Foto: © Crown copyright 2012, CC BY-NC 2.0

In den kommenden beiden Jahren wollen die NATO-Staaten laut Generalsekretär Jens Stoltenberg insgesamt 100 Milliarden Dollar mehr ins Militär investieren. Damit kommen sie Trumps Forderung nach.

Von Marco Maier

Die NATO-Staaten haben sich darauf geeinigt, ihre Verteidigungsausgaben innerhalb von zwei Jahren um 100 Milliarden Dollar zu erhöhen, nachdem Präsident Trump im Juli eine feurige Tirade auf die „Alliierten“ abfeuerte. Er forderte die „delinquenten“ Länder auf, ihre Beiträge um 2 Prozentpunkte auf 4 Prozent des BIP zu erhöhen. Nach Angaben des NATO-Generalsekretärs Jens Stoltenberg hörte das Bündnis den Ruf von Trump „laut und deutlich“, und die Mitgliedsstaaten „verstärken“ sich laut dem britischen „The Telegraph“ militärisch:

In versöhnlichen Kommentaren, die offenbar die wiederholte öffentliche Kritik der US-Regierungschefs an anderen Mitgliedern der Allianz abmildern sollten, sagte Stoltenberg, die Mitgliedstaaten hätten zugestimmt, in den nächsten zwei Jahren 100 Milliarden Dollar in die Verteidigungshaushalte aufzustocken.

Herr Trump hat wiederholt beklagt, dass andere NATO-Mitglieder ihre Ausgabenverpflichtungen nicht einhalten, darunter eine überaus harte Tirade auf dem NATO-Gipfel in Brüssel im Juli, in der andere Mitgliedsregierungen „delinquent“ genannt wurden.

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Damals, am 11. Juli 2018, twitterte er erneut mit einem Angriff auf Russland, wobei er die anderen NATO-Staaten dazu aufforderte, ihre Rüstungsausgaben „unverzüglich“ auf 2 Prozent des BIP zu erhöhen, nicht erst bis zum Jahr 2025:

 

 

„Präsident Trump war sehr klar. Er hat sich der NATO verpflichtet … aber gleichzeitig hat er eindeutig erklärt, dass die NATO-Verbündeten mehr investieren müssen“, sagte Stoltenberg. „Wir sehen also echtes Geld und echte Ergebnisse, und wir sehen, dass eine klare Botschaft von Präsident Trump wirkt. Die NATO-Verbündeten haben den Präsidenten laut und deutlich gehört. Die NATO-Verbündeten verstärken sich.“

„Was er tut, ist, uns zu helfen, die Allianz, die wir brauchen, anzupassen“, fügte er hinzu. „Dies ist eine klare Botschaft an Russland, und ich denke, sie sehen das.“

Infographic: Expenditure Of Nato Countries In 2016 | Statista You will find more infographics at Statista

Stoltenberg und Trump machen dabei immer wieder klar, dass der Hauptfeind der NATO (nach wie vor) Russland ist. Und das, obwohl Moskau stets versucht, den Westen als „Partner“ zu betrachten und sich trotz aller Anfeindungen stets versöhnlich und diplomatisch gibt. Doch ohne klares Feindbild hätte die NATO nach Ende des Kalten Krieges keine Existenzberechtigung mehr und müsste sich eigentlich auflösen. Also konstruiert man einen Feind – Russland. Trotz dessen, dass Moskau gar kein Feind des Westens sein möchte.

Nicht umsonst stecken die Amerikaner mehr Geld in die Luftwaffenstützpunkte nahe Russland:

Infographic: The U.S. Is Pouring Money Into Air Bases Flanking Russia | Statista You will find more infographics at Statista

Das Ziel ist klar ersichtlich, oder?

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2 KOMMENTARE

  1. Interessant ist, dass Deutschland bei so einer kleinen Armee, soviel Geld ausgibt…

    Ich meine gelesen zu haben, dass die Türken 800.000 Soldaten haben und als eine der stärksten Armeen Europas gilt. Und sogar mit Flugzeugen und Gewehren die schießen und fliegen können.
    Also kriegen die Türken das mit 11Milliarden hin, was wir mit 40Milliarden bei viel weniger Soldaten nicht hinkriegen….. Armutszeugnis.

  2. Und sie dreht sich doch, die Trump`sche Nato-Kugel und die Presse hält sich bescheiden zurück, könnte ja peinlich sein, daß er dennoch etwas erreicht hat.

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