Manfred Weber. Foto: Flickr / European People's Party CC BY 2.0
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Weber stellt den Griechen Erleichterungen beim Schuldendienst in Aussicht, wenn sie die Regierung gegen eine „wachstumsfreundliche Regierung“ austauschen. Herr Weber ist garantiert ein lupenreiner Demokrat – und passt hervorragend zu dieser glücklosen Union.

Von Commentarius

Manfred Weber, Spitzenkandidat der EVP für die Europawahl und somit für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten, hat Griechenland für den Fall eines Regierungswechsels Erleichterungen im Schuldendienst in Aussicht gestellt. Ist doch nett, würde der gemeine und unbedarfte Europäer diesen Zug bewerten.

Weber soll bei einer Veranstaltung seiner EVP in Athen in der vergangenen Woche gesagt haben, dass er nach einer Wahl zum Chef der Europäischen Kommission dafür sorgen könne, dass die Primärüberschuss-Ziele Griechenlands gesenkt werden. Voraussetzung dafür sei, dass das Land eine „wachstumsfreundliche“ Regierung bekomme.

Damit hat der „Demokrat nach westlichen Vorbild“ indirekt zum Sturz der gegenwärtigen Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras aufgerufen. Vielleicht hat er auch zu viel über die US-Interventionen gelesen und wollte einmal im Kleinen ein Example an Griechenland statuieren?

Weber tätigte diese Äußerung auch in Hinblick auf seinen Parteifreund Kyriakos Mitsotakis, dem Vorsitzenden der konservativen Nea Dimokratia (ND) und Oppositionsführer im griechischen Parlament, der bei der Veranstaltung auch zugegen war. Dieser wäre der natürliche Ministerpräsident einer Regierung, wie sie Weber vorschwebt, berichtet unser Partner RT Deutsch.

Weber hatte während der Konferenz scharfe Kritik an Tsipras geübt. Dieser blockiere Initiativen auf europäischer Ebene, die jenen helfen würden, „die für ein demokratisches Venezuela kämpfen“.

Tsipras werde praktisch durch seine Weigerung, am Regime Change in Venezuela mitzuwirken, für Weber selbst zu einem Kandidaten für einen solchen.

Aus den Reihen von Syriza wurde Weber scharf kritisiert, vermeldet das Portal Euraktiv. Dimitris Papadimoulis, Syriza-Abgeordneter des Europaparlaments und Vertrauter von Tsipras, erklärte, dass sich Weber mit derartigen Auftritten beschädige:

„Der Auftritt von Herrn Weber in Athen als Groupie von Herrn Mitsotakis verringert die ohnehin äußerst geringe Chance, dass er der nächste Präsident der Kommission wird.“

Leider liegt da der Herr Abgeordnete Papadimoulis ziemlich falsch. Wenn Manfred Weber bis zur Wahl nicht noch öfters in die sprichwörtliche „Kacke“ greift, dann ist er ziemlich sicher der nächste EU-Kommissionspräsident. Was uns aber überhaupt nicht stört, denn wir haben dann noch mehr lustige Geschichten über Brüssel zu berichten.

Leider haben auch die Konzernmedien so überhaupt nichts davon mitbekommen oder wollen sie gar nicht darüber berichten?

2 KOMMENTARE

  1. Brennt das Dach der eigenen Hütte bereits, dass man den Nachbarn bereits die Umbesetzung ihrer Feuerwehrleute nahelegt?
    A bisschen spät dran der Webervogel.

  2. Das nenne ich ‚mal eine skandalöse Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates. Wieder einer dieser EU-Populisten, die sich mit ihrem Geplapper demaskieren, als Anti-Demokraten outen.

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