Donald Trump. Bild: Wikimedia / Michael Vadon CC BY-SA 4.0

Selbst diejenigen, die einen Regierungswechsel in Venezuela wünschen, sollten jegliche Auffassung ablehnen, dass der Wandel von den Vereinigten Staaten „unterstützt“ werden muss.

Von Ron Paul / Antikrieg

Letzte Woche kündigte Präsident Trump an, dass die Vereinigten Staaten von Amerika Nicholas Maduro nicht mehr als Präsidenten Venezuelas anerkennen und stattdessen den Leiter seiner Nationalversammlung, José Guaido, als Präsidenten anerkennen würden. Die USA unterstützen damit offen den Regimewechsel. Aber was seit langem ein Traum der Neokonservativen ist, könnte sich für Präsident Trump als Alptraum erweisen.

Warum hat Trump erklärt, dass der venezolanische Präsident nicht mehr der Präsident ist? Nach Angaben des Außenministeriums handelte die Regierung, um bei der Durchsetzung der venezolanischen Verfassung zu helfen. Wenn sie nur so begierig darauf wären, unsere eigene Verfassung durchzusetzen!

Es ist ironisch, dass ein Präsident, der die ersten zwei Jahre im Büro damit verbracht hat, gegen Anklagen zu kämpfen, dass ein fremdes Land sich in die US-Wahlen eingemischt hat, eine Wendung machen und sich nicht nur in ausländische Wahlen einmischt, sondern tatsächlich das Recht einfordert, den Präsidenten eines fremden Landes zu ernennen! Wie würden wir reagieren, wenn die Chinesen und Russen entscheiden würden, dass Präsident Trump die US-Verfassung nicht einhält und stattdessen die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi als US-Präsidentin anerkennen?

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Selbst diejenigen, die einen Regierungswechsel in Venezuela wünschen, sollten jegliche Auffassung ablehnen, dass der Wandel von den Vereinigten Staaten „unterstützt“ werden muss. Presseberichten zufolge war Vizepräsident Mike Pence so sehr in interne venezolanische Angelegenheiten involviert, dass er Guaido tatsächlich drängte, sich selbst zum Präsidenten zu ernennen und die Unterstützung der USA versprach. Das ist nicht nur dumm, es ist auch sehr gefährlich. Ein venezolanischer Bürgerkrieg würde zu Massensterben und noch mehr wirtschaftlichem Elend führen!

Regimewechsel ist seit langem die Politik der USA gegenüber Venezuela. Die USA führen Wirtschaftskrieg praktisch seit der ersten Wahl von Maduros Vorgänger Hugo Chavez im Jahr 1998. Das Ziel der US-Sanktionen und anderer wirtschaftlicher Maßnahmen gegen Venezuela (und anderer Länder im Fadenkreuz Washingtons) ist es, das Leben für Durchschnittsbürger so unangenehm zu machen, dass sie sich erheben und ihre Führer stürzen. Aber natürlich müssen sie, sobald sie dies tun, diese Führer durch jemanden ersetzen, der von Washington genehmigt wurde. Erinnern wir uns an den „arabischen Frühling“ in Ägypten, als das Volk aufstand und seinen Führer stürzte, aber dann den „falschen“ Kandidaten wählte. Die Armee zog ein und setzte den gewählten Präsidenten ab und ersetzte ihn durch einen von Washington zugelassenen Politiker. Der damalige Außenminister John Kerry nannte es „die Wiederherstellung der Demokratie“.

Es ist tragisch komisch, dass Präsident Trump den verurteilten Kriminellen Elliot Abrams zu seinem ersten Vertreter für die „Wiederherstellung der Demokratie“ in Venezuela ernannt hat. Abrams spielte eine Schlüsselrolle in der Iran-Contra-Affäre und war anschließend einer der Hauptarchitekten der verheerenden US-Invasion im Irak im Jahr 2003. Seine Rolle bei der Förderung der schrecklichen Gewalt in Lateinamerika in den 1980er Jahren sollte ihn davon ausschließen, jemals wieder ein öffentliches Amt zu bekommen.

Anstelle dieses schmierigen Staatsstreichs wären Engagement und Handel eine bessere Politik für Venezuela in den letzten 20 Jahren gewesen. Wenn wir wirklich an die Überlegenheit eines freien Marktsystems glauben, müssen wir auch glauben, dass wir nur mit gutem Beispiel vorangehen können, nicht indem wir unser System anderen aufzwingen.

Erst vor vier Monaten sagte Präsident Trump vor der Generalversammlung der UNO: „Ich respektiere das Recht jeder Nation in diesem Raum, ihre eigenen Bräuche, Überzeugungen und Traditionen zu verfolgen. Die Vereinigten Staaten werden Ihnen nicht sagen, wie Sie leben oder arbeiten oder beten sollen. Wir bitten Sie nur, im Gegenzug unsere Souveränität zu respektieren.“ Leider scheint es, dass das nur leere Worte waren. Wir wissen aus dem Irak, Libyen, Syrien usw., dass dies für Präsident Trump nicht gut enden wird. Oder für die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir müssen Venezuela in Ruhe lassen!

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1 KOMMENTAR

  1. Wenn er sich da nicht auf Glatteis bewegt, denn zum ersten konterkariert er mit dieser Unterstützung seine eigene Stellung und außerdem wurde der amtierende Präsident von einer Mehrheit gewählt und solange hier keine außergewöhnlichen Umstände eintreten sollte man sich heraushalten, diese ganzen Einmischungen weltweit haben ja auch nichts gebracht und was nun den einen oder anderen dazu bewegt, den Neuen zu unterstützen ist wenn man so will undemokratisch, aber auch das wird ja schon seit Jahren nicht so eng gesehen, das Schlimme ist nur, wie soll man es den Bürgern verklickern, die nun langsam wirklich nicht mehr verstehen, was Sache ist, so oder so.

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