Egal ob Staatsfunk, Medienkonzerne oder kleine (alternative) Medien – sie haben alle zusammen etwas gemeinsam: ihre eigene Agenda. Das sollte den Medienkonsumenten klar sein.

Von Marco Maier

Wenn man diversen Umfragen der letzten Jahre glauben darf, genießen der öffentlich-rechtliche Rundfunk (also ARD, ZDF & Co) und die Konzernmedien (Springer, Bertelsmann, Funke & Co) immer noch ein relativ großes Vertrauen der Medienkonsumenten. Aber auch die vielen kleinen (teils alternativen) Medien unterschiedlichster Ausrichtung haben ihre Anhänger.

Doch es gibt da ein Problem: kaum jemand macht sich die Mühe, die Agenden hinter den einzelnen Medien(-unternehmen) zu verstehen. Dafür ist der Deutsche oftmals zu gutgläubig. Was in der „tagesschau“ kommt, in der „Bild“, „FAZ“, im „DER SPIEGEL“ usw. steht, das muss wahr und richtig sein. Immerhin sind sie ja so groß, die können sich „Fake News“ gar nicht erlauben, oder?

Gut, der Fall Relotius (von dem man bei Spiegel und Co schon vorher wusste, dass er Geschichten auch schon mal erfindet) zeigt als jüngstes Beispiel, dass dem nicht so ist. Auch ARD und ZDF haben sich in den letzten Jahren immer wieder mit sehr einseitigen Berichten hervorgetan und zeigen immer wieder, dass sie in ihren Nachrichtensendungen und Reportagen stark auf Regierungsseite stehen. Aber gut, beim „Staatsfunk“ ist es ja irgendwie auch nachvollziehbar, dass die „News“ entsprechend „angepasst“ werden.

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Nur sollte man das als Medienkonsument auch berücksichtigen. Wenn ich mich durch die internationale Presse lese, weiß ich normalerweise auch, aus welchem Blickwinkel die Artikel bzw. Berichte verfasst wurden. RT/Sputnik, PressTV oder die South China Morning Post (SCMP) vertreten eben stärker die Linie der russischen, iranischen bzw. chinesischen Regierung, so wie die „Deutsche Welle“ jene Berlins, die BBC jene Londons und „Voice of America“ (VoA) jene Washingtons vertreten. Wenn man sich von vornherein darauf einstellt, kann man sich die Meldungen dort entsprechend auslegen.

Dasselbe gilt auch für die kleinen, alternativen Medien. Egal ob „rechts“, „links“, Pro-Israel, Anti-Israel, transatlantisch, pro-russisch usw. – wenn man weiß, welche Ausrichtung ein Medium hat, kann man sich die dort veröffentlichten Meldungen auch sortieren und einordnen. So wie das Contra Magazin (um Ihnen eine grobe Einordnung zu geben) eben eher konservativ ist und auf eine multipolare Weltordnung abzielt, in der die Vereinigten Staaten nicht mehr der Welthegemon sind. Dennoch bieten wir auch sonstigen kontroversen Meinungen und Ansichten (selbst wenn sie mit jener der Redaktion nicht konform gehen) eine Plattform.

Es bleibt jedoch dabei: der Medienkonsument muss ein mündiger und kritischer Bürger sein. Egal ob es sich um Meldungen aus dem „Mainstream“ der Staats- und Konzernmedien handelt, oder um „alternative“ Ansichten und Berichte – egal ob aus dem In- oder Ausland. Wer sich beispielsweise die aktuellen Konflikte in Syrien oder in der Ukraine genauer betrachten möchte, kommt nicht darum herum, mehrere Medienquellen zu nutzen und sich daraus ein eigenes Bild zu machen. Man erhält zu Syrien beispielsweise ein westliches Bild von den deutschen, englischen und amerikanischen Medien, während die Russen natürlich auch ihre Sicht der Dinge zeigen, genauso wie die arabischen Medien, die Iraner oder die Chinesen. Aber: Man sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass jedes Medium eben seine eigene Agenda dazu hat, die von staatlichen oder elitären Akteuren gelenkt wird.

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9 KOMMENTARE

  1. Das ist im Prinzup relativ einfach zu erfahren, welche Grundmeinung hinter einem Blatt steht. Man muß sich nur mit der Geschichte, den Eigentümern und dann mit dem Führungspersonal einer Zeitung befassen und schon weiß man, welche Meinung eingenommen wird, wobei das sicherlich am Anfang eine mühevolle Arbeit ist um diese Erkenntnis zu gewinnen, aber es lohnt sich, denn erst ab diesem Zeitpunkt kann man beurteilen, wie ihre Nachrichten verkauft werden und selbst bei der Suchmaschine Google wird Partei ergriffen, denn bei den täglichen News wird ausschließlich im politischen Teil die Mehrheitsmeinung der Systempresse angeboten, es gibt aber mittlerweile durchaus seriöse, meist kleinere Online-Portale, wo auch Politik von anderer Seite her ausgeleuchtet wird, man muß es wissen und vor allen Dingen lesen, dann kann man sich ein Bild davon machen, den entgültigen Eindruch bzw. Überzeugung muß man dann schon selber finden.

