Offenbar scheint US-Präsident Donald Trump eine „militärische Option“ für Venezuela voranzutreiben, nachdem sich der Parlamentspräsident zum Interimspräsidenten des Landes ausrief. Eine Invasion über Kolumbien wäre denkbar.

Von Marco Maier

Steht ein US-Einmarsch in Venezuela bevor? Möglich. Zumindest dann, wenn die US-Truppen regionale Unterstützung – zum Beispiel aus Kolumbien oder Brasilien erhalten. Schon früher wollte US-Präsident Donald Trump Truppen in das südamerikanische Land entsenden und Präsident Nicolas Maduro entmachten. Nun mit der Bildung einer Parallelregierung durch Parlamentspräsident Juan Guaido wird dieser Schritt sogar immer wahrscheinlicher.

Militärische Option auf dem Tisch – das sagte Axios-Reporter Jonathan Swan, als er mit Senator Lindsey Graham über die Venezuela-Krise sprach. An einem exklusiven Sonntagabend enthüllte Axios die wichtigsten explosiven Inhalte eines kürzlichen Treffens zwischen Präsident Trump und Senator Graham, bei dem der Präsident „über die Möglichkeit des Einsatzes militärischer Gewalt in Venezuela nachgedacht hat, wo die US-Regierung derzeit mit diplomatischem und wirtschaftlichem Druck auf einen Regime Change drängt.“

Laut Axios: Graham erinnerte sich an sein Gespräch mit Trump vor ein paar Wochen und sagte: „Er [Trump] sagte: „Was denkst du über den Einsatz von militärischer Gewalt?“ Und ich sagte: „Nun, das muss langsam gehen, das könnte problematisch sein.“ Und er sagte: „Nun, ich bin überrascht, du willst überall einmarschieren.“ Graham lachte. „Und ich sagte: „Ich möchte nicht alle überfallen, ich möchte das Militär nur einsetzen, wenn unsere nationalen Sicherheitsinteressen bedroht sind.“

Senator Graham erklärte Swan in einem Telefonanruf weiter, dass „Trumps wirklich hawkish“ in Bezug auf Venezuela ist, und fügte hinzu, dass die Bereitschaft des Präsidenten, militärische Gewalt gegen das Maduro-Regime einzusetzen, die von Graham tatsächlich übertrifft.

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Und wenn man nun bedenkt, dass sich angesichts der tiefen Spaltung der venezolanischen Bevölkerung ein von den Vereinigten Staaten (militärisch) unterstützter Regime Change durchaus lohnen könnte und die „Kriegspartei“ im Kongress ohnehin stark genug ist, klingt ein Militäreinsatz in dem wirtschaftlich und politisch stark zerrütteten Land durchaus als möglich.

Es ist davon auszugehen, dass auch die CIA – die schon viele Jahre in Venezuela aktiv ist – in den kommenden Tagen und Wochen noch aktiver sein dürfte und alles in ihrer Macht stehende unternehmen wird, um Guaido zu unterstützen und Maduro zu stürzen. Auch die Entsendung von Spezialeinheiten nach Venezuela wäre eine Option, die durchaus im Rahmen des Wahrscheinlichen liegt. Vor allem dann, wenn ein offener Bürgerkrieg zwischen den Anhängern und Gegnern Maduros ausbricht.

Nicht zu vergessen, dass das venezolanische Militär sich auf eine ausländische Invasion vorbereitet und bereits schweres militärisches Gerät an die Grenzen (vor allem an jene zu Kolumbien, welches ein Kern-Alliierter der USA in Südamerika ist) auffährt. In Caracas scheint man sich der aktuellen Gefahr einer US-Militärintervention durchaus bewusst zu sein.

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4 thoughts on “Venezuela-Krise: Washington denkt über „militärische Option“ nach”

  1. Im Gegensatz zu Chavez ist Maduro ein Machtmensch mit einem Holzkopf,also ein ziemlich unumgängliches Wesen. Allein mit Ausgaben für die Militärs und Zuwendungen an seine Getreuen glaubte er seine Position abzusichern. Diese Strategie funktioniert auf Dauer nicht.

    Es nähert sich der Tag an dem seine Macht kollabieren wird, denn die Militärbonzen werden geschmeidig zur anderen Seite wechseln, und die kleinen Leute schauen dann in die vielen Mündungen der von Maduro gekauften Waffen. Dann heißt es nur noch Schwanz einziehen, oder sonst bekommt man ein kreisrundes Loch in die Stirn.

    Wer die neue neoliberale Regierung anführen wird, ist noch offen. Die transnationalen Unternehmen scharren schon mit den Hufen für eine Reprivatisierung der Staatsunternehmen, denn dort warten sehr robuste Gewinne.

  2. Leider interessieren die USA die Menschenrechte immer nur in rohstoffreichen Staaten, die außerdem nicht mit den USA verbündet sind. Ein wahrscheinlich langjähriger Bürgerkrieg, der das Elend eher verschlimmern würde, wäre die wahrscheinlichsten Folge. Die Aufweichung des Nichteinmischungsprinzips durch die Nato und besonders die USA (=humanitäre Kriege) ist letzten Endes schlimmer und das nicht nur für das Volk von Venezuela. Die Ursachen des Elends sind nicht nur in einer verfehlten Wirtschaftpolitik, sondern auch in Kontensperrungen, der Weigerung Londons, venezuelarisches Gold herauszurücken usw. zu suchen.

  3. Ich erinnere an den letzten US-Putschversuch in Venezuela: Der Comandante der Revolución Bolivariana, Hugo Rafael Chávez Fría, dreimal mit 70%iger Mehrheit zum Präsidenten gewählt, hatte durch Verstaatlichung nationaler Ressourcen und täglicher TV-Verhöhnung von Präsident Bush (Mistaa Däinja) den Zorn der Amis auf sich gezogen. Am 11.4.2002 initiierten aus de US-Botschaft in Caracas Militärs des US Marine Corps & CIA-Agenten den Staatsstreich und ließen von gedungenen, venezolanischen Offizieren Chávez verhaften. Der eingesetzte Übergangspräsident, eine US-Marionette, Pedro Carmona, wurde sofort von Washington und Spaniens Regierung unter Präsident José María Aznar, genannt „perrito yanqui“, diplomatisch anerkannt. Nach 48 Stunden brach der Putsch zusammen und Carmona floh in die USA. Den Funkkontakt wickelten die Putschisten über vor der Küste ankernde Schiffe der US-Navy ab. Daraufhin stationierten die Amis im benachbarten Kolumbien Truppen, die in der gegenwärtigen Situation in Venezuela „zur Aufrechterhaltung der Demokratie“ intervenieren könnten . . .

  4. Haltet eure dreckigen Schnauzen ihr US Vasallen Schmierfink. Maduro war Busfahrer bevor er zu 65% vom Volk zum Präsident gewählt wurde. Hört auf die deutsche sudelwichspresse zu imitieren. Maduro ist ein Präsident des Volkes und kein Vasallen der USA… Merkt euch das

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