigene Untersuchungen durchführen, bevor man weitere dieser Flieger abheben lässt. Kurz darauf zogen weitere Airlines rund um die Welt nach.

Während die US-Flugbehörde Federal Aviation Administration (FAA) die Untersuchung des Absturzes von Ethiopian Airlines Flug ET302 überwacht, hat sie selbst eine Untersuchung bezüglich einer anderen Boeing 737 eingeleitet. Ein Flugverbot wolle man derzeit allerdings noch nicht aussprechen, man werde „wenn nötig“ ensprechend agieren.

Laut AP gab es auf dem Flug 1168 mit 174 Passagieren und sechs Crewmitgliedern vonn New Jersey nach Texas Maschinenprobleme. Laut Augenzeugenangaben war ein lauter Knall zu hören und Feuer sei aus dem Triebwerk gekommen. Allerdings konnten die Techniker keine Anzeichen von Feuer oder Rauch dort feststellen.

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Ein früherer FAA-Sicherheitsinspektor, David Soucie, sagte zu CNN bezüglich der Boeing 737 MAX 8, dass er bislang noch nie davor warnte, dass ein spezielles Modell unsicher sei, „aber in diesem Fall werde ich das machen.“ Auch hat die Flugbegleiter-Gewerkschaft die FAA aufgefordert, die Boeing 737 MAX 8 gründlich zu untersuchen.

Indessen hat auch Ethiopian Airlines beschlossen, ihre anderen Flugzeuge des selben Modells doch nicht abheben zu lassen, nachdem man zuerst nicht darauf verzichten wollte. Auch Cayman Airlines lässt ihre 737 MAX 8 am Boden, genauso wie die südafrikanische Airline Comair, die brasilianische GOL und die mexikanische Aeromexico. Man kann davon ausgehen, dass noch mehr Fluggesellschaften folgen werden. In Indonesien wird beispielsweise bereits darüber nachgedacht. Auch TUI nimmt Presseberichten zufolge die Maschinen unter die Lupe.

Die Frage ist aber, wie sich das auf die ganzen Bestellungen bei Boeing auswirkt. Immerhin haben Airlines auf der ganzen Welt bereits über 2.000 Stück dieses Modells bestellt. Je nachdem, welche Probleme schlussendlich gefunden werden, stellt sich die Frage, ob diese Bestellungen überhaupt noch aufrecht erhalten werden oder ob die Fluggesellschaften darauf verzichten – und zum europäischen Konkurrenten Airbus wechseln…

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4 KOMMENTARE

  1. Die haben doch alle einen an der Waffel. Wenn nun ausgerechnet in einem Drittweltland ein Flieger abstürzt, so kann man doch nicht sofort daraus Schlüsse ziehen, daß das Gerät nichts taugt, zumal die Wartungen ja bekanntermaßen nicht überall gleichwertig sind und wenn nun mal eine bestimmte Automarke auf der Autobahn ein Rad verliert, dann lassen doch auch nicht hundertausende von gleichen Besitzern ihren Wagen stehen, das ist doch alles so überzogen, wie es schlimmer nicht geht und das ist so eine Art Massenpsychose und die kommt nur im Westen vor, in anderen Ländern sieht man das völlig anders und wir sollten nicht nur das Flugzeug untersuchen lassen sondern uns selbst auch einmal, Psychiater gibt es ja zu Hauf, vielleicht ist bei uns im Hinterstübchen auch was defekt, auch das sollte mal geklärt werden.

      • Herr Maier, das mag ja heute so sein, aber in meiner Hauptfliegerzeit Mitte der siebziger bis Mitte der neunziger Jahre gab es Länder, da wäre man nicht für alles Geld dieser Welt eingestiegen und nicht umsonst wurden manche Airlines spöttisch umschrieben, wie z.Bsp. Pakistan Airlines, wo der Spruch galt, PIA, please inform Allah, ohne jemand nahetreten zu wollen oder Spantax, Airline mit Garantie, nicht nur nach oben, auch nach unten und das könnte man so fortsetzen und auch heute noch gibt es genügend Gesellschaften, wo man sich nicht sicher sein kann, wie die Wartung ausfällt, wenn es besser wurde ok., aber das Unbehagen fliegt eben mit, so oder so, insbesondere dann wenn man schon Turbulenzen erlebt hat, die dem Grauen ziemlich nahekamen, ein Absturz wurde mir erspart, sonst könnte ich ja nichts mehr dazu sagen.

    • Sie können ein Auto nicht mit einem Jet vergleichen. Als Passagier muss ich mich auf das Flugzeug und den Kapitän verlassen weil ich keine Möglichkeit habe einzugreifen. Beim Auto schon, da ich ja ein Auto fahre oder fahren kann. Ich fliege am Montag kommender Woche. Aus eigenem Interesse habe ich gesehen, dass meine Airline nur Airbus fliegt. Nun bin ich beruhigt.

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