9 Gründe, warum uns „Fernsehen“ ruiniert – Teil 1

Investigativjournalist Wolfgang Eggert ging den Folgen des Fernsehens auf den Grund. Erstaunlich was der übermäßige Konsum der „Flimmerkiste“ alles anrichten kann.

Von Wolfgang Eggert

Fernsehen schadet nicht nur der Entwicklung von Schülern, es hinterlässt auch lebenslange Spuren. Kinder, die in jungen Jahren den Fernseher überwiegend als Unterhaltungsmittel nutzen, ernten schlechtere Noten, neigen zu Übergewicht und brechen häufiger die Schule ab als ihre Altersgenossen, die weniger Zeit vor dem TV verbringen.

Einer neuseeländischen Langzeitstudie zufolge laufen chronische Couchpotatoes zudem Gefahr, als Heranwachsender kriminell zu werden. „Die Wahrscheinlichkeit bis zum jungen Erwachsenenalter verurteilt zu werden, steigt mit jeder Stunde, die ein Kind an einem normalen Wochenabend vor dem Fernseher verbringt, um jeweils 30 Prozent“, heißt es einer Studie, die das US-Magazin „Pediatrics“ veröffentlicht hat. Das schreibt das Nachrichtenmagazin Focus unter der Überschrift Zu viel TV bringt Kinder später in den Bau.

Starker Tobak! Es darf angenommen werden, dass die abstumpfende Wirkung der bereits vor PrimeTime überhand nehmenden realen oder animierten Gewaltbilder hier eine späte, traurige Wirkung entfaltet. Hinzu kommen: Die Heroisierung von Halbweltgestalten wie Zuhältern, Gangster-Rappern oder Antifa-Haudraufs; das Verniedlichen bestimmter Verbrechenssparten (z.B. Drogen- und Menschenhandel); oder das Auflösen moralischer Grenzen, die, Beispiel BDSM oder Ehebruch, heute regelrecht beworben werden und auf asozialen Netzwerken des Internets eine einträgliche Industrie nach sich gezogen haben. Die auch medial geförderte Frühsexualisierung von Kindern sorgt zu guter letzt dafür, daß bereits die Kleinsten der Kleinen zeitig wissen,wo der Hammer hängt und wie dieser möglichst verantwortungslos zu schwingen ist. All das ist beinahe täglich quer durch die Programme zu beobachten, bis hinein ins Kinderfernsehen.

Allein, das ist nur die sichtbarste, bildhafte Oberfläche, die uns die menschliche Entkernung der landläufigen Couchpotatoes erklären mag. Darunter, aus den technischen Waffenkammer der Television heraus, finden meist erheblich subtilere Beinflussungen statt, die ebenso subtile Langzeitschäden bereithalten. Wie und womit hier der kurzweilige Weg aus dem bequemen Fernsehsessel zum „weichen“, fast unauffälligen Asozialen geebnet wird zeigt die nachfolgende 9-Punkte-Liste.

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Für Kinder habe ich zur TV-Entwöhnung oder Prävention Fallweise entsprechende Übungen beigestellt. Dem Erfindungsreichtum der Eltern sind hier keine Grenzen gesetzt.

1. Bücherlesen und GeschichtenHören schafft Kopfkino-Fantasie, TV raubt diese

ÜBUNG mit Kindern: Durchführen eines direkten Nacheinander-Vergleichs TV vs. Vor/Lesen. Frage: Was hast Du beim Vor/Lesen gesehen (Jeder hat andere Bilder „vor Augen“ gehabt), was beim TV-Film (Jeder sieht völlig unreflektiert dasselbe)

2. Man macht Dir ein schlechtes Gewissen, um Dir etwas zu verkaufen, ohne dass Du´s merkst

Die Fernsehsender gehören nicht dem Nikolaus sondern Personen/Gruppen die Dir das Gesehene nicht umsonst herschenken. Ohne dass Du das vielleicht merkst, versuchen sie Dir immer auch etwas zu VERKAUFEN: Seien das Produkte oder ihre Meinung.
Dabei wird oft auf Druck gesetzt und hierbei auf ein schlechtes Gewissen, das man Dir einzureden sucht. Auf der´ politischen´ Ebene sagen Dir die Macher: „Bist Du so (oder so nicht), dann bist Du böse und wirst keine Freunde haben“. Auf der Produktebene sagen sie Dir: „Hast Du dies oder jenes nicht, dann bist Du nichts wert. Kaufe es, und alle werden Dich toll finden“. Unglücklichsein ist der Marketinginhalt, mal als Voraussetzung (zum Konsum), mal als Drohung (zum gesellschaftlichen Verhalten).

