Norwegen ist Europas größter Ölproduzent. Doch die Produktion wird in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1988 fallen. Ohne neue größere Ölfelder droht bald der Kollaps der norwegischen Ölindustrie.

Von Marco Maier

Ungeachtet der Kostenkontrolle, erhöhten Effizienz und stärkeren Aktivität vor den Küsten ist die Ölproduktion des größten Ölexporteurs in Westeuropa im Jahr 2018 weiter gesunken. Inzwischen erwartet man, dass die Förderung in diesem Jahr auf den tiefsten Wert seit 1988 fallen wird.

Im letzten Jahr fiel die Ölproduktion auf 1,49 Millionen Barrel pro Tag (bpd), was einem Minus von 6,3 Prozent zu den durchschnittlich 1,59 Millionen bpd im Jahr 2017 entspricht. Dies teilte der norwegische Regulator der Ölindustrie, das Norwegian Petroleum Directorate (NPD) im jährlichen Bericht mit.

Demnach geht man davon aus, dass die Ölproduktion im Jahr 2019 um weitere 4,7 Prozent auf 1,42 Millionen Barrel pro Tag fallen wird. Wie es im Jahr 2020 aussieht, ist noch unklar, da man nicht weiß, was die neuen Bohrungen an Ergebnissen bringen werden. Allerdings warnt das NPD davor, dass ohne die Entdeckung neuer großer Ölfelder bereits ab Mitte der 2020er-Jahre endgültig der Produktionsabschwung eingeleitet wird.

Bereits in wenigen Jahrzehnten könnte sich die Ölförderung vor der norwegischen Küste nicht mehr lohnen und die Einnahmen für den Staatsfonds dürften dann völlig zusammenbrechen. Es bleibt allerdings noch abzuwarten, welche Ergebnisse die künftigen Explorationen noch bringen.

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