Bei der Europawahl im Mai könnte der Rassemblement National von Marine Le Pen stärkste französische Fraktion werden. Macrons En Marche sackt ab.

Von Michael Steiner

Der Rassemblement National (RM, zuvor Front National, FN) von Marine Le Pen profitiert von der allgemeinen Unzufriedenheit der Bevölkerung mit Macrons Politik. In der November-Umfrage von Ifop Opinion lag die Rechtspartei bereits mit 21 Prozent (+4) zum ersten Mal vor dem Bündnis des Präsidenten. Macrons En Marche (LREM) verlor einen Punkt und liegt nur noch bei 19 Prozent.

Bei der letzten Umfrage von Odoxa vom 20. Dezember kam der RN sogar auf 24 Prozent, während En Marche auf 21 Prozent der Stimmen kam. Wenn man nun bedenkt, wie sehr die Stimmung – gerade infolge der Gelbwesten-Proteste – gegen Macron und dessen Partei gekippt ist, kann man sich vorstellen, dass es zu weiteren Verschiebungen zugunsten des RN und gegen den LREM kam. Immerhin schaffen es die anderen Parteien nicht wirklich, sich als wählbare Alternative zu präsentieren.

Le Pen, die versucht die Partei zu „entradikalisieren“, sagte nun zudem: „Unzweifelhaft ist der Euro ein Schlag für Frankreich“, aber ein Euro-Austritt „ist keine Priorität mehr“. Auch wenn die Forderung in Frankreich durchaus populär ist, so ist der Politikerin auch bewusst, dass nur eine geordnete Auflösung der Eurozone auch tatsächlich sinnvoll ist. Zudem versucht sie so auch in der EU-Politik gemäßigtere Franzosen für ihre Partei zu gewinnen.

Je mehr sich die Lage in Frankreich zuspitzt, umso stärker profitiert auch der RN davon. Und die nächsten Monate bieten noch genügend politischen Sprengstoff. Es ist sogar denkbar, dass Le Pens Partei mit bis zu 30 Prozent der Stimmen aus der Europawahl hervorgeht und so die Sitzverteilung im Europaparlament massivst beeinflusst.

2 COMMENTS

  1. Vive la France, wenn sie an die Macht kommt, denn sie ist das ulitmative Gegenstück von links, was aber wiederrum dazu führt, daß gemäßigte Konservative in Europa mit ihr sicherlich auch ihre Schwierigkeiten bekommen und deshalb sind Extreme beider Lager abzulehnen, der Mittelweg ist der Beste und die Frage ist nur wie man da hinkommen kann, wird schwierig werden aber ist nicht hoffnungslos.

    • “ der Mittelweg ist der Beste “
      Wir leben aber nicht mehr in der Antike.

      Ist jetzt gefragt ein Retter in der Not, bedeutet der Mittelweg den sichern Tod.

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