Der Angriffspunkt sind dabei nicht nur wir Erwachsene, sondern vor allem auch unser Nachwuchs, noch bevor er flügge geworden ist. „Für die Konsumgüterindustrie gibt es überhaupt nichts Erstrebenswerteres als Kinder, die häufig fernsehen. Es geht darum, dem Kind so früh wie möglich Konsumgepflogenheiten und Markenpräferenzen einzuimpfen, die es bis ins hohe Alter beibehalten soll“, schreibt die Trainerin für pädagogische Fachkräfte Christiane Kutik.

Was das Ganze aus politischer Sicht noch bedenklicher macht ist die Tatsache, dass die Medienkonzentration in der Hand Weniger trotz vielschichtigem Angebot zur Gleichschaltung der öffentlichen Wahrnehmung führt. Kaum mehr als ein Dutzend Privatunternehmer und einige auserwählte Politiker bestimmen in Deutschland darüber, was durch die Medien, auch durch das Fernsehen, in die Haushalte getragen wird. Diese Strippenzieher unserer Meinung hängen über Mitgliedschaften in völlig gleichtickenden ThinkTanks und Lobbygruppen wie Atlantikbrücke, Aspen, Trilaterale, German Marshall Fund etc. ihrerseits an Strippen, die an einem einzigen Pult zusammenlaufen. Nurmehr zwei, auf das Engste verzahnte Familien schwingen hier den Taktstock: Die Rockefellers und die Warburgs, milliardenschwere, kooperierende US-Unternehmer, die seit Generationen politischen Einfluss ausüben und ihre radikale Globalisierungsagenda spürbar in die Medienerziehung tragen.

„Deutschland hat 350 Tages- und 24 Wochenzeitungen, 245 Radiostationen, 53 TV-Sender. Praktisch alle diese Meinungsmaschinen vertreten dieselben Feindbilder (Putin-Russland, Trump, ´Rechts/Linkspopulismus´, wechselnde NATO-Kriegsgegner) und bewerben das Ideal der Globalisierung (EU, Euro, Rettungsschirme, TTip, Multikultur), offene Lügen eingeschlossen und sogar Gesetzesbrüche verteidigend; diese Propaganda-Linie findet inzwischen auch Eingang ins Kinderprogramm (z.B. Kika), wo sie mit Genderismus und Frühsexualisierung zusätzlich angewürzt wird.“

Merke: Werte, Botschaften und Glaubensrichtungen, die durch die Massenmedien ausgestrahlt werden beeinflussen maßgeblich, was von der großen Mehrheit der Konsumenten gekauft, gedacht und getan wird. Der Fernseher will… DICH! Als Kunden oder als gefügigen Soldaten. Nicht als selbstbestimmten General.

ÜBUNG mit Kindern: Zusammen Werbung und eine exemplarische Kinder-Erziehungs-Sendung ansehen und aufzeigen, wie subtil Meinung gemacht wird. Dabei auch Einzelbilder, Darstellerauswahl, Aussagen, Schnitte, Kamerafahrten und Musiken einbeziehen. Miteinander besprechen, welche Produkte und politischen Inhalte bei gleichaltrigen Freunden an- und abgesagt sind und hinterfragen, warum das so ist.

