Annegret Kramp-Karrenbauer. Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Bestimmt nicht die erste Begegnung: Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) und Katrin Göring-Eckardt (KGE) auf einen Kaffeeklatsch mit der „Bild“. Im Hintergrund wird schon an einer schwarzgrünen Koalition gebastelt. 

Von Commentarius

Wir haben schon vermutet, dass uns Angela Merkel mit Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) einen Kuckuck ins CDU-Nest gesetzt hat. Mir persönlich wäre die Cobra (sinnbildlich für Friedrich Merz) beim „Arsch“ lieber gewesen. Merz hätte die CDU wieder dorthin gebracht wo sie hingehört. Auf seine wirtschaftsliberale Einstellung will ich hier jetzt nicht eingehen. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert und die Politik schon gar nicht, darum – und weil Merkel auch hinter AKK stand und steht – wurde sie von den Delegierten gewählt.

Und heute dann dieses Interview in der „Bild am Sonntag„. Von den Fotos gar nicht zu sprechen. AKK und KGE auf Kuschelkurs extrem. Ich war schockiert. Plötzlich traf es mich wie ein Blitz und alle Alarmsignale in meinem Kopf gingen an. Das ist die nächste Bundesregierung – Schwarzgrün. Mir wird jetzt noch ganz schlecht, aber ich möchte ihnen die Zitate der netten Damen nicht vorenthalten:

Offen für Schwarzgrün

„Wir können ganz gut miteinander. Wir leben in einer Zeit, in der es keine natürlichen Koalitionspartner mehr gibt. Da müssen wir gesprächsfähig sein“, sagte AKK.

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„Dass Grüne und Union im Parteienspektrum weiter auseinanderliegen als SPD und Union, könnte dem Land guttun, weil es zu mehr Zusammenhalt führt. Weil die Bürger sehen: Wenn die sich auf etwas verständigen können, kann unser Land besser funktionieren“, so KGE.

„Die entscheidende Frage ist immer: Können unterschiedliche Partner sich in einer Regierung auf ein gemeinsames Projekt verständigen. Ich sehe das sehr pragmatisch.“ Sie selbst habe im Saarland schon „mit absoluter Mehrheit, den Grünen, der FDP und der SPD“ regiert, sagte AKK.

Über ihr persönliches Verhältnis mit AKK sagte KGE: „Wir haben einen guten Draht und Vertrauen. Das ist gut.“

AKK hob hervor: „Auch wenn wir in unterschiedlichen Parteien sind, teilen wir viele Werte. Zum Beispiel die Bewahrung der Schöpfung. Und dass Frauenrechte unteilbare Menschenrechte sind, die nicht eingeschränkt werden dürfen.“

Frauenquote immer und überall

Und beide sprechen sich auch für Frauenquoten in der Politik aus, um den Anteil von Frauen in der Politik zu erhöhen:

„Ich sehe meine Verantwortung als Frau in der Politik darin, den Anteil von Frauen an politischen Ämtern deutlich zu stärken“, sagte AKK. Es brauche „auf alle Fälle eine Frauenquote in der CDU, die wirkt“. Allerdings habe auch die Quote ihre Grenzen: „Viele Mandate werden über Direktwahlkreise gewonnen, da nützt dann eine quotierte Liste nichts“, so die CDU-Chefin weiter. In der CDU denke man deshalb jetzt darüber nach, auch den Frauenanteil in den Direktwahlkreisen sowie bei den Parteimitgliedern zu erhöhen. „Da sind nur 27 Prozent Frauen, das wollen wir steigern“, sagte AKK.

Der Bundestag brauche auch mehr Frauen: „Der Bundestag ist so groß wie noch nie, gleichzeitig ist der Frauenanteil so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Alle sind sich einig, dass wir eine Reform brauchen, um ein weiteres Anwachsen des Parlaments zu verhindern. Wir haben aber das Problem des geringen Frauenanteils. Das kann man nicht einfach ignorieren.“

KGE hält ein Paritätsgesetz für den Bundestag für unerlässlich:

„Wenn der Bundestag die Menschen repräsentieren soll, müssen auch dort die Hälfte Frauen sein. Wir brauchen ein Gesetz für gleich viele Frauen und Männer im Bundestag.“

Beide Politikerinnen bezeichneten sich als „Quotenfrauen“. Dieses Etikett störe sie auch nicht.

