Dänemark will als abschreckendes Beispiel für jene dienen, die ohne tatsächlichen Asylgrund ins Land kommen und es trotzdem auf diesem Wege versuchen. Sie leben quasi wie im Gefängnis mit Freigang.

Von Michael Steiner

In der Europäischen Union gibt es einen technischen Begriff, der die betroffene Personengruppe ganz gut beschreibt: „Nicht-deportierbare abgelehnte Asylsuchende“. Das sind jene Menschen, die zwar aus verschiedenen Gründen in der EU um Asyl ansuchen, jedoch nicht den – ohnehin schon breit gefassten – Anerkennungskriterien entsprechen. In Dänemark will man diese Menschen möglichst nicht haben.

Die dänische Einwanderungsministerin Inger Støjberg erklärte, sie beabsichtige, die Bedingungen für solche Menschen im Asylsystem unerträglich zu machen. Es scheint, als ob sie damit Erfolg hat. Dies zeigt das Internierungslager Sjælsmark, nicht weit von der Hauptstadt Kopenhagen entfert.

Sjælsmark enthält Personen, deren Asylanträge abgelehnt wurden, jedoch nicht in ihr Herkunftsland zurückgeschickt werden können. Der gehobene Vorort hat keine Geschäfte oder andere Annehmlichkeiten für die Insassen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln braucht man etwa 2 Stunden, mit dem Auto etwa 30 Minuten, bis man in der Hauptstadt ist. Sjælsmark wird vom dänischen Gefängnis- und Bewährungsdienst verwaltet. Besucher können solche Zentren nur auf Einladung eines Bewohners betreten.

Das Lager ist über ein beeindruckendes Tor zu erreichen, das jede Nacht um 22 Uhr auch für die Bewohner gesperrt ist. Familien leben in ehemaligen Kasernen. Die Bewohner nennen es ein „Lager“, und es ist umgeben von drei Meter hohen Sicherheitszäunen. Die Bewohner können zwar gehen, wann immer sie wollen, das Ziel ist jedoch, den Effekt der Inhaftierung zu erzeugen.

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Die Bewohner von Sjælsmark können nicht arbeiten oder Leistungen beanspruchen. Sie dürfen nicht kochen, keine Möbel haben (außer einem Bett, einem Tisch und harten Stühlen) oder ihre Zimmer dekorieren. Es sind keine Teppiche oder Vorleger erlaubt. Es gibt kein Fernsehen oder Internet. Die Bewohner wohnen in kalten Zimmern mit sehr hohen Decken. Dies soll dafür sorgen, dass sie sich nicht wohl fühlen und von selbst wieder gehen und das Land verlassen.

Doch die Menschen dort wollen nicht wieder gehen. Sie demonstrieren in Kopenhagen und fordern die Regierung dazu auf, ein normales Leben führen zu können bis für ihre schwierigen Fälle Lösungen gefunden werden. Doch das interessiert die führenden Politiker des Landes nicht wirklich. Im Gegenteil: Man orientiert sich an Australien und beginnt nun damit, abgelehnte Asylbewerber auf der abgelegenen Insel Lindholm zu internieren. Hauptsache weit weg von der Bevölkerung.

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5 thoughts on “Dänemark: Tristes Lagerleben für abgelehnte Asylbewerber”

  1. Ist doch einfach bewundernswert was einige Länder alles so schaffen um sich vor diesen Gebärmaschinen und ihrer Besteiger ein wenig zu schützen.

  2. Unterm Strich zu feige kare Worte zu äußern und ihnen gleich bei der ersten Ergreifunf den Tritt in den Hinter zu verpassen.

    Krankes System.

  3. Die Leute werden schnell erkennen, dass sie selbst per pedes schnell nach Merkeltanien gelangen, hier das Wort „Asyl“ aussprechen müssen und besser aufgehoben sind. Einen Abgleich von Daten und Fingerabdrücken innerhalb der EU-Staaaten gibt es nach meinem Informationsstand (immer) noch nicht.

  4. Da fällt dem einen oder anderen abschieberesistenten Asylanten doch noch ein, wo er herkommt und wie er heißt. Ich versteh die Dänen, denn Dänen lügen nicht.

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