3. Schnelle Bildfolgen und Informationsüberflutung machen Dich passiv und denkfaul

Das Betrachten von schnellen Bildfolgen bannt den Zuschauer in eine Art Trance. Das Gehirn wird dadurch sehr ungünstig, da sehr einseitig beansprucht. Immer wieder die gleichen Gehirnzellen werden aktiviert und die übrigen Zellen (z.B. das aktive, kreative Denken) liegen brach und verkümmern mit der Zeit. Zusatzproblem: Neben den schnellen Schnitten verringert auch die Vielfalt des Fernsehangebots unsere Aufmerksamkeitsspanne.
Übermäßiger, unterhaltungsorientierter Fernsehkonsum wirkt sich daher gerade bei Kindern sehr nachteilig auf das Lernvermögen aus.

4. Fernsehen stresst und raubt Energie

Dass Du vor dem Fernseher entspannst ist u.a. aus den unter 3. genannten Gründen nichts weiter als ein Mythos und eine Ausrede der Medien-Macher. Vor der Glotze kommt definitiv niemand zur Ruhe. Die TV-Unterhaltung zielt auch gar nicht dort hin; anstatt den Verstand in friedliche Gelassenheit zu überführen will die Bewegtbildindustrie (An-)Spannung liefern, dazu „Kicks“ die nach „mehr“ verlangen und die dann auch wie eine Droge immer wieder hoch geschwind nachgereicht werden. Es ist dieses atemlose, widernatürliche Bombardement mit Eindrücken, das dazu führt, dass Fernsehen vor allem eines tut: es stresst. Und zwar total.

ÜBUNG mit Kindern: Durchführen eines direkten Nacheinander-Vergleichs TV vs. Vor/Lesen bei Kerzenlicht. Hier empfiehlt sich TV-seitig vor allem ein hektisches Vielschnitt-Format mit Musiken und verhärtenden Bildern. Die mentalen (Nervosität vs. Ruhe) und körperlichen Folgewirkungen (harter vs. entspannter Körper) werden hinterher ebenso verglichen wie der Zeitrahmen, den es hinterher bis zum Einschlafen braucht.

Gleichzeitig, das ist ausdrücklich gewünscht, fixiert die Berieselung den gebannten Zuschauer auf dem Fernsehsessel und macht ihn inaktiv. Fühlst Du Dich motiviert, voller Energie und Tatendrang wenn Du vor der Mattscheibe hängst? Nein?! Das heisst: Fernsehen raubt Dir Deine Energie.

5. Du wirst wie ein Raucher oder Alkoholiker süchtig gemacht

Fernsehen hält Dich beim Fernsehen. Jeder Sender will seine Kundschaft „im Laden“ halten, „drauf“, wie ein Süchtiger „an der Nadel“. Hierzu wird von der Unterhaltungsindustrie eine Vielzahl von Tricks eingesetzt. Das beginnt bei der Gestaltung der Übergänge von einer Sendung zur nächsten, die bereits in der alten mit viel Brimborium die nachfolgende ankündigen („Verpasse nicht…., wenn….“). Auch in Serienformaten wenden kluge Drehbuchautoren psychologische Trigger an, die uns dazu veranlassen, die Nächste, übernächste und überübernächste Folge anzusehen.

Wolfgang Eggert (* 1962) ist ein deutscher Journalist und Historiker. Er hat sich entschlossen mit seinem traditionalistischen Autarkie-Dorf-Projekt http://www.siedlergemeinde.org/ das deutsche Irrenhaus zu verlassen

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2 Kommentare

  1. Sehr gut, muss weit verbreitet werden.
    Es sind nicht nur die propagandistischen Inhalte, die verblöden, sondern auch das Medium als solches.
    Ergänzendes zur Wirkung auf das Bewusstsein:
    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/11/28/die-wirkung-des-fernsehens-auf-das-bewusstsein/

    Wirkung speziell auf die Entwicklung des Kindes:
    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/12/12/das-kind-vor-dem-bildschirm-auswirkungen-auf-seine-entwicklung/

  2. Bei allen psychischen und physischen Auswirkungen, die Fernsehkonsum nach sich zieht, halte ich die Manipulation des Bewußtseins durch dieses Medium für das schlimmste Übel , dem sich kein Nutzer entziehen kann.

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