Polizei am Kölner Hauptbahnhof. Bild: Flickr / Marco Verch CC BY 2.0

Die Polizisten in Deutschland haben nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) auch 2018 einen Rekordberg an 22 Millionen Überstunden vor sich her geschoben.

Von Redaktion

Die Zahl verharre seiner Schätzung nach trotz des jüngsten Aufbaus von Stellen auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr, sagte der GdP-Vorsitzende Oliver Malchow der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Daran werde sich absehbar auch nichts ändern: „Wir rechnen fest damit, dass sich die Lage auch in Zukunft nicht entspannen, sondern eher verschärfen wird.“

Denn bis 2021 würden etwa 44 000 Beamte bei Bund und Ländern aus Altersgründen aus dem Dienst ausscheiden. „Das ist fast jeder sechste aktive Polizist“, sagte Malchow. „Die Länder bauen zwar neue Stellen auf, aber diese reichen nicht, um die Lücke zu schließen.“

Grund für die vielen Überstunden seien vor allem die Dauereinsätze bei polizeilichen Großlagen. Malchow nannte als Beispiele für 2018 Dauereinsätze am Hambacher Forst, umstrittene Staatsbesuche wie der des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, aber auch tausende Demonstrationen und Kundgebungen im ganzen Land sowie die Einsätze an Fußball-Wochenenden. Die Last sei zwischen den 260 000 Polizeibeamten in Deutschland sehr unterschiedlich verteilt, vor allem Einsatzhundertschaften seien betroffen.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt nannte als Gründe die Folgen der Flüchtlingskrise sowie den linken und rechten Terror. Wendt sagte der „NOZ“: „Die Polizei ist ein Unternehmen mit ständig wachsenden Aufgaben. Der Staat wäre gut beraten, kräftig in die Polizei zu investieren. Das passiert aber nicht in ausreichendem Maße.“

Die Zahl der Überstunden bei der Polizei wird laut GdP nicht bundesweit zentral erfasst. Genaue Angaben seien daher nicht möglich, sondern es gibt lediglich Schätzungen. Bei der Bundespolizei zeichnet sich dagegen eine Entspannung ab. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums teilte der „NOZ“ mit, bei der Bundespolizei sei die Zahl der angesammelten Überstunden 2018 leicht von 2,4 auf knapp 2,1 Millionen gesunken. Die Beamten hätten Überstunden abgebaut, nachdem 2017 die Belastung wegen G 20-Gipfels in Hamburg besonders hoch gewesen sei.

Der Sprecher verwies auf die Verbesserung der Situation durch den „in der Geschichte der Bundespolizei beispiellosen Stellenaufwuchs“ und sagte: „Im Jahr 2021 wird die Bundespolizei um insgesamt rund 12 600 zusätzliche Planstellen und Stellen gegenüber 2015 verstärkt worden sein.“

3 KOMMENTARE

  1. Zitat: „Die Zahl der Überstunden bei der Polizei wird laut GdP nicht bundesweit zentral erfasst. Genaue Angaben seien daher nicht möglich, sondern es gibt lediglich Schätzungen“

    Gibt es ein besseres Beispiel für die Ineffizienz und Geldverschwendung unseres Staates? Der Staat hat das Gewaltmonopol und deshalb MUSS der Steuerzahler die Krot fressen. Dabei machen die Ausgaben für die Sicherheit der Staatsbürger nach innen und aussen nur 3%, in Worten: DREI Prozent des BIP aus. Das wäre aber das Kerngeschäft, worum sich der Staat zu kümmern hat.
    Aber warum soll sich eine Institution, die von Diebstahl und Raub (Steuern genannt) lebt, um die Sicherheit seiner Bürger und deren Eigentum kümmern? Der Wähler legitimiert sie ohnehin durch Stimmabgabe. Mit einer Mehrheit von 75% Wahlbeteiligung!
    Buchtipp: Der Wettbewerb der Gauner, von Hans-Hermann Hoppe

  2. Bei solchen Salären besteht auch von dieser Seite kein wirkliches Interesse von Schluss mit Lustig zu machen.

    Ein Staatsgebilde, das in seinen tragenden Strukturen durch und durch morode Elemente aufweist.
    Man kann sich auch des Eindrucks einer Taktik nicht erwehren, dass Leute an eine Stelle hin beorderdert werden, während dessen an anderer Stelle der eigentlich „Colpo“ in aller Ruhe durch gezogen wird.

  3. Die Personalbindung der Polizei zu großen Ereignissen würde ja bedeuten, daß sie ihrer ureigensten Aufgabe garnicht mehr gerecht werden können, gerade auch in Bezug auf vorbeugende Präsenz und eigentlich kann man das überall auf Deutschlands Straßen sehen, was sich da alles so tummelt und niemand kommt auf die Idee zu kontrollieren, von Verbrechensbekämpfung im allgemeinen ganz abgesehen und so treiben wir trotz Polizei in einem Meer von Unsicherheiten und Risiken und man wundert sich eigentlich noch, daß man überhaupt noch ein Polizeifahrzeug auf den Straßen sieht, für Verkehrsdelikte scheinen sie noch Zeit zu haben, das ist auch die einfachste Sache der Welt, andere Dinge werden vermutlich hintenan gestellt, das sieht man ja auch bei den abgearbeiteten Fällen, die sich haufenweise stapeln und die Politik weiß es und macht nichts und hier offenbart sich das ganze Unvermögen auf dem Rücken der Bürger und kein Wunder, wenn sie sich selbst zu schützen versuchen, das ist verständlich, bei dieser unzumutbaren Lage.

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