Der geomagnetische Nordpol hat sich stärker verschoben als erwartet. Das beeinträchtigt die Navigationssysteme. Steht ein Polsprung bevor?

Von Marco Maier

Das Magnetfeld der Erde, auch geomagnetisches Feld genannt, ist das Magnetfeld, das sich vom inneren Kern der Erde in den Weltraum erstreckt und dort schädliche Strahlung von der Sonne ablenkt. Ohne dieses Magnetfeld, wäre das uns bekannte Leben auf unserem Planeten nicht möglich.

Aber jetzt findet etwas bizarres statt. Der nördliche Magnetpol der Erde hat sich schnell von Kanada weg und in Richtung Sibirien gedreht, hauptsächlich angetrieben durch flüssiges Eisen, das tief in den Kern des Planeten geflossen ist. „Der Magnetpol bewegt sich so schnell, dass er die Geomagnetismus-Experten der Welt in einen seltenen Schritt gezwungen hat“, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Dieses hat auch die nachfolgende Grafik veröffentlicht, welches die Bewegung des magnetischen Nordpols zeigt.

Doch da sich der magnetische Nordpol zu rasch verschiebt, werden die aktuellen Modelle zur Berechnung bei der Navigation hinfällig und müssen neu ausgewertet werden. Wenn man bedenkt, dass das aktuelle Modell bis zum Jahr 2020 Gültigkeit besitzen sollte und bereits jetzt obsolet ist, wird klar, dass es hier zu Problemen kommen kann.

„Nature“ sagte, eine konsequente Überwachung ist notwendig, da sich flüssiges Eisen, das sich im Erdkern bewegt, nicht einheitlich bewegt. Es gibt immer wieder Veränderungen, auf die mittels neuer Berechnungen eingegangen werden muss.

Die Bewegung des nördlichen Magnetpols wurde seit 1831 untersucht. Zunächst wurde die Bewegung in den Arktischen Ozean mit einer Geschwindigkeit von etwa 15 km pro Jahr verfolgt. Seit Mitte der 1990er Jahre hat es jedoch zugenommen. Es bewegt sich jetzt mit einer Rate von etwa 55 Kilometern pro Jahr.

Geophysiker wissen jedoch nicht genau, warum sich das Magnetfeld so schnell verändert. „Geomagnetische Impulse, wie sie 2016 stattfanden, könnten auf ‚hydromagnetische‘ Wellen zurückgeführt werden, die tief im Kern entstehen“, so das Magazin. „Und die schnelle Bewegung des nördlichen Magnetpols könnte mit einem Hochgeschwindigkeitsstrahl flüssigen Eisens unter Kanada zusammenhängen.“

Dieser schnell fließende, geschmolzene Fluss scheint den magnetischen Einfluss des Eisenkerns unter Nordamerika zu schwächen. „Die Lage des nördlichen Magnetpols scheint von zwei großflächigen Magnetfeldern bestimmt zu werden, einer unter Kanada und einer unter Sibirien“, sagte Phil Livermore von der University of Leeds einem Treffen der American Geophysical Union. „Der sibirische Patch gewinnt den Wettbewerb.“ In der Zwischenzeit versuchen Geophysiker herauszufinden, warum sich das Magnetfeld verschiebt.

Bei einem potenziellen Verstoß gegen die akzeptable Grenze für Navigationsfehler können Navigationssysteme, die stark vom Erdmagnetfeld der Erde abhängig sind, gestört werden.

Geophysiker stellen fest, dass die Erde eine „geomagnetische Umkehrung“ durchlaufen kann, bei der diese Magnetpole die Seiten wechseln. Dies war das letzte Mal vor 781.000 Jahren der Fall. Aber es wird angenommen, dass es in den letzten 20 Millionen Jahren durchschnittlich alle 20.000 bis 30.000 Jahre stattgefunden hat.

Könnte die unberechenbare Bewegung des nördlichen Magnetpols ein Hinweis darauf sein, dass bereits eine „geomagnetische Umkehrung“ im Gange ist? Wenn ja, welche Folgen hat dies für den Planeten Erde?

