Chinas demographische Katastrophe

Trotz neuer Zwei-Kind-Politik ist die Geburtenrate in China auf ein historisches Tief gefallen. Die Volksrepublik steht vor einer demographischen Katastrophe.

Von Marco Maier

Chinas Statistikamt kündigte am Wochenende einen deutlichen Rückgang der Geburtenrate des Landes an. Die Zahl der Babys, die im vergangenen Jahr in China geboren wurden, sank um 2 Millionen auf die niedrigste Jahresrate seit der Gründung des Landes im Jahr 1949, obwohl Peking kürzlich versucht hatte, Paare zu ermutigen mehr Kinder haben.

In Zahlen: Im Jahr 2018 sank die Geburtenrate gegenüber dem Vorjahr von 12,43 pro Tausend auf nur mehr 10,94. Das Ergebnis ist, dass die Zahl der Neugeborenen um rund zwei Millionen auf nur mehr 15,23 Millionen sank. Der Umstand, dass immer noch mehr Jungen als Mädchen zur Welt kommen, ist zudem immer noch Realität.

Im Jahr 2016 beendete China seine Ein-Kind-Politik, und erlaubte es Paaren zwei Kinder haben dürfen. Doch die Rahmenbedingungen sind alles andere als gut. Viele Paare können sich einfach kein Kind leisten und zwei Kinder schon gar nicht. Gerade in den größeren Städten sind die Lebenshaltungskosten so hoch, dass Kinder gar nicht in die Planung passen.

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Hinzu kommt der Umstand, dass die Dekaden an gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Reformen zu einem Umdenken in der Bevölkerung führten. Die jüngeren Generationen haben völlig andere Prioritäten als ihre Eltern- und Großelterngenerationen. Heiraten und Kinder bekommen sind für sie nicht mehr so wichtig. Und wer in einer Einzelkind-Gesellschaft aufwuchs, hat auch ein völlig anderes Familienbild.

Die chinesische Bevölkerung von 0 bis 24 Jahren wuchs von 1950 bis zu ihrem endgültigen Höhepunkt im Jahr 1991 um über 300 Millionen. Seit diesem Höhepunkt ist die Gesamtbevölkerung junger Menschen in China um 176 Millionen oder 30 Prozent zurückgegangen. Bis zum Jahr 2050 soll die Zahl der Chinesen in diesem Altersbereich um weitere 22 Prozent von derzeit 414 auf 323 Millionen zurückgehen.

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3 Kommentare

  1. Was ist da schlimm… wenn wir es nicht selbst in den Griff bekommen mit der zügellosen Population der Menschen, werde wir uns selbst zerstören.

    Weniger ist mehr… in allen bereichen.

  2. Schon die Ein-Kind-Politik hat zu großen Verwerfungen geführt. Paare bilden sich zwischen Männern und Frauen, die im Schnitt drei Jahre auseinanderliegen, wobei die Männer durchschnittlich drei Jahre älter sind als ihre Partnerinnen.

    Bei einem starken Geburtenrückgang über mehrere Jahrgänge hinweg heißt das, dass für viele Männer nicht genug altersmäßig passende Frauen da sind.

    Hierbei verschärfen sich im Grunde Probleme, die ohnehin schon vorhanden sind, und sich durch das ungleiche Geschlechterverhältnis (1,05:1 bis 1,06:1) bei den Lebendgeburten und aus natürlichen Geschlechterrollen ergeben.

    Natürliche Geschlechterrollen? Ja, im fast ganzen Tierreich und nachweislich auch beim Menschen konkurrieren auch bei geschlechterverhältnissen, die bei exakt 1:1 liegen, die Männchen um die Weibchen, weil sie eine höhere Varianz im Erfolg bei den Weibchen aufweisen als umgekehrt.

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  3. Auch in China setzt sich der Egoismus der Frauen durch, die haben nämlich was anderes vor und wollen sich verwirklichen wie bei uns, mal ganz von dem abgesehen, daß in diesen Mietskasernen mit Kleinstwohnungen niemand wohnen will und auf dem Dorf haben sie keine Arbeit und so nimmt eben auch dort die Entwicklung ihren Lauf und in Bezug auf die Enge auf diesem Globus scheint es doch garnicht so unangebracht zu sein, wenn wir insgesamt weniger werden, denn die Erde verträgt zumindest nach Berechnungen von Zukunftsforschern max. 17 Milliarden Menschen, alles was darüber hinaus geht, wird weder beschäftigt noch ernährt werden können, ganz zu schweigen von den Verwerfungen die damit einhergehen, das muß man nicht unbedingt miterleben wollen, denn was da noch kommt können sich die meisten garnicht vorstellen und Auseinandersetzungen um die letzten Resourcen werden an der Tagesordnung sein und das bedeuted Raub und Totschlag, was sich natürlich niemand wünscht, aber trotzdem wird es duch die Überbevölkerung unumkehrbar sein.

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