So wie in vielen anderen Berufen, wird es auch für Bäcker und Fleischer nicht gerade einfacher. Sie werden oft von großen Betrieben, die subventioniert werden, verdrängt.

Von Redaktion

Die Zahl der handwerklichen Bäcker- und Fleischerbetriebe in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren massiv zurückgegangen. Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND)“ in ihren Freitagausgaben berichten.

Waren 2008 noch rund 15.337 Bäckereibetriebe bei den Handwerkskammern eingetragen, so sank deren Zahl bis Ende 2017 auf 12.003 – ein Minus von mehr als 20 Prozent. Noch stärker war der Rückgang bei den Fleischereifachbetrieben. Im Jahr 2008 waren bundesweit noch 18.320 dieser Betriebe registriert. Ende 2017 waren es nur noch 13.490. Prozentual entspricht das einem Rückgang um mehr als 25 Prozent.

Die Entwicklung könnte sich in den kommenden Jahren noch einmal verschärfen: Rund ein Drittel der Betriebsinhaber im Fleischer- und Bäckerhandwerk ist mehr als 56 Jahre alt und geht daher in absehbarer Zeit in den Ruhestand. Es fehlt aber an potenziellen Nachfolgern: Laut Wirtschaftsministerium stieg die Zahl der unbesetzten Lehrstellen im Lebensmittelhandwerk zwischen 2014 und 2018 um knapp ein Drittel – auf 57 657.

„Die Konzentration im Lebensmittelhandwerk nimmt besorgniserregende Ausmaße an, besonders bei den Bäckern“, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel dem RND. „Das wird sich nicht ändern, solange die Bundesregierung das Lebensmittelhandwerk als ‚Nische‘ in der Ernährungswirtschaft betrachtet.“ Das derzeitige Fördersystem komme insbesondere großen Unternehmen zugute und schaffe diesen Wettbewerbsvorteile. „Damit muss Schluss sein“, forderte der Grünen-Politiker, der Sprecher seiner Fraktion für den ländlichen Raum ist.

„Die Bundesregierung muss die Bedeutung des regionalen Lebensmittelhandwerks für den ländlichen Raum anerkennen und unterstützen“, so Tressel zum RND. „Um die handwerkliche Produktion vor allem auch im ländlichen Raum zu stärken, müssen kleine Betriebe von unnötiger Bürokratie entlastet werden“, fügte der Abgeordnete hinzu.

4 COMMENTS

  1. Das sind doch nicht nur die Metzger und Bäcker die aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben müssen, nahezu das gesamte Handwerk verliert Mitglieder und das ist wirklich eine bedrohliche Entwicklung, aber nicht weil man keine Brötchen oder keine Bratwürste mehr erhält, sondern weil hundertausende von Arbeitsplätzen wegfallen und damit Steuerzahler auf Unternehmeseite und durch die Arbeiter und Angestellten und nun merken die Grünen halt, daß man mit dem gutsituierten Wohlstandsbauch der grünen Wähler auf Dauer nicht bestehen kann, denn wenn der Friede dahingeht, sind auch sie gefährdet und das ist richtigerweise die Triebfeder ihrer Erkenntnis, mit Nächstenliebe hat das nichts zu tun, hier geht es um den eigenen Fortbestand und sonst nichts und es ist zu vermuten, daß diese Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist, das dicke Ende kommt noch und somit auch ihr Ende, denn deren Politik braucht niemand, die breite Masse am allerwenigsten.

  2. Hauptsache billig muß der Fraß sein, am besten aus der Fabrik. Essenskultur war noch nie eine Domäne der Deutschen.

  3. „Immer weniger Bäcker- und Fleischerbetriebe in Deutschland“

    Die Abhängigkeit wächst. Dank dem globalem Mist Bedürfnis der Kopflosen.

  4. Ein Metzger/Bäcker der sein Handwerk versteht, wird immer sein Auskommen haben und jeder der zu denen Einkaufen geht, weiß auch warm.
    Ein Großteil der Menschen wird sich mit Wurst und Backwaren immer über den Discounter versorgen, denn sie wissen nicht was sie essen und haben auch kein Verhältnis dazu. Hat wohl eher was mit den bezeichnenden 90% zu tun.
    Für die großen Städte mag das insgesamt auch nochmal alles anders aussehen, hat aber auch ganz andere Gründe.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here