8 COMMENTS

  1. Bewegung im Magnetfeld der Erde? Das ist also was Schreckliches? Die Spielereien mit elektromagnetischen Wellen von Wettermachlehrlingen z.B HAARP hat keine Bedeutung? Kann man mit dem kindischen Getue nicht Systeme der Erde, die sehr empfindlich sind, so stören, die die kleinen Spielernaturen nie reparieren werden können.? Also, was sich an Abnormen auf der Erde derzeit zeigt, ist von kindischen Möchtgerngenies verursacht. Werden einmal das Richtige tun: Bang und fort sind die mit den Größenideen für immer.

  2. Sehr interessant, aber ohne gemein klingen zu wollen, muss ich zugeben, dass sich in dem Artikel einige sprachliche Fehler befinden, die den Lesefluss stören.

  3. Ein etwas wirrer Artikel. – Auf jeder Seekarte ist angegeben um welchen Betrag sich die magnetische Mißweisung im jeweiligen Seegebiet ändert.
    Beispielsweise ist in der westliche Ostsee für die richtige Kursberechnung zwischen Kartenkurs und Kompasswert ein Faktor von +0,1° (O) jährlich, bezogen auf das Kartendatum, zu berücksichtigen.

    Auf das Navigieren mit Satellitendaten-Empfänger hat die Änderung bezüglich der Veränderung des Erdmagnetfeldes nichts zu tun, denn dort werden Laufzeiten von Funksignalen zur Berechnung ausgewertet. Und sollte es zu magnetisch bedingten geringfügigen Einflüssen kommen, so werden diese mittels entsprechender Differenzialsignale korrigiert.

    Fakt ist, dass die Polumkehr keine Sprungfunktion ist, sondern ein schleichender Vorgang. Zur Zeit ist bekannt, dass immer größere Gebiete im Norden „südmagnetisch“ werden, und im Süden umgekehrt.

    • Sie haben es ja schon geschrieben aber um es nochmal deutlich zu machen, der magnetische Südpol befindet sich derzeit am geografischen Nordpol und umgekehrt.

      • @ rensseak, da hast du mich aber gewaltig missverstanden. – bei der Betrachtung physikalischer Systeme kommt es immer darauf an, wo der Beobachter steht.
        Wer definiert was Nordpol oder Südpol ist? Zeigt die Nordspitze der Kompassnadel nun nach Norden oder Süden?
        Ist die nördliche Halbkugelseite der Erde nun oben oder unten? usw., usw.

        Im Artikel ging es um die Umpolung des Erdmagnetfeldes – nur zur Erinnerung 😉

  4. Also ich hab in meiner fast lebenslangen Beruftätigkeit auf der Brücke von seegehenden Fahrzeugen nicht einmal den Magnetkompass, der sich wohl nach wie vor auf dem Peildeck befindet, gebraucht, da mit Kreiselkompassen im Machinenraum genauer deren „Töchtern“ auf der Brücke navigiert wird. Und in Zeiten der Satellitennavigation ist auch das obsolet geworden. Die Standortbestimmung allein mit einem Kompass gibt es auch nur in lächerlichen Fernsehfilmchen. Wohlan…

    • @ E.Precht
      Der Magnetkompass ist auf jedem Schiff absolut zu Recht vorgeschrieben. – Du darfst natürlich ohne losfahren; aber dann tue es bitte allein. – Solchen Ignoranten sollte man dann im Notfall auch nicht zu Hilfe eilen. (Du warst mal bei der Kriegsmarine, stimmt’s ?)

      Ich habe auf die Angaben in der Seekarten nur hingewiesen, damit dann jeder geistig reife Mensch selbst beurteilen kann, mit welchen Parametern die Sache läuft. Und wenn du die Grafik im Artikel mal mit eingeschaltetem Gehirn anschaust, dann wirst du erkennen, dass der Pol in den vergangenen 120 Jahren sich um 1220 km nach Norden bewegt hat. Das sind also schlappe 10 km pro Jahr.
      Du musst also noch etwas warten, bis der Pol auf unserem Breitengrad angelangt ist – sind ja nur 4200 km.

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