Exzellenz,

es ist ohne Freude, dass ich Ihnen diesen Brief schreibe. Gleichwohl, als Katholik, muss ich meine Pflicht machen. Zu schweigen, wäre eine Sünde. Ich wohne in Hamburg seit zehn Jahren, bin Franzose, Lehrer in einer Sprachschule und Schriftsteller. Obwohl ich die heilige Messe regelmäßig besuche, muss ich leider feststellen, dass nicht ein einziges Mal im Laufe dieser zehn Jahren, die zwei Ecksteine der Kultur des Todes und der ethischen Entchristianisierung der Welt (Mord an ungeborenen Kindern und „gegen Gott und Natur“ Legalisierung der Homo-Ehe), von irgendeinem Priester, erwähnt worden sind. Die Feigheit eines Großteils der Kirche wird allmählich unerträglich. Noch schlimmer, in Hamburg schweigen die Priester nicht nur, sondern seit einiger Zeit fangen sie sogar an, durch Andeutungen, die homosexuellen Paare als normal und nicht unvereinbar mit der Ethik des Lebens, die die Heilige Schrift und der Herr uns gegeben haben, zu präsentieren. Vor diesem Hintergrund, seien wir nicht erstaunt, wenn mehr und mehr Jugendliche die Versuchung haben zur Pius Bruderschaft  überzutreten (Was übrigens und obwohl ich auch selbst diese Versuchung habe, ein Fehler wäre).

Als Apostel Jesus Christi, Exzellenz, wissen Sie besser als ich, was die Mission der Kirche ist. Die Mission der Kirche ist nicht, wie eine politische Partei, die Mehrheit der Stimmen zu sammeln, sie ist auch nicht, sich mit den elastischen Kriterien einer „selbst gebastelten“ Ethik des Moments anzupassen, um den Medien oder wem auch immer zu gefallen, sondern die ewige Wahrheit Gottes zu verkünden und wenn die Kirche dafür allein in der Wüste der satanischen politisch-Korrektheit schreien sollte. Das Königreich Gottes ist keine Demokratie, sondern eben ein Königreich. Die Wahrheit hat zu tun mit der „Essenz“, nicht mit der „Zahl“; schließlich waren sie am Anfang nur zwölf…

Niemand ist gezwungen Christ zu sein, wer aber behauptet katholisch zu sein, weiss, dass die Wahrheit von Gott kommt und nicht von der Mehrheit der Franzosen, der Araber, der Deutschen oder der Monegassen (Geschweige denn der Homo-Lobbys, des lesbischen Feminismus, der Freimauerei und der Medien Hamburgs). Insofern wenn die Kirche „menschliche Stimmen“ verliert, ist es nicht so schlimm. Schlimm wäre es wenn, um „der Welt“ zu gefallen, sie ihrer heiligen Mission verraten und vor dem Altar des Zeitgeistes kriechen würde. Jesus Christus selbst hat deutlich hingewiesen, dass wenige noch auf ihn warten werden, wenn Er in Herrlichkeit zurückkommen wird. In einer Zeit wo eine Unmenge Christen überall auf der Welt verfolgt und getötet werden (aufgrund deren Treue zu Jesus Christus), die Feigheit der abendländischen Kirche-allen voran in Deutschland und Frankreich- ist einfach beschämend (Und das ist gelinde gesagt).

Es ist eine richtige Sache wohlwollend den Sündern gegenüber zu sein; eine andere, aber, die Sünde zu legalisieren. Die Legalisierung der Sünde nicht frontal zu bekämpfen, ist als ob wir dem Teufel Recht geben würden. Und das ist eben die Kultur des Todes. Jedem Sünder „Misericordium“ (Barmherzigkeit), aber kein Misericordium für die Sünde „an sich“.

Der Herr hat gesagt „Sie haben mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen“. In dieser Zeit des Sieges der Kultur des Todes in der, langfristig und anthropologisch betrachtet, die wesentlichen und allerwichtigsten Pläne Gottes für die Fortpflanzung des Lebens radikal angegriffen werden (Abtreibung, Homo-Ehe, Gender Theorie), katholisch zu sein und gleichzeitig das wahre Engagement abzulehnen, um nicht von der Welt gehasst zu sein, hat zu tun mit der Quadratur des Kreises. Es ist höchste Zeit, dass die Kirche diese Evidenz akzeptiert und den frontalen Kampf gegen die heutige Kultur des Todes endlich anfängt. Wir können nicht mehr unter dem komfortablen Deckmantel einer falschen Toleranz und einer falschen Liebe, die nicht auf der Wahrheit beruhen, unsere Feigheit verbergen. Ich wünsche Ihnen Exzellenz und uns allen als Katholiken, gehasst zu werden, denn wer von der heutigen herrschenden Finsternis nicht zurückgewiesen wird, gehört selbst zu ihr. Andernfalls sind wir der heiligen Mission, die der Herr uns anvertraut hat, ob einfacher Katholik oder Papst, nicht gewachsen.

Hochachtungsvoll, In Christus

Jean-Pierre Aussant

(Ich habe diesen Brief im April 2018 geschrieben. Da ich immer noch keine Antwort des Bischoffs bekommen habe, habe ich die Entscheidung getroffen, den Brief zu veröffentlichen.)

1 KOMMENTAR

  1. „Niemand ist gezwungen Christ zu sein, wer aber behauptet katholisch zu sein….“

    Liebe Franzose….In Jahr 499 hat der König der Franken die Christentum angenommen….aber weiter die Franken haben hunderte von Jahren auch Menschenopfer für Ihre alte Götter gebracht.

    Die Franken(Normanen) haben ganz Europa erobert: Allemanien 499, Nord-Frankreich 512, Italien und Rom 590, Süd-Italien 1100, Süd-Frankreich 1200, Ost-Deutschland 1250, Spanien und Portugal 1480 und so weiter…..

    In Jahr 1049 hat der Kaiser Heinrich III am Konzil von Reims beschlossen: Es soll eine Stelle als Stellvertreter von Gott auf Erde und diese wurde PAPST von ROM genannt.

    Ab jetzt wurde die Inquisition gebildet und alle die andere Meinung hatten…wurden verbrannt.

    Und du hast noch Hoffnung?

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