Hochgerechnet verenden jedes Jahr in Deutschland 13,7 Millionen Schweine oder müssen notgeschlachtet werden, weil sie in Mastbetrieben oder beim Transport zu sehr leiden.

Redaktion

Demnach erliegen die meisten der sogenannten Falltiere Erkrankungen, die maßgeblich mit der Haltung, Fütterung, Leistung und Züchtung sowie vor allem mit den Hygienebedingungen bei der Fleischproduktion zusammenhängen. Das geht aus einem wissenschaftlichen Gutachten der Universität Kassel im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, das dem RedaktionsNetzwerk vorliegt.

Rund 92 Prozent aller konventionell gehaltenen Schweine weisen laut den Autoren des Gutachtens Beulen an den Gliedmaßen auf, die von der Haltung auf harten Böden herrührten. Rund 27 Prozent hätten Verletzungen an den Klauen. Die Grünen fordern Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zu größeren Anstrengungen beim Tierschutz in der Land- und Ernährungswirtschaft auf.

„Die Studie zeigt: Tierleid ist in den aktuellen Haltungsstrukturen vorprogrammiert. Daran wird das Pseudo-Label, das Julia Klöckner gerade ausarbeitet, nichts ändern“, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter dem RND. „Für echten Tierschutz brauchen wir den großen Wurf: eine Gesamtstrategie, die bessere Regeln für die Tierhaltung, gezielte Förderung einer besseren Agrarpolitik, eine verpflichtende Fleisch-Kennzeichnung und ein umfassendes Monitoring zum Zustand der Tiere in den Betrieben miteinander verknüpft“, betonte Hofreiter.

Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion, forderte ein Umdenken in der Landwirtschaft: „Zu lange wurden die Haltungsbedingungen einzig an der Wirtschaftlichkeit festgemacht. Die Lebensbedingungen der Tiere müssen verbessert werden“, forderte Ostendorff. „Es kann doch nicht sein, dass jedes Jahr über 13 Millionen Schweine in den Ställen eingehen oder sie so leiden, dass sie notgetötet werden müssen. Das sind 37.000 Tiere pro Tag!“

Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner plant die Einführung eines staatlichen Tierwohl-Kennzeichens für Fleisch im Supermarkt. Es sieht drei Stufen vor und soll voraussichtlich ab 2020 starten. Die Kriterien werden noch erarbeitet.

3 COMMENTS

  1. „Täglich verenden 37.000 Schweine in Deutschland“

    von wievielen Schweinen insgesamt?
    Ich halte die Zahlen für maßlos überzogene Propaganda.
    Sowas führt dann dazu, daß man immun wird gegen derlei „Drama“.

  2. Ich finde das alleine das zwängen der Tiere in ein paar Quadratmeter große Räumlichkeit schon sehr entwürdigend. Ich für meinen Teil sorge für eine Verringerung des ganzen. Einfach einmal in der Woche Fleisch essen.

  3. Entsetzlich ! in Dedutschland werden lt. Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ca. 26,9 Mio. Schweine gehalten. Zeit bis zum Schlachthof : ca 6-7 Monate. D.h. ca. 47 Mio Schweine, die pro Jahr gemästet und geschlachtet werden und 13 Mio davon verenden. Das sind ca. 27,5% – unfassbar! 1/3 der Tiere kommen nicht auf den Teller oder in die Wurst !
    Ob da der Journalist in der Grundschule mit den Grundrechenarten auf Kriegsfuss steht oder es sich einfach um populistische Fake-News handelt! Genau damit machen sich Medien wie Contra unglaubwürdig.

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