Modernes Frauenbild dem Nachwuchs vermittelt

Beide haben ihren Söhnen bei der Erziehung ein modernes Frauenbild mit auf den Weg gegeben. Ihre Söhne seien geprägt davon, dass zu Hause „keine klassische Rollenteilung“ geherrscht habe, sagte AKK der „Bild am Sonntag“.

Bisher habe sie „keine Anflüge von ausgemachtem Machotum“ entdecken können. „Ich würde da auch sofort reingrätschen“, so die CDU-Chefin weiter. AKKs Ehemann ist seit einigen Jahren Hausmann, um die politische Karriere seiner Frau zu unterstützen.

KGE legte Wert darauf, dass ihre Söhne auch Tätigkeiten im Haushalt übernahmen. „Bei uns war immer klar: Wenn du kein Klo putzen kannst, kriegst du nie eine Freundin“, so KGE.

Beide Politikerinnen haben allerdings Zweifel, dass ihre Kinder ein völlig gleichberechtigtes Land erleben werden:

„Ich hoffe ja, ich fürchte nein“, sagte KGE. Zumal es mit der AfD eine Partei gebe, „die das Erreichte zurückdrehen will und findet, dass die Frau nur an den Herd gehört“.

Auch AKK ist skeptisch: „Deutschland wird große Fortschritte gemacht haben. Aber ich bin nicht sicher, ob es jemals eine komplett gleichberechtigte Gesellschaft geben wird.“ Frauen müssten „in allen Bereichen dafür sorgen, dass der Fortschritt unumkehrbar bleibt“.

Wohin die Reise geht…

Nun gut, dann wissen wir jetzt wohin die Reise geht. Vielleicht muss man auf dieses Schwarz-Grün auch gar nicht sonderlich lange warten. Die derzeitigen Koalitionspartner entfernen sich sowieso gerade rapide voneinander. AKK will den Koalitionsvertrag überprüfen und SPD-Zurufer raten der SPD-Vorsitzenden Nahles sogar die Koalition zu verlassen. Was freilich für die SPD zum jetzigen Zeitpunkt nicht die beste Variante darstellt.

Die Union könnte sich jetzt im Aufwärtstrend durchaus eine baldige Auflösung der Koalition leisten. Die Grünen sind sowieso momentan in unvorstellbare Höhen vorgedrungen.

Es ist ja nicht so, dass ich ein Schwarz-Grün herbeireden möchte. Aber es deutet alles darauf hin, dass das konservative Deutschland mit Schwarzgrün noch mehr leiden muss.

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5 KOMMENTARE

  1. Wir sind seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr frei und es ist eine Ilussion daran zu glauben, wir könnten uns wieder selbstbestimmen und deshalb können wir wählen was wir wollen, die Konstellation wird anschließend immer so aussehen, daß es paßt und das alles unter dem Label demokratischer Entscheidungen, welch ein Hohn für all jene, die mit früheren Vorgängen nichts mehr zu tun haben und trotzdem unter der Knute stehen und das vor den Augen der Welt, von vielen sogar noch mit großer Genugtuung.

  2. Ja, auch ich war bei der Meldung schockiert……. aber man hätte es sich denken können bei der grünen Migranten-Kanzlerin!
    Eine Bundesregierung mit der Deutschlandhasser Partei die GRÜNEN ist für mich undenkbar und muss verhindert werden.

  3. Bevor etwas wirklich Neues entstehen kann, muss es erst einmal richtig abwärts gehen. Nur so kapiert der Michel.
    Um zu wissen, was uns mit den Grünen in der Regierung blüht, muss man sich nur an die Jahre 1998-2005 erinnern. Kriegseintritt (in Jugoslawien), Ökosteuer und Hartz4.
    Keine guten Nachrichten für Deutschand und erst recht nicht für einkommensschwache Familien und Hartz4 Empfänger.

  4. „……..im Hintergrund wird schon an einer schwarz-grünen Koalition gebastelt“.

    Richtig erkannt, wenn mit „Hintergrund“ Friede Springer samt ihrer Medienmacht gemeint ist. Über deren ( und verwandte) Medien gelangt doch auch so manche Umfrage in des Wählers Ohr, die den grünen mitunter 20% der Wählerstimmen nachsagt. Nimmt man dann noch zur Kenntnis, dass manche grüne Figur Beziehungen zu Bertelsmann-NGO’s hat, wird vorstellbar, das „im Hintergrund an einer schwarz-grünen Koalition unter AKK gebastelt wird.

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