Der Chef des Energieversorgers RWE, Rolf Martin Schmitz, hat den Kompromiss der Kohlekommission als Ergebnis mit Licht und Schatten bezeichnet. 

Von Redaktion

„Auf jeden Fall ist es gut, dass die Kommission ein fast einstimmiges Ergebnis erreicht hat. Denn wir brauchen einen Konsens und Planungssicherheit“, sagte der Manager der „Rheinischen Post“. Wie die Umsetzung genau funktionieren solle und was das im Einzelnen für RWE heiße, müsse man erst mal analysieren, sagte er.

„Klar ist aber, und dass sollte allen bewusst sein, in der Braunkohle wird es tiefe Einschnitte geben. Das wird ein Kraftakt für alle und kann nur gelingen, wenn die Politik tatkräftig und verlässlich unterstützt. Und selbst dann werden wir sehen, ob ein so frühes Ausstiegsdatum am Ende überhaupt sinnvoll möglich ist.“

Mit Blick auf einen möglichen Arbeitsplatzabbau sagte Schmitz, man dürfe nicht vergessen, dass RWE im rheinischen Revier in den letzten Jahren schon Kraftwerksblöcke für die Sicherheitsbereitschaft vom Netz genommen habe. „Weitere Stilllegungen werden deshalb umso schwieriger und werden dann wohl auch große Auswirkungen auf das Tagebausystem haben.“

Wie viele Mitarbeiter hiervon betroffen sein werden, könne er heute noch nicht sagen. „Aber ich rechne mit einem signifikanten Abbau bereits bis 2023, der weit über die bisherigen Planungen und das durch normale Fluktuation mögliche hinaus geht. Dies betrifft unmittelbar bis Ende 2022 die Mitarbeiter der zu schließenden Kraftwerke.“

Mittelbar seien in den darauf folgenden Jahren dann auch Beschäftigte im Tagebau betroffen. „Das muss unbedingt sozialverträglich erfolgen, denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen nicht die Leidtragenden politischer Beschlüsse werden“, sagte Schmitz. „Dafür werden wir uns zusammen mit den Gewerkschaften einsetzen.“

Erhalt des Hambacher Forstes wird geprüft

Schmitz zeigt sich in Sachen Hambacher Forst gesprächsbereit. „Die Auseinandersetzung um den Hambacher Forst ist nicht rational. Er ist aber zu einem Symbol für den Kohleausstieg geworden“, sagte Schmitz der „Rheinischen Post“. Die Kohlekommission hatte einen Rodungsstopp für das Waldstück als „wünschenswert“ bezeichnet.

„Wir werden prüfen, was sinnvoll machbar ist unter Berücksichtigung der Erfordernisse der weiteren Nutzung des Tagebaus und der Rekultivierung“, sagte der Manager. „Ich gehe davon aus, dass man das Gespräch dazu mit uns suchen wird.“

Schmitz äußerte sich auch zu der weiterhin geplanten Umsiedlung von Bewohnern am Rande des Tagebaus. „Was die Umsiedlungen betrifft, bin ich für die Klarheit im Kommissionsbericht dankbar. Denn es wird ganz eindeutig ersichtlich, dass die bereits in Umsetzung befindlichen Umsiedlungen weiter fortgeführt werden sollen.“ Ganz unabhängig von der Notwendigkeit der Umsiedlung wäre den Menschen vor Ort auch nichts anderes zuzumuten, sagte der RWE-Chef.

1 COMMENT

  1. Die spielen mit der Menschheit wie mit Schachfiguren, ohne jedes Mitgefühl für Arbeitnehmer, denn der Kohleabbau kam ja nicht über Nacht und nun soll er dem Klima-Mainstream weichen, wie alle anderen Vorgänge auch und man versucht nun waghalsige Vorstellungen der UN, schön verpackt mit dem Umweltschutzgedanken unter die Leute zu bringen, egal, ob es diesem Land schadet oder auch nicht und man sollte sich schon die Frage stellen, ob unsere Regierenden überhaupt noch ihren Wählerauftrag ernst nehmen, oder ob sie sich schon lange zum Büttel übergeordneter Interessen der UN gemacht haben, mit all den üblen Folgen, die auf uns noch zukommen, bis zur völligen Entstellung dieses Landes und wer das will, muß nur noch die Regierungsparteien wählen, die werden es ihm dann so besorgen, wie er es verdient hat, mehr nicht.

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