    • So sieht es aus. Ich lese mich ja immer gerne quer durch die Weltmedien um zu diversen Themen unterschiedliche Ansichten und Standpunkte zu erfahren. Daraus kann ich mir dann selbst ein Bild machen.

  2. Augen auf beim Nachrichtenkonsum ?? – Werter Herr Maier, ich verstehe sehr wohl, was Sie mit dieser Aussage meinen, dennoch möchte ich hinzufügen, dass genau hier das Problem liegt. Bilder werden von den heutigen Medienmachern genutzt , um zu manipulieren , sie können, bevor die damit verbundene Nachricht das Bewußtsein erreicht, bereits eine „Stimmung“ erzeugen, die die folgende Aussage verfälscht, in ein anderes Licht rückt. Eine Lüge, die wir zu sehen und zu hören bekommen, bleibt mit Sicherheit eher im Bewußtsein haften, als eine Lüge, die nur ausgesprochen wird.

    P.S. Was mich immer wieder bei CONTRA ‚reinschauen läßt, ist die Möglichkeit, auch Meinungen äußern zu können, die nicht mit der Meinung der Redaktion konform gehen. Desweiteren muss hervorgehoben werden, dass auch sog. Verschwörungstheorien, die der Realität zumeist näher kommen als jede von den politisch korrekten Medien geäußerte Nachricht, nicht der Löschtaste zum Opfer fallen. Als ein Negativbeispiel für alternative „freie“ Medien kann aus meiner Sicht Philosophia P, genannt werden. Man rühmt sich dort, für freie Medien einzutreten, ist aber gleichzeitig dermaßen befangen, fast jede israelkritische Meinungsäußerung zu zensieren, bei Wiederholungen den Blogger auszusperren.

    • Nun, sofern ein Kommentar (zumindest aus der Sicht eines juristischen Laien) nicht gegen geltendes Recht verstößt, oder gegen die guten Sitten (die man eigentlich erwarten sollte), halten wir es prinzipiell mit der Meinungsfreiheit. Auch wenn so manche Kommentare der Meinung/Ansicht der Redaktion entgegenstehen. Aber das sollte in einer freien, aufgeklärten Gesellschaft mündiger Bürger möglich sein. Ich selbst bin diesbezüglich ja eher libertär eingestellt.

      Und ja, insbesondere Bilder werden gerne manipulativ eingesetzt, oder als verstärkendes Element benutzt. Was wäre z.B. ein Kriegsbericht ohne verwundete, verstümmelte Kinder und Frauen? Gerade dann, wenn die Angreifer zu den medialen Feindbildern gehören. Handelt es sich bei den Angreifern um Verbündete, dann zeigt man lieber Fernaufnahmen oder auch Kampfflugzeuge die gerade abfeuern. So kann man natürlich auch Stimmung machen.

  3. Generell ist alles was man liest, Vergangenheit. Über die Zukunft wissen nur grüne/kommunistische Scharlatane Bescheid. Deshalb lese ich meist Bücher von freien Autoren. Denn was die behaupten, muss den Argusaugen derer standhalten, welche durch den Inhalt „not amused“ sind. Und die entsprechend schnell die Gerichte bemühen. Die Mainstream Zeitungen werden von uns durch Presseförderung finanziert. Also wir bezahlen sie doppelt, um im Sinne der von uns für uns gewählten POlitiker manipuliert zu werden.

    Den Staatsfunk MÜSSEN wir sogar bezahlen, und Recht für den „Bürger“ gibt es in einer durch Raub, Diebstahl und Erpressung, also Steuern, finanzierten „Volksherrschaft“ sowieso nicht. Trotzdem gingen 76,2% der Deutschen Wahlberechtigten in die Wahlzellen, um WEITERMACHEN anzuordnen!
    Die freien Autoren müssen sich selbst um ihren Unterhalt und um ihre Sicherheit kümmern. So verstarb Udo Ulfkotte unerwartet einen Monat nach Erscheinen des Buches „Volkspädagogen“ an einem Herzproblem. Sehr lesenswert ist zu unserem Thema ist das Buch „Gekaufte Journalisten“.

    Aktuell möchte ich das Buch von Markus Krall „Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen“ empfehlen.

    Und dem Contra-Magazin einen herzlichen Dank für ihre gute Arbeit schreiben.

  4. Wie ein Leser einen Buchstabensalat verarbeitet, hängt von seinen geistigen und körperlichen Fähigkeiten ab.

    Wem journalistisches Fast Food genügt, der wäre mit einer gediegenen Mahlzeit überfordert.

    Und mit medialen Perlen füttert man auch keine Säue.

    Was der Mensch als Wahrheit erkennt, hängt immer von seinen emotionalen Bedürfnissen und ferner von seinen geistigen Fähigkeiten ab. – Die Wahrheit befindet sich dabei aber leider nie in der Mitte.

  5. Ein guter Artikel mit ebenso guten Leserkommentaren.

    @Eckart hat recht. Wenn die geistigen Fähigkeiten nicht vorhanden sind oder gar bewusst zum Verkümmern gebracht werden, dann fehlen auch die Kompetenzen zum Hinterfragen, zum Bewerten oder gar kognitiven Verarbeiten.

    Es werden in den Schulen Generationen herangezüchtet, die Meinungen, Thesen unfrequentiert übernehmen. Sie berauben sich selbst des Genusses des selbständigen Denkens.

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