Bild: Flickr /Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen CC BY 2.0

Wolfgang Ischinger, ein eingefleischter Transatlantiker, kritisiert die Bundesregierung im Streit um Nord Stream 2. Dabei verwechselt er die europäischen Interessen mit jenen der Amerikaner.

Von Redaktion

Der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sieht strategische Fehler der Bundesregierung im Umgang mit dem umstrittenen Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2. „Deutschland hat zu lange so getan, als sei Nord Stream 2 kein politisches Projekt. Das war ein Fehler“, sagte der ehemalige deutsche Botschafter in den USA dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

„Man kann nicht einerseits predigen, dass wir eine gemeinsame europäische Außenpolitik wollen – und dann andererseits darauf beharren, dass die außenpolitisch zentral wichtige Energiepolitik national bleibt.“ Deutschland habe bei der Planung einige Dinge unterschätzt.

„Wir hätten Polen und andere von vornherein stärker einbeziehen müssen“, so Ischinger. Für ein Ende des Projekts sei es nun aber zu spät. „Das Projekt jetzt in der Schlusskurve zu verhindern, würde die sicherheitspolitischen Spannungen möglicherweise nur noch verstärken“, sagte Ischinger dem RND.

Der Transatlantiker hätte das Projekt am liebsten schon von Anfang an verhindert gesehen, weil es den Interessen der Amerikaner zuwider läuft. Unter dem Deckmantel „Europas Interessen“ verteidigen zu wollen geht es vielmehr um jene Washingtons. Zudem ist eine sichere Gasversorgung (was mit Nord Stream 2 gewährleistet werden kann) auch für die anderen europäischen Staaten essentiell.

3 KOMMENTARE

  1. Dieser Politiker agiert unter dem Gesichtspunkt der Zukunftsinteressen unseres Landes verantwortungslos. Deutschland ist als rohstoffarmes Land auf als Rohstofflieferanten verlässliche Partner angewiesen. Präsidenten, die mal etwas sagen und fünf Minuten später das Gegenteil twittern, gehören mit Sicherheit nicht dazu.
    Wenn doch nur einer unserer verantwortlichen Politiker mal den Ausspruch „Germany first“ über seine Lippen bringen würde.

  2. Wenn immer ein Politiker den Bau der Pipeline verhindern will muß man ihn fragen, welchen Vorteil die von Präsident Trump angebotenen, aus Fracking stammenden Gaslieferungen haben, wenn man bedenkt, daß das Gas fünf- bis sechsmal teurer ist als das aus Russland. Während russische Gaslieferungen in der Vergangenheit verläßlich waren, wäre der Schiffstransport von US-Gas ungewiss. Die von Polen geforderte Kontrolle der Pipeline ist als späterer Erpressungsversuch zu werten.
    Vor allem dem in Berlin selbstherrlich agierenden, deutschen Firmen mit Sanktionen drohenden US-Botschafter sollte man zur persona non grata erklären und ihm empfehlen, seine Gelüste unter seinesgleichen auszuleben, will sagen im Castro-District, San Francisco, California, dem US-Schwulenzentrum . . .

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