Das Gipfeltreffen des Pekinger Forums zur Zusammenarbeit China-Afrika (FOCAC) von 2018 war das Signaturereignis, mit der die Prioritäten Chinas für Afrika in den nächsten drei Jahren festgelegt wurden.

Von Yun Sun / Brookings

Abweichend von seiner Tradition, die finanziellen Zusagen zu verdoppeln oder zu verdreifachen, blieb Chinas Engagement mit 60 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 unverändert. Gemessen an Umfang und Zusammensetzung bleibt Chinas Engagement stark, scheint aber vorsichtiger und berechnender zu sein als seine bisherigen Zusagen. Die Konzessionalität (Finanzierungsbedingung) der chinesischen Finanzierung wird moderiert, während sich China zunehmend auf die Aspekte Wirtschaftlichkeit und Rentabilität konzentriert.

Nach dem traditionellen Modell der „Ressourcen für die Infrastruktur“ scheint sich China auf die nächste Stufe zu bewegen: Die Kapitalinvestitionen einer vielfältigeren Gruppe von Investoren werden durch staatliche Entwicklungsfinanzierung unterstützt. Unterdessen hat Afrika noch erheblichen Aufholbedarf, um mehr chinesische Investitionen zu gewinnen und seine Handelsbeziehungen mit China zu diversifizieren.

Die chinesische Schilderung über ihre Entwicklungsanstrengungen in Richtung Afrika unterliegt wesentlichen Veränderungen. Tatsächlich hat China ein zunehmendes Interesse gezeigt, seinen finanziellen Beitrag als Entwicklungsfinanzierung und nicht als Entwicklungshilfe zu identifizieren. Das liegt zum einen daran, dass China die vorherrschenden Kriterien für die öffentliche Entwicklungshilfe nicht erfüllt hat. Zweitens trägt die geringere Betonung der Aspekte der Hilfe auch dazu bei, den Kreis zwischen den sich selbst dienenden, kommerziellen Aspekten der chinesischen Finanzierung und der vermutlich altruistischen Absicht Chinas als verantwortungsbewusster Interessenvertreter zu fassen.

Was China in Afrika anbietet, ist in der Tat kein Blankoscheck und ein garantiertes Ergebnis. Stattdessen bietet Peking Afrika die Möglichkeit, seine wirtschaftliche Entwicklung auf der Grundlage der von China entwickelten Infrastruktur zu beschleunigen, die von China geschaffenen Technologien, Beschäftigungsmöglichkeiten und Marktchancen zu nutzen und den Wunsch und den Wettbewerb nach Wachstum durch einen marktorientierten Ansatz zu fördern, statt durch eine Unterstützung.

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Die chinesische Finanzierung ist weder frei noch altruistisch. Aber darum geht es nicht. Der eigentliche Punkt ist: Wie kann Afrika die Chancen, die China bietet, besser nutzen und die daraus resultierenden Fallen vermeiden? Die Antwort auf diese Frage war nicht Chinas Priorität, sondern hat sich auf eine bessere Entscheidungsfindung, eine diszipliniertere Innenpolitik und vor allem auf eine bessere Regierungsführung konzentriert.

Während China seine Belt and Road-Initiative in Afrika ausdehnt, ist die Zusammenarbeit zwischen den USA und China auf Regierungsebene in Afrika nach wie vor rar. Dieser Trend steht jedoch im krassen Gegensatz zu der wachsenden Zusammenarbeit chinesischer und amerikanischer Unternehmen bei Infrastrukturprojekten auf dem Kontinent. Obwohl die chinesischen Projekte und Finanzierungen die Tradition haben, chinesische Auftragnehmer und Anbieter zu bevorzugen, haben die technischen Vorteile einiger amerikanischer Unternehmen sie zum Nutznießer der chinesischen Kampagne gemacht.

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