Die Fregatte Hamburg eskortiert den US-Flugzeugträger USS Eisenhower. Bild: US Navy, public domain

Um im Südchinesischen Meer endlich für Ruhe zu sorgen, müsse die chinesische Marine lediglich zwei US-amerikanische Flugzeugträger versenken und Washington so zeigen, dass es so nicht weitergehen könne, forderte ein chinesischer Admiral.

Von Marco Maier

Nur wenige Tage, nachdem der chinesische Präsident Xi Jinping geschworen hatte, Chinas Sicherheitsinteresse „entschlossen“ zu verteidigen – ein verschleierter Hinweis auf die Aufrechterhaltung der chinesischen Herrschaft über das Südchinesische Meer -, hat News.au Details einer Rede veröffentlicht, die vor zwei Wochen von einem der führenden chinesischen Militärkommandanten gehalten wurde. Dort skizzierte dieser eine Strategie, um die US Navy zu vertreiben, sollte sie innerhalb der Neun-Striche-Linie eine noch interventionistischere Haltung einnehmen.

Konteradmiral Lou Yuan sagte in Shenzen, dass der schwelende Disput um das Ost- und Südchinesische Meer endgültig beendet werden könne, wenn die chinesische Marine zwei US-Flugzeugträger versenken würde. Admiral Lou, der über die chinesisch-amerikanischen Beziehungen sprach, erklärte, dass der Handelskrieg „defintiv nicht einfach Spannungen bezüglich Wirtschaft und Handel“ seien, sondern „eine Sache der primären Strategie“. Und wenn China die USA zum Rückzug bewegen wolle, müsse es gewillt sein, auch US-Kriegsschiffe anzugreifen wenn diese in chinesisches Territorium eindringen.

„Was die Vereinigten Staaten am meisten fürchten sind Todesopfer“, so Admiral Lou. Der Verlust eines Flugzeugträgers würde die Vereinigten Staaten das Leben von 5.000 Seeleuten kosten, zwei von ihnen zu versenken würde den doppelten Blutzoll von ihnen abverlangen. „Wir werden sehen, wie angsterfüllt Amerika ist.“

Lou erklärte den Anwesenden auch, was er für die fünf Verletzlichkeiten bzw. Ecksteine der Vereinigten Staaten hält, die man ausnützen könne: ihr Militär, ihr Geld, ihr Talent, ihr Wahlsystem – und die Furcht vor Gegnern. Der Admiral, der einen akademischen militärischen Rang innehat, forderte dazu auf, dass China „seine Stärke zur Attacke der feindlichen Schwachstellen nutzen“ solle. „Angreifen, wo auch immer der Feind Angst hat getroffen zu werden. Überalle wo der Feind schwach ist.“

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Zudem forderte er die Wiedervereinigung mit Taiwan ein. „Wenn die US-Kriegsschiffe es wagen in Taiwan anzulanden, ist es für die Volksbefreiungsarmee an der Zeit dort Truppen zu stationieren und in Bezug auf die Insel die nationale Einheit zu verkünden“, so Lou weiter. „Die Erreichung der kompletten Einheit Chinas ist eine notwendige Anforderung“, erklärte er. Für die Volksbefreiungsarmee sei es ein Kinderspiel, Taiwan binnen hundert Stunden mit geringen Verlusten zu erobern.

Es ist kaum vorstellbar, dass Lou seine Rede ohne Genehmigung der politischen Führung in Peking gehalten hat und somit auch das ausspricht, was die Staatsführung für richtig hält. Dies bedeutet aber auch, dass man sich in China auf eine direkte militärische Konfrontation mit den USA einstellt.

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7 KOMMENTARE

  1. Beste Handlung Deutschlands:Deutschland hat wegen der „Hilfe“ zur Niederschlagung des Boxeraufstandes bei China etwas gut zu machen. Geld ist es aber nicht, denn den Gewinn steckten andere ein. Aus der NATO austreten wäre richtig, auch in unserem Interesse, damit Deutschland kein Ziel russischer Raketen wird.

  2. Sagen darf man ja viel, machen ist etwas anderes und er sollte sich mal an das kurzfristige Ergebnis von Pearl Harbour erinnern, denn wer so einen Mist von sich gibt, scheint für diese Position völlig ungeeignet zu sein, denn chinesische Masse bedeuted nicht unbedingt Klasse und das ist der feine Unterschied.

    • Noch eine Ergänzung. Soeben kann man lesen, daß man Taiwan zurückholen will ins Reich, wenn es sein muß auch gewaltsam. Das alles wäre der Stoff für eine Totalkonfrontation im Jahre 2019 und wenn sie sich dabei nicht mal dabei übernehmen.

    • Ihr Kommentar zeugt nicht von Kenntnis der Umstände.
      Es kommt so gut wie niemals vor, dass sich Chinesen so deutlich äussern.
      Tun sie es, ist es absolut ernst zu nehmen.
      Dass Sie hier Pearl Harbour anführen, zeugt ein weiteres mal von Unverstand.
      Es war eine völlig andere Zeit, eine völlig andere Konstellation.
      Die Militarisierung hat in China atemberaubende Ausmasse angenommen.
      Dabei haben die Chinesen ganz klar auf eine Bewaffnung mit Marschflugkörpern und Ballistischen Raketen gesetzt.
      China hält, im Gegensatz zu Russland, seine militärischen Entwicklungen streng geheim.
      Das, was man weiss, dürfte erschreckend genug sein.
      Es sieht so aus, als würden sich die Chinesen die US-Provokationen nicht mehr gefallen lassen.
      Den Chinesen eine Infantilität zu unterstellen, könnte ein fataler Fehler sein.

  3. Es wäre nicht schlecht, wenn den Amis endlich eine schmerzliche Lehre erteilt wird !

    Diese Idioten haben nichts anderes im Kopf als die Welt zu beherrschen indem sie überall Länder in Kriege und Unglück stürzen !!

  4. Ob der auch mal darüber nachgedacht hat, was nach dem Versenken des ersten Trägers passiert? Das klingt so, als würde er annehmen, er könne danach einfach noch einen zweiten versenken.

  5. Worte sind Waffen. Wenn diese Aussagen durch die US-Medien gehen, werden die Amerikaner aufhorschen. Gehen dort doch viele davon aus, dass US-Flugzeugträger „unversenkbar“ sind.

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