Venezuela: Pence ruft Bevölkerung zum Aufstand gegen Maduro auf

US-Vizepräsident Mike Pence ruft die Venezolaner dazu auf, gegen „Diktator Maduro“ aufzustehen und ihn zu stürzen. Washington wird einen Regime Change in Venezuela unterstützen.

Von Marco Maier

Nachdem Präsident Donald Trump sich bereits mehrfach darüber erkundigte, ob die Vereinigten Staaten militärisch in Venezuela intervenieren sollten, übt sich inzwischen auch Vizepräsident Mike Pence in Regime-Change-Gedanken bezüglich Venezuela. Nach der fehlgeschlagenen Revolte von Militärs in dem krisengeplagten südamerikanischen Land rief er die Bevölkerung zu umfangreichen Protesten auf, um den umstrittenen Staatschef zu stürzen.

Am Dienstag forderte US-Vizepräsident Mike Pence das venezolanische Volk dazu auf, im Anschluss an den riskanten Appell von Oppositionsführer Juan Guaido, ihre „Stimmen Gehör finden zu lassen“. Dies scheint eine Fortsetzung der Äußerungen des Außenministers Mike Pompeo zu sein, die das volle Gewicht der Vereinigten Staaten hinter Venezuelas rechtsgerichteter Opposition werfen.

Die Worte von Vizepräsident Pence wurden in einem auf Social Media geposteten Video veröffentlicht, in dem er behauptete: „Nicolas Maduro ist ein Diktator ohne legitimen Machtanspruch.“ Das Video beginnt mit der Begrüßung von Pence auf Spanisch „Hola, ich bin Mike Pence“, endet jedoch mit einem etwas grimmeren Ton: „Vayan con Dios!“ oder „Geht mit Gott“.

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Pence lobte auch Guaido, den Oppositionsführer der Nationalversammlung (der sich zuvor als „legitime“ Macht Venezuelas bezeichnete) als „mutigen“ Anführer der „letzten Spur der Demokratie in Ihrem Land“. In dieser Woche erklärte der Oberste Gerichtshof der Regierung, er wolle die jüngsten Maßnahmen der Nationalversammlung verwerfen, durch die Maduros Präsidentschaft für illegal erklärt wurde.

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Pence sagte in dem Video, dass er die Nachricht für Trump und das amerikanische Volk übermittelte. In Bezug auf die geplanten Proteste am heutigen Mittwoch sagte der Vizepräsident: „Wenn Sie morgen Ihre Stimmen für das amerikanische Volk Gehör verschaffen, sagen wir allen guten Menschen in Venezuela: ‚Estamos con ustedes, wir sind bei Ihnen.'“

Das Land steht nach wie vor auf der Kippe. Nach der Meuterei und dem erfolgreichen Vorgehen der Regierung, bei dem die rebellische Einheit mehrere Beamte entführte, die nur wenige Kilometer vom Präsidentenpalast entfernt an einem Außenposten der Polizei Waffen gestohlen hatten, brachen an mehreren Stellen der Hauptstadt Caracas Anti-Maduro-Proteste aus. Maduros rechte Hand, Diosdado Cabello, prahlte auch auf Twitter, als er von den Rebellen sprach: „Sie wurden in Rekordzeit neutralisiert, kapituliert und gefangengenommen.“

Inzwischen steigt die Gefahr eines von den USA unterstützten Regime Changes immer weiter an. Je mehr die Lage in Venezuela eskaliert, umso wahrscheinlicher ist ein Ausbruch eines „Bürgerkrieges“, in dem sich Anhänger und Gegner der sozialistischen Regierung bekämpfen. Ziel Washington ist es, eine rechtsgerichtete US-freundliche Regierung einzusetzen, zumal durch eine Privatisierung der Ölförderung gewaltige Gewinne locken. Wenn man bedenkt, dass Venezuela über die größten bislang bekannten Ölreserven verfügt, kann man sich vorstellen, welche Begehrlichkeiten das weckt.

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