der Chef der Wirtschaftsweisen Chrstoph Schmidt - Bild: Screenshot Youtube.com
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Der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, warnt vor einer Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro, wie es die Bundesminister Olaf Scholz und Hubertus Heil fordern.

Von Redaktion

„Es kann doch nun wirklich nicht ratsam sein, den Mindestlohn auf ein Niveau zu heben, das in einem Abschwung die dann zwangsläufig zunehmenden Probleme auf dem Arbeitsmarkt drastisch verschärfen würde“, sagte Schmidt der „Rheinischen Post“. „Denn den Mindestlohn wegen einer Konjunkturflaute zurückzunehmen, würde ja niemals gelingen. Darauf, dass der Aufschwung irgendwann enden könnte, sollte eine verantwortungsbewusste Wirtschaftspolitik vorbereitet sein.“

Derzeit liegt der Mindestlohn bei 8,84 Euro pro Stunde, 2019 steigt er auf 9,19 Euro. Den allgemeinen Lohnanstieg begrüßt Schmidt dagegen: „Die Zeit der Lohnzurückhaltungen ist vorbei. Die Löhne in Deutschland steigen seit einiger Zeit recht kräftig, sogar stärker als in den beiden anderen Aufschwungphasen seit der Wiedervereinigung.

Angesichts der ausgelasteten Kapazitäten der Volkswirtschaft dürfte das die Stabilität der Beschäftigung nicht gefährden. Somit ist aus ökonomischer Sicht auch überhaupt nichts dagegen zu sagen.“

Rasches Soli-Aus

Schmidt fordert ebenfalls eine rasche Abschaffung des Solis. „Die Bundesregierung sollte dem internationalen Steuerwettbewerb nicht weiter mit Nichtbeachtung begegnen, sondern ihn annehmen. Schon jetzt ist Deutschland als Investitionsstandort weniger attraktiv, als es der Fall sein könnte. Um die Unternehmenssteuern investitionsfreundlicher zu gestalten, sollte der Solidaritätszuschlag vollständig abgeschafft werden“, sagte Schmidt.

„Im Gegensatz zur bislang geplanten Teilabschaffung würde damit auch unternehmerische Tätigkeit merklich entlastet.“ Zumal die Konjunkturaussichten sich eintrüben: „Kurzfristig ist es nach wie vor sehr wahrscheinlich, dass der nun schon ein Jahrzehnt währende Aufschwung anhält. Wir erwarten aber lediglich ein vergleichsweise verhaltenes Wachstumstempo von etwa anderthalb Prozent. Und selbst hierfür sind die Risiken sind groß. Käme es etwa zu einem ungeordneten Brexit oder zu einer erneuten Krise im Euro-Raum, kann die Welt gleich ganz anders aussehen.“

Christoph Schmidt ist Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

1 KOMMENTAR

  1. Wenn alle Unternehmen zahlungskräftige Kunden brauchen und nur wenig Lohn zahlen wollen,kann man zwar eine Zeit Einkäufe finanzieren, dann die Zinsen senken, aber dann bricht das System zusammen. Diesem Zeitpunkt nähern wir uns. Wieso heißt der Mann Wirtschaftsweiser?

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