Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Bundestag, sehen den monatelangen Streit in der Linkspartei beigelegt.

Von Redaktion

In über 90 Prozent der Positionen herrsche in der Partei Übereinstimmung, sagte Bartsch in einem Interview mit der Zeitung „Neues Deutschland“. Beim umstrittenen Thema Migration hätten Parteivorstand und Bundestagsfraktion im November des letzten Jahres „Gemeinsamkeiten festgehalten und gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung getragen“.

Mit Blick auf die Auseinandersetzungen zwischen Parteiführung und Vorstand der Fraktion, sagte Wagenknecht der Zeitung, eine sachliche Debatte schade der Partei nicht. Wenn allerdings Meinungsverschiedenheiten instrumentalisiert würden, „um Personen loszuwerden“, werde es „unproduktiv und schädlich“.

Wagenknecht war noch vor kurzem als Initiatorin der Bewegung „Aufstehen“ intern heftig kritisiert worden. Auch vom Ziel ihrer Ablösung als Fraktionsvorsitzende war dabei die Rede gewesen. Wagenknecht kündigte gegenüber „Neues Deutschland“ an, bei zur Wahl des Fraktionsvorstandes im Herbst erneut antreten zu wollen.

Zu den Aussichten einer Zusammenarbeit mit SPD und Grünen äußerten sich Bartsch und Wagenknecht zurückhaltend. Es gehe darum, der in der Gesellschaft existierenden Mehrheit für einen sozialen Ausgleich, bessere Renten und höheren Mindestlohn auch eine politische Mehrheit zu verschaffen, so Wagenknecht. An der Linken werde diese nicht scheitern, versicherten beide.

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Jedoch sei die SPD in der Großen Koalition nicht in der Lage, ihre Ziele umzusetzen, während die Grünen inzwischen eine Partei der Besserverdienenden geworden sei. Dietmar Bartsch: „Die Frage an uns ist: Warum sind wir nicht der erste Ansprechpartner für viele Millionen Wählerinnen und Wähler, die nicht mehr an die SPD glauben?“

Wagenknecht lehnt das Werben um Grüne-Wähler als Strategie der Linkspartei ab. „Natürlich freue ich mich auch über jeden LINKE-Wähler mit höherem Einkommen.“ Es müsse ihre Partei jedoch umtreiben, „dass heute mehr Gewerkschaftsmitglieder AfD wählen als uns. Und wer glaubt, die Wahlen in Ostdeutschland mit einem Werben um Grüne-Wähler gewinnen zu können, ist sicher nicht sehr vertraut mit den Verhältnissen vor Ort.“

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2 thoughts on “Bartsch und Wagenknecht: Differenzen mit der Führung beigelegt”

  1. So sind sie, die Apparatschiks. Ihr Leben haben sie der Partei gewidmet und die Partei hat immer recht.
    Da steckt man auch gern zurück, wenn es der Partei nutzt.

    Das Problem ist nur, dass immer weniger Menschen den hohlen Phrasen dieser kommunistischen Kaderpartei glauben. Sie haben in der DDR die Bevölkerung nach Strich und Faden angelogen und machen es heute, unter neuem Namen wieder. Bartsch ist der beste Beweis dafür, dass diese Funktionäre – ohne gebrochenen Lebenslauf – lückenlos in der Jetztzeit angelangt sind.

    Dazu leistet man sich Exoten, wie Sahra Wagenknecht, damit das äußere Erscheinungsbild etwas demokratischer wirkt. Diese dürfen dann auch, in einem eng abgesteckten Feld, andere Meinungen vertreten. Schließlich braucht man Wählerstimmen von „außerhalb“.

    Seit ihrer Abspaltung von der SPD im Jahre 1916 haben die Kommunisten immer wieder neue Namen für ihre Partei erfunden aber inhaltlich geändert haben sie sich nie. Wer das vergisst, der läuft in Gefahr, dass er auf ihre Parolen erneut hereinfällt.

    Übrigens, eines ihrer Markenzeichen war auch immer, dass sie linksradikale, linksextremistische Gruppierungen fest in ihre Reihen einschloss. Heute ist es die ANTIFA.

    Das Fordern nach sozialen Verbesserungen ist die eine Seite, doch wenn diese Partei an den verschiedenen Landesregierungen beteiligt war und ist, bleibt davon nur heiße Luft übrig.

  2. “ . . Differenzen mit der Führung beigelegt“

    Klar, simpel nach dem Motto:

    Politik ist gleich Spielkarten legen. So einfach machen sich die das. Und weg ist der Schweiß.

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