CNN-Korrespondent Jim Acosta - Bild: Flickr.com / Gage SkidmoreCC BY-SA 2.0

Der CNN-Korrespondent teilt der Oxford Union mit, er werde sich nicht gegen Donald Trumps Fake News-Rhetorik wenden.

Von The Guardian

Jim Acosta, der Korrespondent des CNN-Chefs im Weißen Haus, dessen öffentliche Konfrontationen mit Donald Trump viral waren, hat davor gewarnt, dass es eine gefährliche Zeit sei, in den USA die Wahrheit zu sagen.

Acosta verteidigte seine hitzigen Interaktionen mit Trump und putzte den Präsidenten und seine Regierung herunter, weil diese die Presse weiterhin als Feind des Volkes bezeichneten und behaupteten, CNN sei der Lieferant von „fake News“.

Auf einer Veranstaltung in der Oxford Union in Großbritannien sagte Acosta: „Vielleicht werden sie nicht aufhören, uns den Feind des Volkes zu nennen, weil es so gut mit ihrem Volk funktioniert, aber all das ergibt eine schmerzhafte Realität: es ist eine gefährliche Zeit, wenn man in Amerika die Wahrheit sagen möchte.“

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Er fügte hinzu, dass diejenigen, die diese Rhetorik weiterhin verwendeten, „eine Atmosphäre schaffen, in der Menschen verletzt werden und womöglich Journalisten ermordet werden können“.

Acosta hatte in den letzten zwei Jahren seiner Präsidentschaft eine Reihe öffentlicher Auseinandersetzungen mit Trump. Im vergangenen Jahr wurde seine Presseakkreditierung im Weißen Haus eingezogen nachdem der Präsident versucht hatte, weitere Fragen des Korrespondenten abzuwehren. Acosta bestand aber darauf, weitere Fragen zu stellen. Die Auseinandersetzung führte zu einem Match zwischen Acosta und einem Praktikanten des Weißen Hauses, der ihm das Mikrofon wegzunehmen versuchte, Acosta hielt es aber fest.

Nachdem Acosta sich gesetzt hatte, sagte Trump: „Ich sage Ihnen, CNN sollte sich für sie schämen, wenn Sie für sie arbeiten.“ Er fuhr fort: „Wenn Sie Fake News erzählen, und CNN bringt viel von dem, dann sind Sie der Feind der Menschen.“

Es war nicht das erste Mal, dass Trump Acosta Fake News vorwarf. Während seiner Pressekonferenz vor der Amtseinführung hatte Trump sich geweigert, eine Frage von Acosta zu beantworten: „Nicht Sie. Ihre Organisation ist schrecklich.“ Obwohl Acosta wiederholt um eine Frage bat, lehnte Trump dies ab. „Ich werde Ihnen keine Frage gewähren. Sie sind fake News“, sagte er.

Das Ganze eskalierte, nachdem das Weiße Haus den Pass von Acosta suspendiert und den Korrespondenten beschuldigt hatte, den Praktikanten angegriffen zu haben.

In Reaktion auf den Vorfall sagte Acosta: „Die große Mehrheit der Menschen konnte deutlich erkennen, dass an diesem Tag nur die Wahrheit unter Attacke war.“

Das Weiße Haus musste schließlich zurücktreten und Acosta seinen Pass geben.

Acosta bezeichnete Fox News als „Tier mit vielen Köpfe“. Acosta sagte, Journalisten von Fox News hätten ihn verteidigt, als sein Presseausweis widerrufen wurde. Er fügte hinzu, dass es „Kräfte in diesem Netzwerk gibt, die als Propagandisten für Trump fungieren“. Er sagte, Journalisten von Fox News hätten ihm privat unterstützende Nachrichten geschickt, wünschte sich jedoch, sie würden dies öffentlich tun.

Acosta sprach auch über seinen Schock, als Trump Greg Gianforte, das Kongressmitglied aus Montana, dafür lobte, dass er den Guardian-Reporter Ben Jacobs gewaltsam angegriffen hatte. Er sagte den Anhängern, dass jemand, der einen Body Slam durchführt, „mein Mann“ ist. Trumps Kommentare markieren das erste Mal, dass der Präsident öffentlich und direkt eine gewalttätige Handlung gegen einen Journalisten auf amerikanischem Boden gelobt hat.

Acosta, der während der Wahlveranstaltung in der Pressegruppe war, sagte: „Einer von ihnen machte Body Slam-Gesten und dann fuhr er mit dem Daumen über meinen Hals, als wollte er mir die Kehle durchschneiden. Dies war nicht das erste Mal, dass ich mich bei seinen Kundgebungen bedroht fühlte.“

Auf die Frage, ob er zu aggressiv sei, als er sich mit Trump und seiner Regierung beschäftigte, sagte Acosta, dass die Erwartung besteht, dass Reporter hart und aggressiv seien.

„Sollen wir uns umdrehen? Sollen wir es hinnehmen? “, Fragte Acosta. „Einige Kollegen sagen, sie sollen es einfach nehmen, aber ich denke immer noch an die Leute zu Hause, an meine eigenen Kinder. Soll man den Schläger uns jeden Tag auf dem Spielplatz schlagen lassen?“

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3 KOMMENTARE

  1. „Es ist eine gefährliche Zeit, wenn man in Amerika die Wahrheit sagen möchte“ – und genau aus diesem Grund wird die „Wahrheit“ von seiner Berufsgruppe so oft und gern mißbraucht.

  2. „Liebes Tagebuch“

    Jim Acosta ist bestenfalls ein Rabulist, eher aber genau das, was Trump verurteilt.
    Wenn man wie Acosta keinen moralischen Kompass besitzt, ist es natürlich einfach eine „Wahrheit“ zu erzeugen.
    Die Kommunikation ist die grösste Herausforderung unserer Zeit.
    Sie ist im Moment zu einer Meinungsschlacht verkommen.
    Es werden über die Kommunikation Zustände definiert, die so gar nicht herzuleiten sind.
    Jim Acosta ist für mich ein Depp, den man nachhaltig ausblenden sollte.

  3. Der Konjunktiv hat eine Eigenschaft, man vergisst ihn. Im Gehirn erfolgt die Speicherung als Fakt.

    Dessen ist sich dieser Jim Acosta sehr gut bewusst, deshalb spricht er davon, dass „…womöglich Journalisten ermordet werden können.“ Juristisch ist er dadurch nicht greifbar.

    So sind auch seine „Auftritte“ zu werten. Es sind geplante Inszenierungen, was in den Köpfen bleibt ist der Eklat. Wenn dann noch diese Medien das Personal des Weißen Hauses oder gar Trump dafür verantwortlich machen und das ständig wiederholen, dann wird es beim flüchtigen Zuschauer auch so registriert. Damit das auch so ist, verwenden selbst Fernsehsender, deren Kameras die gesamte Zeit liefen, nur ganz kurze Ausschnitte oder lieber noch Standbilder.

    Die deutschen MSM verfahren sehr ähnlich. Wir bleiben davon nicht verschont. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass die Aufmerksamkeitsdefizite bei deutschen Schülern ständig zunehmen, dann sieht es schon traurig aus.

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