Abschuss einer Trident-Rakete. Bild: Britisches Verteidigungsministerium

Einem Bericht zufolge haben die USA damit begonnen, Mini-Atombomben zu bauen, die mit Trident-Raketen verschossen werden können. Das senkt die Hemmschwelle für den Einsatz solcher Waffen.

Von Marco Maier

Die Vereinigten Staaten haben begonnen, einen nuklearen Sprengkopf mit geringer Sprengkraft herzustellen, der in Trident-Raketen eingesetzt werden soll, berichtet The Guardian unter Berufung auf eine E-Mail-Ankündigung der National Nuclear Security Administration (NNSA). Die neue Waffe – die W76-2 – ist eine Modifikation eines bestehenden Trident-Atomsprengkopfes. Nach Angaben der NNSA ist die erste Charge von der Produktionslinie gekommen und steht bereits zur Verwendung bereit.

Laut Stephen Young, einem hochrangigen Vertreter Washingtons in der Union of Concerned Scientists (Union besorgter Wissenschaftler), wurde wahrscheinlich die Sprengkraft des W76 reduziert, um die W76-2 zu schaffen, indem eine Stufe von der ursprünglichen zweistufigen Vorrichtung entfernt wurde.

„Wie wir am besten sagen können, besteht die einzige Anforderung darin, die vorhandene sekundäre oder zweite Stufe durch eine Dummy-Version zu ersetzen, was sie jedes Mal tun, wenn sie eine Rakete testen“, sagte Young, der betonte, dass die Menge des Wasserstoffisotops Tritium ebenfalls eingestellt werden könne. Das Ergebnis ist, dass die Sprengkraft um 95 Prozent reduziert wurde – von 100 Kilotonnen TNT auf etwa fünf Kilotonnen. Das ist in etwa ein Drittel dessen, was 1945 auf Hiroshima abgeworfen wurde.

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Die Trump-Administration argumentiert damit, dass der Einsatz solcher Waffen einen richtigen Atomkrieg unwahrscheinlicher machen würde. Oder einfach gesagt: Setzten die USA eine reguläre Atombombe ein, würde eine entsprechende Reaktion Russlands oder Chinas einsetzen, doch mit diesen „Mini-Nukes“ wäre die Hemmschwelle für die Rivalen der USA geringer. Zumindest sehen die Amerikaner dies so.

Andererseits jedoch macht dies den Einsatz nuklearer Waffen wahrscheinlicher. Was ist, wenn Washington beschließt, diese „Mini-Nukes“ in Afghanistan, Somalia oder gar Venezuela einzusetzen? Ein Szenario, welches gar nicht so abwegig ist.

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1 KOMMENTAR

  1. Das mit der vermeintlichen Hemmschwelle ist so eine Sache und ist meiner Auffassung nach völlig falsch gedacht, denn jeder Angriff, außer vielleicht ein paar Handgranaten und Schüsse auf den Gegner ziehen automatisch Konsequenzen nach sich, wenn man Glück hat kann man es noch als Versehen akzeptieren, wenn nicht, dann folgt eine Reaktion und die widerrum führt zu erneuten Gegenreaktionen und das kann sich innerhalb von Stunden von einem lauen Lüftchen zu einem nuklearen Hurrikan entwickeln, denn jeder will und muß der erste sein, ansonsten ist er verloren und deshalb Finger weg von Angriffswaffen, insbesondere in Richtung ebenbürdiger Gegner, das kann ins Auge gehen und diesesmal werden wir ausgelöscht, denn der Zeitfaktor beim Angriff läßt keine Verhandlung mehr zu und das wäre unser entgültiger Untergang.

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