Care-Klima-Index: Stimmung in Pflegebranche wird immer schlechter

Pflegekräfte sollen zwar rasch eingestellt werden, die Stimmung in der Pflegebranche ist aber schlecht. Die erst erhöhten Beiträge müssen auch wohl bald wieder angepasst werden. Deutschland auf dem Weg ins Pflegechaos.

Von Redaktion

Trotz Bemühungen der Politik, die Bedingungen in der Pflege zu verbessern, wird die Stimmung in der Branche immer schlechter. Das ist das Ergebnis des „Care-Klima-Index“ im Auftrag des Deutschen Pflegetags, der am Mittwoch vorgestellt wird und über den das „Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)“ berichtet.

In einer Erhebung von Ende 2018 unter Pflegekräften, Ärzten, Pflegebedürftigen, Angehörigen sowie Vertretern von Kassen und Verbänden beurteilten 29 Prozent der Befragten die Qualität der Pflege nur als „mangelhaft“. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr. 28 Prozent schätzen die Patientensicherheit als „niedrig“ ein. 2017 betrug der Anteil noch 26 Prozent.

Die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte beurteilten 60 Prozent der Befragten als „schlecht“. Das ist ein Zuwachs um immerhin neun Prozentpunkte. Der aus den Antworten auf alle Fragen errechnete Stimmungs-Index sank von 100 auf 95,3 Punkte ab. Insgesamt 38 Prozent der Befragten meinten, der gesellschaftliche Stellenwert der Pflege sei gegenüber dem Vorjahr gesunken.

2017 sagten das nur 28 Prozent. 74 (Vorjahr: 69) Prozent sagten, die Relevanz der Pflege bei Politikern sei niedriger als zuvor. 71 Prozent der Befragten antworteten auf die Frage, ob die personelle Ausstattung den gegenwärtigen Anforderungen gerecht werde, mit einem „Nein“. 76 Prozent glauben nicht, dass der nötig Personalbedarf in den kommenden zehn Jahren gedeckt werden kann.

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86 Prozent der Befragten sind für eine Ausweitung der Leistungen der Pflegeversicherung. 77 Prozent wären bereit, dafür höhere Beiträge zu zahlen. Zu den letzten Fragen gibt es keinen Vorjahresvergleich, da sie neu hinzugekommen sind beziehungsweise anders formuliert wurden, berichtet der „RND“.

Pflegebeiträge werden weiter steigen

Die erst zu Beginn des Jahres gestiegenen Beiträge zur Pflegeversicherung werden wohl schon in naher Zukunft weiter angehoben werden müssen. Eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, über die die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, zeigt, dass der Beitrag in sechs Jahren wieder steigen muss, um die Kosten zu decken.

Zwischen den Jahren 2025 und 2045 wird der Beitrag auf 4,25 Prozent angehoben werden müssen, errechneten die Wissenschaftler des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos. Bei einem heutigen Durchschnittseinkommen von 3.771 Euro brutto wären das im Monat mehr als 45 Euro zusätzlich. In ihrer Analyse gehen die Forscher davon aus, dass bis zum Jahr 2045 fünf Millionen Menschen in Deutschland Pflege benötigen werden. Im Jahr 2017 waren es erst 3,3 Millionen Hilfsbedürftige.

Zugleich werden in den kommenden Jahren aber immer weniger Familien für ihre alternden Angehörigen sorgen können: Die Zahl der Kinder sinkt, immer mehr Frauen arbeiten, statt sich um ihre Eltern zu kümmern, und immer seltener leben alle Generationen gemeinsam unter einem Dach. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, werden im Jahr 2045 rund 28 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Altenheimen leben.

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3 Kommentare

  1. Wir leben in einem Land, dass 200 Euro und mehr am Tag für den Unterhalt eines einzelnen minderjährigen unbegleiteten Flüchtling ausgibt, für die Pflege unserer Alten reichen die finanziellen Mittel für eine menschenwürdige Pflege nicht aus. Dennoch, Optimismus vermitteln die Prognosen – nur 5 Mio. Pflegbedürftige in 2045. Wir schaffen das!

  2. Resultat der Roten mit ihrer Ellimimierung der Familienbande.
    Zurückblättern in ihre Ideologie der 60er Jahre.

    Es trifft voll die 68er und nicht nur die.
    Jeder schiebt sie als ausgemustertes Vehikel heute weiter.
    Das war vor ihrer Familenzerstörung anders.

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