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Die Miteinbeziehung der Pensionäre in die Armutsgefährungsquote der Altersruheständer verzerrt die Tatsachen. Gerade Rentnerhaushalte sind stärker von Armut bedroht.

Von Marco Maier

Auch wenn die Armutsgefährdungsquote von 60 Prozent des Medianeinkommens nur ein grober Annäherungswert ist und nicht viel über die tatsächliche Situation aussagt, in der sich die Menschen befinden, so kann man daraus zumindest eine grundlegende Situation ablesen: Es gibt einen gewissen Prozentsatz an Menschen, die weniger als eine bestimmte Summe an Einkommen haben.

Im Falle der Rentner und Pensionäre sieht es so aus: Insgesamt galten im Jahr 2017 laut der „Süddeutschen Zeitung“ 16 Prozent aller dieser Haushalte als „armutsgefährdet“. Doch das Bild wird verzerrt. Denn wenn man dies aufschlüsselt, gelten nur 0,9 Prozent der Pensionärshaushalte als armutsgefährdet, jedoch 19,5 Prozent aller Personen aus Rentnerhaushalten.

Angesichts der Zerstörung der Renten durch die etablierte Politik, die neben der Senkung des Rentenniveaus auch die zunehmende Besteuerung des Altersruhegeldes beinhaltet, darf man davon ausgehen, dass sich die Lage für die Rentner weiter verschlimmert und bereits in wenigen Jahren mindestens ein Viertel dieser Senioren mit ihrer Rente nicht mehr auskommen.

Für die Bekämpfung der Altersarmut hat der rentenpolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, Matthias Birkwald, laut der Zeitung eine Lösung: „Die Einführung einer echten Erwerbstätigenversicherung nach österreichischem Vorbild, in die Beamtinnen und Beamte, Selbständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler und natürlich auch Politikerinnen und Politiker einzahlen.“

3 KOMMENTARE

  1. Schon mit einfacher Mathematik lässt sich die Rentenlüge wiederlegen. Stellen wir uns 3 Menschengruppen vor. Die eine nennen wir R und alle 20 Mitglieder erhalten je 20 Euro, zusammen also 20*20=400 Euro, Die andere Gruppe heißt A und hat 35 Mitglieder. Alle Mitglieder erhalten je 30 Euro. Das sind zusammen 35*30=1050 Euro. Die dritte Gruppe, nennen wir sie U, hat 5 Mitglieder, die je 110 Euro erhalten. Das sind zusammen 5*110=550 Euro. Insgesamt erhalten die 60 Personen 400+1050+550=2000 Euro.
    Beim nächsten Mal steht ein größerer Geldbetrag zur Verfügung. Die Mitglieder aller Gruppen bekommen genau das Doppelte je Person. Es soll aber noch einen Unterschied geben. Es sind jetzt 35 Mitglieder der Gruppe R und nur noch 20 Mitglieder der Gruppe A. Die Gruppe U hat wieder 5 Mitglieder, also wie beim demografischen Wandel.
    Die 35 Mitglieder der Gruppe R erhalten 35*40=1400 €. Die 20 Mitglieder der Gruppe der Gruppe A erhalten zusammen 20*60=1200 €. Die 5 Mitglieder der Gruppe U erhalten 5*220=1100 Euro. 1400€+1200€ +1100 sind zusammen 3700 € statt 2000€. Für die einzelnen Mitglieder beider Gruppen hat sich hat der Betrag jeweils verdoppelt. Trotzdem wird nur die 1,85- fache Menge an Geld benötigt. Sagen wir zur Gruppe R Rentner, A Arbeitnehmer und Gruppe U Unternehmer und Aktionäre, so ändert sich an der Mathematik nichts. Eigentlich waren die Renten immer sicher, es sei denn, ein oder mehrere bekommen beim 2. Mal mehr, wie in der Realität, vor allem die Milliardäre. Auch eine Vergrößerung aller Personengruppen um den Faktor eine Million ändert nichts. Die Ursache des sich fortsetzenden Aufschwungs bei weniger Arbeitnehmern heißt KI und Robotereinsatz.

  2. Sicherlich kein unbekanntes Vorgehen, das kennen wir seit längerem. Wir hatten ‚mal eine Arbeitsministerin (jetzt verteidigt sie die Demokratie mit Klauen und Zähnen), die brachte es im „Aufhübschen“ von Bilanzen und Statistiken zur Meisterschaft .

  3. Herr Maier – gilt ein Rentner, der weniger als 1000 Euro Rente bekommt, als „armutsgefährdet“? Wenn das der Fall sein sollte, sind davon ca. 14 Mio. Rentner betroffen.

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