Berlin-Grunewald, 2. Juni 2016: 25-jährige Jubiläum des ICE-Verkehrs in Deutschland. Im Bahn-Werk wurden 4 Generationen von ICE-Zügen präsentiert. - Bild: Deutsche Bahn AG / Kai Michael Neuhold

Die Deutsche Bahn ist einer der größten Baustellen in der BRD. Nicht verwunderlich, dass es bei der Personalsituation auch nicht zum besten steht. Bei der Deutschen Bahn muss sich sehr rasch, sehr viel ändern.  

Von Redaktion

Der wegen den vielen Verspätungen und Zugausfällen in die Kritik geratenen Deutschen Bahn fehlen in diesem Jahr mindestens 733 Lokführer. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Obwohl die Bahn nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums im vergangenen Jahr 1076 neue Lokführer einstellen konnte, bleibt der Personalmangel hoch. Demnach sind im Frachtverkehr zwei Prozent der Planstellen nicht besetzt. Das entspricht rund 590 Mitarbeitern in der Gütersparte DB.

FDP-Wirtschaftsexperte Hagen Reinhold kritisierte gegenüber dem RND die Informationspolitik des Bundesverkehrsministeriums. „Wie soll die Bahn ihre Fehler korrigieren, wenn sie offenbar selbst nicht weiß, wo die Defizite genau liegen?“ Auch der Lokführermangel bestätige nur die Wahrnehmung, dass sich der „Mangel mehr und mehr zum Bremsklotz der Bahn erweist“.

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733 Stellen unbesetzt – eine glatte Lüge

Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GdL), Claus Weselsky, warf der Bahn „Schönfärberei“ bei den Zahlen der fehlenden Lokführer vor: Dass nur 733 Stellen unbesetzt sein sollen, bezeichnete der Gewerkschafter als „glatte Lüge“.

Die Bahn habe rund 1000 angehende Lokführer, die in diesem Jahr ihre Ausbildung abschließen, bereits in die Bedarfsplanung eingerechnet. Der Bedarf an Lokführern sei somit weitaus höher. Laut Weselsky waren im vergangenen Jahr 1500 Planstellen für Lokführer unbesetzt.

Nach Ansicht des GdL-Vorsitzenden wird sich das Problem weiter verschärfen. Das Durchschnittsalter der Lokführer liege derzeit bei rund 50 Jahren – etliche Lokführer würden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen.

Verstärkung im Anrollen

Bahn-Vorstand Richard Lutz kündigte am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Bundestages eine Rekrutierungswelle seines Unternehmens an. Die Bahn wolle 22 000 Stellen allein in diesem Jahr neu besetzen. Wie viele Lokführer darunter sein sollen, ist nicht bekannt.

Laut Lutz ist es für die Bahn trotz angespannter Arbeitsmarktlage kein Problem, die benötigten Mitarbeiter zu bekommen.

 

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7 KOMMENTARE

  1. Das fehlende Personal dürfte für die Bahn nur ein Problem unter vielen sein. Verspätungen, unzureichende Informationen, verkommene Bahnhöfe und Züge sowie das fehlende Sicherheitsgefühl vor und während der Fahrt werden wohl in Zukunft auch die Anzahl zahlender Fahrgäste verringern, denn niemand ist der einzige, der aufgrund der Misstände freiwillig auf Bahnfahrten verzichtet, sofern es möglich ist.
    Ich kenne einige, die sich lieber eine Stelle (auch mit Abstrichen) in der Nähe suchen als mit der Bahn in eine andere Stadt pendeln zu müssen.

  2. Seit zig Jahren erzählen uns die Politiker der etablierten Parteien über die MSM und besonders gern in Talk-Shows vor Wahlen, wie die Bahn als zukunftsfähiges Transportmittel ausgebaut werden soll.

    Immer mehr Güter sollten auf der Schiene transportiert werden und die Passierzahlen ständig gesteigert werden.

    Parallel erlaubte man der Bahn die Übernahme der größten deutschen Spedition, Schenker.

    Strecken wurden stillgelegt, Weichen für Anschlussgleise demontiert, Bahnhöfe geschlossen, Verbindungen ausgedünnt, unausgereifte und ungeeignete Technik gekauft, Personal drastisch abgebaut, das verbliebene Personal von der eigenen Staatsgewerkschaft schändlich verraten, größenwahnsinnige Projekte ohne Nutzen oder nur mit einem lächerlich kleinen Nutzen durchgepeitscht.

    Die neue, kleine Gewerkschaft GdL benennt seit ihrer Gründung die gesamten Mängel und wird dafür diffamiert und schändlich bekämpft.

    Um den Lokführermangel zu beheben, gab es schon einmal Aktionen, die zwar Linderung brachten aber nicht den Gesamterfolg.

    Wenn die Bahn sich nicht insgesamt ändert und das von der Spitze an, dann wird auch diese Aktion sang- und klanglos verpuffen. Das Unternehmen Bahn muss wieder mit Fachleuten und nicht von abgehalfterten Politikern und ihren Lakaien besetzt werden.

  3. Ich war so blöd und wollte mich Umschulen lassen. Wochenlang habe ich gebüffelt, alle Tests bestanden, dann kam das Medi. Weil ich die Hohen Töne auf ein Ohr nicht höre, musste ich aufhören. Die wollen gar keine einstellen, die wollen das es eskaliert und immer mehr Züge ausfallen um die Vollautomatisierung ein zuführen.

  4. Man sollte da mal das mittlere Management ranlassen, die noch Verbindung zur Technik und zur Basis haben, alles andere scheint kontraproduktiv zu sein, denn ab einem bestimmten Zeitpunkt schweben die über den Wolken und verlieren die Bodenhaftung, das ist nicht nur bei der Bahn so, sondern auch bei der Post und bei manchen Aktiengesellschaften, wo lediglich auf die Umsetzung der Interessen der Mehrheitsaktionäre geachtet wird und das eigentliche, nämlich die Funktion zu kurz kommt und in dieser Gemengenlage befinden sich viele Großunternehmen, die früher in mühseliger Kleinarbeit aufgebaut wurden und heute Stümpern und Profiteuren zum Opfer fallen, obwohl ihre Existenz eigentlich von Erfolg gekrönt sein müßte, aber so ist es halt mal im Leben, der eine pflanzt den Baum und er andere fällt ihn ohne Überlegung oder aus wirtschaftlichen Gründen, es müßte im Interesse aller anders behandelt werden, dann könnte vielleicht noch etwas daraus werden.

  5. A) Dann müssense eben mehr zahlen. Dann kommen auch mehr Bewerber!

    B) Wir haben doch jede Menge arbeitslose geflüchtete Fachkräfte…
    🤣🤣🤣🤣🤣

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