Andre Poggenburg - Bild: Flickr / Metropolico.org CC BY-SA 2.0

Nachdem der Bundesvorstand beschlossen hat, dass der ehemalige Landesvorsitzende der AfD in Sachsen-Anhalt für zwei Jahre keine Parteiämter mehr bekleiden darf, gründete André Poggenburg nun eine neue Partei.

Von Michael Steiner

In der Nacht zu Freitag tauschte der frühere Landesvorsitzende der AfD Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, die bisher auf seinen Seiten in den sozialen Netzwerken vorhandenen AfD-Logos gegen neue Logos aus. Hierbei handelt es sich um jene des „Aufbruch deutscher Patrioten“ (AdP) – eine Partei, die der Politiker nun offenbar gründete. Auch eine Internet-Domain wurde auf diesen Namen registriert.

Erst kurz zuvor war bekannt geworden, dass Poggenburg aus der AfD austritt, nachdem deren Bundesvorstand beschlossen hatte, dass der 43-Jährige zwei Jahre lang keine Parteiämter bekleiden darf und sogar ein Parteiausschluss im Gespräch war. Von 2014 bis 2018 war Poggenburg Vorsitzender der AfD-Sachsen Anhalt, seit 2016 sitzt er dort im Landtag. Bis 2018 war er Fraktionsvorsitzender der AfD-Fraktion und damit Oppositionsführer gegenüber der Regierung Haseloff.

Poggenburg, der als Vertreter des Rechtsaußen-Flügels der AfD galt, hatte sich gerade bei den gemäßigten Kräften in der Partei mit seinen oftmals polarisierenden Meldungen in den sozialen Netzwerken keine Freunde gemacht. Angesichts der momentanen Bemühungen der Parteiführung, die AfD selbst und auch die Jugendorganisation Junge Alternative (JA) von „radikalen Elementen“ zu säubern, dürfte auch Poggenburg quasi auf der „Abschussliste“ gestanden haben.

4 KOMMENTARE

  1. Das kann man mit gemischten Gefühlen betrachten, denn sein Auftreten war nicht immer geschickt, aber er hat manches gesagt, was viele denken und somit wird wie immer der Verkünder von Tatsachen abgestraft, mal ganz von dem abgesehen, daß sich eine neue Partei nicht von der Vorstellungswelt ihrer Gegner vereinnahmen lassen sollte, denn wenn diese Einfluß nehmen, in welcher Form auch immer, dann haben sie schon verloren, denn es liegt in der Natur der Sache, daß sich Oppositionsparteien aus der Unzufriedenheit heraus bilden und und auch dort sind unterschiedliche Strömungen anzutreffen und wer keine Opposition innerhalb der eigenen Reihen erträgt, hat seine eigene Rolle im Prinzip verfehlt, denn ein bißchen Aufstand bringt nicht viel und schon garnicht, wenn man den Versuch unternimmt unter die Decke der anderen schlüpfen zu wollen, das geht in der Regel schief, mal ganz von dem abgesehen, daß man nicht alles von der rechten Ecke teilen muß, aber die linke Seite ist ja genauso unangenehm und solange es bei verbalen Auseinandersetzungen bleibt ist dies auch in Sachen der Meinungsfreiheit offen und wenn sie sich dadurch spalten lassen, hat der Gegner ja schon den ersten Sieg erzielt, was dann noch kommt wird sich zeigen, denn er ist nicht der erste, der andere beleidigt, da sollten sie mal alle in den Spiegel sehen, was die letzten 60 Jahre schon alles gesagt wurde.

  2. Das Aufwachen und die Unzufriedenheit vieler Bürger hat die AfD erstarken lassen.

    Das ist weder den MSM, den Altpolitikern noch bestimmten anderen Kräften entgangen. So fanden dann auch unmittelbar nach den verschiedenen Landtagswahlen der Austritt einiger gewählter AfD-Mitglieder (selbstverständlich unter Beibehalt des Abgeordneten-Mandats) statt.

    Gleiches gab es nach der Bundestagswahl. „Urplötzlich“ hatten diese Personen entdeckt, dass sie einer rechten Partei angehören und das nicht mit ihnen vereinbar sei.

    Parallel begann von außen und innen der verstärkte „Beschuss“ der Mitglieder, die erfolgreich für eine soziale Komponente der AfD kämpften, denn sie hatten klar erkannt, dass der Erfolg nur beibehalten werden kann, wenn auch die unmittelbaren Probleme der „Massen“ eine stärkere Berücksichtigung findet. Andre Poggenburg gehörte dazu und ließ sich auch verbal nicht verbiegen.

    Wenn andere diesem Schritt folgen, kann daraus sehr schnell eine neue Kraft entstehen. Auch die von der AfD-Führung selbst geschasste Jugendorganisation könnte hier eine neue Heimat finden.

    Die AfD ist augenblicklich auf dem Kurs einer mehr als zweifelhaften Selbstreinigung. Man könnte den Eindruck bekommen, dass hier externe Kräfte aktiv beteiligt sind.

    • Letzter Satz. Gut beobachtet. Zutreffend.

      Es ist noch jeder Alternativen Parteienso ergangen, dass sie vom staatlich finanziertem Geld unterwandert, beschädigt und letztendlich in den Boden gestampft wurden.

      Wer das nicht miteinbezieht, der träumt. Also „dürfte“ auch die AfD davon nicht verschont sein.

      Ich wünsche allen reinen Kräften, dass sie selbst dabei nicht großen Schaden nehmen.

  3. Die AfD hat sich in den vergangenen Monaten sehr verändert. Die Futtertröge haben vermutlich Appetit auf mehr gemacht. Die AfD will an die Macht. Die Methoden auf dem Weg dahin verglich Höcke kürzlich mit „politischer Bettnässerei“. Das Denunziantentum ist innerhalb der AfD unterwegs, gesteuert aus dem Westen.
    Pockenburg blieb gar nichts anderes übrig, als diesen Haufen zu verlassen.
    Im Osten hat Pockenburg gute Chancen, es in den Landtag zu schaffen, wenn wahrscheinlich auch nicht mehr 2019.
    Ich drücke ihm auf jeden Fall die Daumen und gratuliere ihm zur Entstehung einer neuen Kraft in diesem Lande.
    Ich selbst war seit 2013 treuer AfD-Anhänger. Zwischenzeitlich bin ihr gegenüber jedoch zunehmend reserviert. Auch in ihrer politischen Arbeit ist es in den letzten Wochen still geworden.
    Merkel hat mit ihrer Zersetzungsinitiative (Beobachtung VS) schin jetzt ganze Arbeit geleistet und diesmal war es die AfD, die über das Stöckchen gesprungen ist.

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